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Damit auch Sie Harmonie in Ihr Familienleben bekommen, gehört nicht nur viel Geduld oder Regeln dazu. Regelmäßige Abläufe und Rituale stärken die Familie.

7 Rituale für ein entspanntes Familienleben mit Ihrem Kind

Erziehungstipps für ein harmonisches Familienleben

Waren feste Abläufe früher eher als unflexibel verpönt, heißt es heute wieder: Kinder brauchen Rituale. Vertraute Abläufe vermitteln Verlässlichkeit und Geborgenheit im Leben, geben Ihrem Kind Sicherheit und Halt. Gleichzeitig läuft der Familienalltag entspannter, denn wenn Ihr Kind genau weiß, wann was wie gemacht wird, muss nicht jedes Mal neu verhandelt werden. 

Expertenrat von 

Kinder mögen Rituale und immer gleiche Abläufe

Jeden Morgen zur selben Zeit aufstehen, abends mit dem gleichen Ablauf ins Bett, das vermittelt ihnen Geborgenheit, weil sie wissen, was kommt, und weil sie sich darauf einstellen können. Tägliche Fixpunkte wie gemeinsame Mahlzeiten oder feste Tage in der Woche, an denen Oma kommt oder die Musikgruppe stattfindet, geben Ihrem Kind ein stabiles Gerüst, das Halt und Vertrauen vermittelt. Feste Gewohnheiten in der Familie lassen ein Wir-Gefühl entstehen. Und der Alltag mit Kindern läuft entspannter, denn alles, was regelmäßig wiederkehrt und stets nach dem gleichen Schema abläuft, akzeptieren Kinder leichter.

Rituale für die Familie: Sie helfen Ihrem Kind mehr, als Sie denken!

Spätestens dann, wenn Ihr Sprössling in den Kindergarten geht, stellt sich ein fester Tagesablauf ein. Doch auch vorher schon wird es feste Abläufe (natürlich nicht immer auf die Minute zur selben Zeit) und bestimmte Fixpunkte geben. Das geschieht automatisch, denn ohne uns dessen immer bewusst zu sein, ritualisieren wir große Teile unseres Tagesablaufs. Ebenso zwanglos stellen sich auch Rituale für bestimmte Tage oder Feste ein: das weiche Ei zum Sonntagsfrühstück, Hühnerbrühe mit Nudeln, wenn Ihr Kind krank ist, der selbst befüllte Adventskalender zur Adventszeit oder eine spezielle Lichterkette für den Kindergeburtstag.

1. Rituale für den Morgen, damit Ihr Kind besser aufsteht

Damit Ihr Kind nicht "mit dem linken Bein" aufsteht, tut ein Guten-Morgen-Ritual gute Dienste. Denn wenn der Tag immer gleich beginnt, erleichtert das den Start enorm. Stehen Sie rechtzeitig auf, und wecken Sie Ihr Kind, damit keine Hektik aufkommt. Vielleicht wollen Sie Ihr Kind mit einem schwungvoll geschmetterten Guten-Morgen-Lied und dem Öffnen der Vorhänge wach machen. Sie können es auch mit einem leise ins Ohr geflüsterten "Guten Morgen, mein Schatz!" und einer kleinen Runde Kitzeln wecken.

Alternativ könnte das Kuscheltier Ihres Kindes das Wecken übernehmen und ein bisschen übers Bett tanzen sowie mit Ihrem Kind plaudern. Erzählen Sie Ihrem Kind, was es heute erwartet, wenn es aufsteht: beispielsweise Highlights des Tages (etwa Besuch von Oma), was es Leckeres zum Frühstück gibt oder dass es sein Lieblings-T-Shirt anziehen darf. Vielleicht wollen Sie dann noch mit Ihrem Kind im Elternbett kuscheln. Wenn alle aus dem Haus müssen, hilft es, den Frühstückstisch schon abends zu decken. Und jeder bekommt seinen Lieblingsbecher oder die vertraute Müslischüssel an seinen Platz gestellt.

