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Röteln bei Kindern natürlich behandeln

Röteln natürlich behandeln

Röteln sind vor allem in der Schwangerschaft für das Ungeborene gefährlich. Ansonsten verlaufen Röteln bei Kindern meist harmlos – nicht selten sogar unerkannt. Falls Ihr Kind jedoch Unterstützung braucht, finden Sie hier, wie Sie ihm bei Röteln helfen können. 

Expertenrat von 

Röteln sind eine typische Kinderkrankheit und werden durch das Rötelnvirus ausgelöst. Meist erkranken Kinder im Alter von fünf bis 14 Jahren. Die Inkubationszeit (Zeit zwischen Ansteckung und Krankheitsausbruch) beträgt zwei bis drei Wochen. Ansteckungsgefahr besteht eine Woche vor bis zehn Tage nach Auftreten des Hautausschlags. Achtung: In etwa der Hälfte der Fälle verläuft die Infektion „stumm“, also ohne Beschwerden oder den charakteristischen Hautausschlag, sodass die Infektion gar nicht erkannt wird. Der Infizierte ist trotzdem ansteckend!

Röteln: Daran erkennen Sie Röteln bei Ihrem Kind

Die Krankheit verläuft meist in zwei Phasen, oft aber auch nur mit dem typischen Hautausschlag: Sie beginnt mit geringfügigen Erkältungssymptomen wie Schnupfen, Rachen- oder Bindehautentzündung, einer Schwellung der Lymphknoten im Nacken und hinter den Ohren (für ca. eine Woche) sowie einer leichten Temperaturerhöhung. Etwa eine Woche danach tritt der Ausschlag auf, begleitet von einer geringfügigen Temperaturerhöhung bis etwa 38 °C sowie einer Schwellung der Lymphknoten im Nacken und hinter den Ohren (typisches Erkennungszeichen bei Röteln!). Eventuell sind auch die Lymphknoten am Hals geschwollen. Bei Kindern sind Gelenkbeschwerden selten, die kleinen Patienten fühlen sich meist nicht einmal „richtig“ krank. Jugendliche und Erwachsene leiden im Falle einer Ansteckung häufig unter Schmerzen der Finger-, Hand- oder Kniegelenke. Der Hautausschlag beginnt schmetterlingsförmig im Gesicht und hinter den Ohren, er breitet sich von oben nach unten über den ganzen Körper aus. Typisch sind feine, stecknadelkopfgroße, sehr dicht stehende gerötete Flecken, die leicht erhaben und damit auch fühlbar sind. Die Rachenschleimhaut ist ebenfalls betroffen und zeigt gerötete Flecken. Der Hautausschlag bildet sich innerhalb von drei Tagen in der Reihenfolge des Auftretens wieder zurück. Röteln hinterlassen eine lebenslange Immunität, das heißt, man kann sie nur einmal bekommen.

Wichtig!
Der Rötelnausschlag kann mit dem Ausschlag bei Masern verwechselt werden. Deshalb sollten Sie Ihr Kind in jedem Fall vom Kinderarzt untersuchen lassen, auch wen es kaum Beschwerden hat. 

Komplikationen bei Röteln sind sehr selten

In weniger als 0,02 Prozent der Fälle kommt es zu einer Hirnhaut- oder Gehirnentzündung. Diese tritt meist mehrere Tage nach dem Ausschlag auf und zeigt sich durch hohes Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen, Bewusstseinsstörungen sowie eventuell durch Krampfanfälle. Treten bei Ihrem Kind derartige Symptome auf, rufen Sie sofort den Arzt.

Die eigentliche Gefahr ist die Rötelnembryopathie

Obwohl die Röteln für Ihr Kind in der Regel ungefährlich sind, stellen sie eine ernsthafte Gefahr für das Ungeborene im Mutterleib dar, falls sich eine Mutter in der Schwangerschaft damit infiziert. Besonders fatal ist das in der Frühschwangerschaft (in den ersten 12 Wochen). Etwa die Hälfte der Ungeborenen entwickelt dann eine so genannte Rötelnembryopathie. Dabei kommt es zu Missbildungen wie Herzfehlern, einer Hirnschädigung mit geistiger und körperlicher Entwicklungsstörung, Krampfanfällen, einer Schwerhörigkeit/Taubheit oder einem angeborenen Grauen Star. Das betroffene Baby kann nicht behandelt werden! Bei der Schwangeren können die Röteln hingegen völlig unbemerkt ablaufen.

Mädchen sollten bis zur Pubertät gegen Röteln geimpft sein

Noch heute kommen in Deutschland jährlich 50 bis 100 Babys mit einer Rötelnembryopathie zur Welt. Das müsste nicht sein, denn schließlich kann gegen Röteln geimpft werden. Routinemäßig ist laut Impfplan für alle Kleinkinder ab dem 12. Lebensmonat eine zweimalige Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln vorgesehen. Weil Röteln leicht verlaufen, wäre es prinzipiell nicht nötig, Jungen dagegen zu impfen. Um jedoch die Ansteckungsgefahr ungeimpfter Schwangerer zu minimieren, sollten auch sie geimpft werden, damit sie die Infektion nicht weitergeben können. Sofern Sie Ihre Tochter nicht als Kleinkind impfen lassen wollen, können Sie zunächst abwarten, ob sie bis zur Pubertät an Röteln erkrankt. Im Alter von 10 bis 12 Jahren sollte der so genannte Rötelntiter bestimmt werden. Dabei wird auf Antikörper gegen Röteln untersucht. Sind Antikörper in ausreichender Zahl vorhanden, hat Ihre Tochter die Röteln – mit oder ohne erkennbare Erkrankung – durchgemacht und ist lebenslang geschützt. Finden sich keine Antikörper, kann auch jetzt noch gegen Röteln geimpft werden.

Bettruhe ist nur bei Fieber nötig

Ob Ihr Kind bei Röteln überhaupt eine Behandlung braucht, hängt davon ab, wie es sich fühlt. Wenn es Fieber hat, gehört es ins Bett. Es sollte viel trinken, z. B. verdünnte Säfte oder Tee. Hilfreich ist ein schweißtreibender Tee aus Lindenblüten und Holunder zu gleichen Teilen. Übergießen Sie einen gehäuften Teelöffel der Mischung mit einem Viertel Liter kochendem Wasser und lassen Sie den Tee fünf Minuten ziehen. Geben Sie Ihrem Kind 3-mal täglich eine halbe bis ganze Tasse davon zu trinken. Auch wenn es Ihrem Kind mit den Röteln gut geht, sollte es für etwa eine Woche zu Hause bleiben, bis der Hautausschlag abgeklungen ist, um andere (insbesondere Schwangere) nicht anzustecken. Besuch ist erlaubt, sofern er selbst schon die Röteln hatte oder dagegen geimpft ist.

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