2. Mit einem Ritual im Bad klappt das Zähneputzen wie von alleine

Waschen und Zähneputzen gehören nicht unbedingt zu den Lieblingsbeschäftigungen kleiner Kinder. Doch wenn Körperpflege zum Ritual wird, geht es viel leichter. Halten Sie schon bei Ihrem Baby oder Kleinkind immer dieselbe Reihenfolge ein, und erzählen Sie dabei, was Sie machen. Natürlich können Sie auch singen oder eine passende Geschichte erzählen, etwa von Herrn Waschlappen und Frau Zahnbürste. Gehen Sie Zähneputzen und Körperpflege spielerisch an. „Jagen“ Sie mit der Zahnbürste die fiesen Kariesbakterien aus dem Mund Ihres Kindes. Geben Sie Ihrem Kind fürs Gesicht einen lustigen Tierwaschlappen. Machen Sie beim Händewaschen einen "Handsalat": Alle anwesenden Familienmitglieder halten ihre Hände gemeinsam unters Wasser und seifen sich gegenseitig ein. Ihr Kind findet Eincremen doof? Verteilen Sie Creme mit einem Vers: "Punkt, Punkt, Komma, Strich, fertig ist das Mondgesicht". Machen Sie die passenden Handbewegungen, und beim letzten Teil ("fertig ist das Mondgesicht") wird die Creme schwungvoll und großflächig verteilt. Oder Sie "bepunkten" Ihr Kind an verschiedenen Stellen mit der Creme, und Ihr Kind darf sie selbst verwischen.

  • Mein Tipp für ein besseres Zusammenleben in der Familie:
    Das Zähneputzen klappt mit einem Zahnputzlied viel besser.

3. Mit einem Ritual für den Kindergarten fällt der Abschied viel leichter

Die Trennung von Mama oder Papa im Kindergarten fällt den meisten kleinen Kindern erst einmal schwer. Mit einem immer gleich ablaufenden Abschiedsritual geht es leichter.

  • Ritual zum Abschied:
    Nehmen Sie Ihr Kind auf oder in den Arm, geben Sie ihm einen dicken Kuss und drücken Sie ihm einen speziellen "Trennungsbegleiter" (etwa ein Nickituch, das nach Ihnen riecht, oder ein Stofftier, das es nur für die Zeit der Trennung bekommt) in die Hand. Wünschen Sie Ihrem Kind viel Spaß im Kindergarten, und betonen Sie, dass Sie sich schon darauf freuen, es mittags wieder abzuholen. Dann gehen Sie mit einem Lächeln und Winken.
  • Ritual zur Begrüßung:
    Gestalten Sie nach jeder Trennung eine fröhliche Begrüßung. So kann Ihr Kind in Ihre Arme laufen und wird einmal von Ihnen herumgewirbelt. Es darf Ihnen auch den "Trennungsbegleiter" zurückgeben.
  • Mein Tipp, damit Harmonie in die Familie kommt:
    Sie können für Abschied und Begrüßung eine spezielle Art des Küssens einführen, etwa einen Nasenkuss wie die Eskimos. Oder Sie küssen bestimmte Stellen im Gesicht Ihres Kindes (z. B. Stirn, beide Augen, Nase, Mund), natürlich immer in derselben Reihenfolge!

4. Das gemeinsame Abendessen – Ritual stärkt die ganze Familie

Wenn möglich, sollten alle Familienmitglieder mindestens einmal am Tag gemeinsam essen. Hier bietet sich für die Familie das Abendessen an. Lassen Sie Ihr Kind beim Tischdecken helfen. Bevor Sie die gemeinsame Mahlzeit beginnen, können Sie ein Tischgebet sprechen, aber auch einen Spruch ("Piep, piep, piep – guten Appetit!") oder sich an den Händen fassen und sich "Guten Appetit" wünschen. Zum Abendessen bietet es sich an, dass jedes Familienmitglied von seinem Tag erzählt.

  • Mein Tipp: Wenn die Tischmanieren Ihres Kindes trotz guten Vorbildes und gelegentlicher Erinnerungen zu wünschen übrig lassen, könnten Sie einmal in der Woche (oder im Monat) einen "Ferkeltag" vereinbaren. Da darf jeder essen, wie er will: mit den Händen, mit vollem Mund reden, schmatzen. Dafür muss den Rest der Woche anständig gegessen werden. Oft ist der "Ferkeltag" über kurz oder lang überflüssig, denn was man darf, verliert bekanntlich schnell seinen Reiz.

5. Gute-Nacht-Ritual

Nach einem spannenden Tag ist so manches Kind überdreht. Ein immer gleiches, liebevolles, ruhiges Abendritual hilft beim Abschalten und lässt kleine Sausewinde leichter einschlafen. Beginnen Sie jeden Abend zur selben Zeitmit dem Gute- Nacht-Ritual. Ab dem Abendessen darf nicht mehr getobt werden, Fernseher und Radio werden ausgeschaltet. Dafür können Sie eine CD mit Naturgeräuschen oder Entspannungsmusik laufen lassen.

Als Übergang vom aktiven zum ruhigeren Teil des Tages können Sie ein Puzzle machen oder ein Brettspiel mit Ihrem Kind spielen. Nach dem Abendessen geht es ins Bad, danach ist Kuschelzeit. Sehen Sie gemeinsam ein Bilderbuchan oder lesen Sie etwas vor. Besonders beliebt bei Kindern sind selbst erfundene Geschichten, in denen Ihr Kind die Hauptrolle spielt.

Vielleicht wollen Sie nicht beim Abendessen, sondern lieber auf der Bettkante mit Ihrem Kind über seinen Tag sprechen. Singen Sie ein Gute-Nacht-Lied, oder ziehen Sie für Ihr Baby bzw. Kleinkind die vertraute Spieluhr auf. Vielleicht wollen Sie auch gemeinsam ein Nachtgebet sprechen. Nun wünschen Sie Ihrem Kind eine gute Nacht, kraulen, streicheln und/oder küssen es (vielleicht so wie beim Abschiedsritual beschrieben?) und verlassen das Zimmer. Die Türe darf einen Spalt auf bleiben, damit Ihr Kind sich nicht alleine fühlt.

  • Mein Tipp: Hat Ihr Kind Angst vor Monstern im Kinderzimmer, bauen Sie eine „Monster-Vertreibung“ in Ihr Gute-Nacht-Ritual ein. Leuchten Sie mit einer „Zauber- Taschenlampe“, die bei Monstern und Gespenstern zu unerträglichem Juckreiz führt und sie deshalb zuverlässig in die Flucht schlägt, alle Verstecke und dunklen Ecken im Zimmer aus. Zur Sicherheit kommt die „Zauber-Taschenlampe“ für nächtliche Notfälle griffbereit neben das Bett Ihres Kindes.

6. Wochenende-Ritual

Machen Sie aus Ihrem Wochenende etwas Besonderes und begleiten Sie es mit lieb gewonnenen Ritualen. Läuten Sie das Wochenende mit einem bestimmten Abendessen ein. Vielleicht wird der Freitagabend zum Pizza- Abend, oder es gibt immer ein Eis zum Nachtisch. Sie können auch einführen, dass sich reihum jedes Familienmitglied wünschen darf, was es am Freitagabend zu essen gibt. Gleichzeitig kann der Familienrat tagen, und es wird besprochen, was am Wochenende unternommen wird.

Am Samstag und/oder Sonntag können Sie z. B. alle gemeinsam im Bett kuscheln oder auch eine Kissenschlacht veranstalten. Zelebrieren Sie das Sonntagsfrühstück mit Frühstücksei oder Croissants, also mit etwas Besonderem, das es sonst nicht gibt. Vielleicht gibt es wiederkehrende Fixpunkte am Wochenende, etwa ein Besuch bei den Großeltern oder im Hallenbad.

7. Rituale für typische „Krisensituationen“

Es gibt viele kleine Widrigkeiten des Alltags, in denen Ihr Kind besondere Zuwendung braucht.

Trostritual: Ihr Kind hat sich verletzt oder erschreckt? Ganz automatisch werden Sie es auf oder in den Arm nehmen, es beruhigen (z. B. mit dem altbekannten „Heile, heile Segen“) und, wenn seine Tränen getrocknet sind, wieder spielen schicken. Bei Verletzungen ist ein sprichwörtliches Trostpflaster (Kinderpflaster) hilfreich oder ein auffälliger Verband. Bei anderem Kummer tut ein spezielles „Kummertuch“ (etwa ein spezielles großes Stofftaschentuch, das Sie nur für diesen Zweck verwenden) zum Trocknen der Tränen gute Dienste.

Versöhnungsritual: Ihre Kinder haben sich gestritten, oder Sie sind verärgert über Ihr Kind, weil es nicht gehorcht hat? Kochen Sie einen speziellen „Versöhnungstee“ (z. B. Rotbusch Karamell), und trinken Sie gemeinsam eine Tasse. Dabei lässt es sich gut reden. Danach umarmen Sie Ihr Kind, oder die Geschwister geben sich die Hand – und die Sache ist erledigt.

Krankheitsritual: Betten Sie Ihr Kind ins Wohnzimmer, damit es nicht alleine liegen muss. Kochen Sie ihm seine Lieblingssuppe, z. B. Hühnerbrühe mit Nudeln. Vielleicht gab es auch in Ihrer Familie Rituale bei Krankheiten, die Ihnen als Kind geholfen haben. Die können Sie gut übernehmen. Bewährt und gleichzeitig heilsam sind Wickelanwendungen.

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