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Warum Rituale für Kinder so wichtig sind

Routine für Babys und Kinder

Warum sind Rituale elementar wichtig für Kinder – und auch für alle erwachsenen Menschen? Wie kann man sie im Leben einrichten und was sollte man als Eltern dabei beachten? 

Expertenrat von 

Rituale prägen das Leben. Sie teilen die Welt in sinnvolle Abschnitte, sind Stationen auf der Reise durch das Leben. Ausschlafen am Sonnabend, gemeinsames Frühstück und Ausflug am Sonntag. Der zweite Kaffee auf dem Weg zur Arbeit, donnerstags telefonieren mit Mama.

Rituale sind wert-voll

Rituale transportieren jedoch auch Werte. Die Babyparty im zweiten Trimester, alle freuen sich mit den werdenden Eltern. Konfirmation oder Jugendweihe, du wirst erwachsen! Die Eheschließung, das Zersägen eines Baumstamms, das Anschneiden der Torte – wir tun die Dinge ab jetzt gemeinsam.

Für uns Erwachsene sind Rituale selbstverständlich, denn unsere Eltern und die Gesellschaft haben sie für uns eingerichtet. Für unsere Kinder müssen wir das tun! Doch manchmal scheint es, als wären die Konventionen, die den Rahmen für unser Leben bilden, überholt. Lieber möchte man persönliche Freiheit genießen, als einer Struktur zu folgen. Jeden Tag das Gleiche, murren viele Menschen. Es ist auch in Ordnung, wenn es um einen selbst geht, dass man ausbrechen will und es auch tut.

Ein Baby braucht Routine und wiederkehrende Abläufe

Wenn ein Baby auf die Welt kommt, sollte man als Eltern jedoch unbedingt auf Rituale setzen. Sie sind wie die Zweige eines Nestes, in dem ein frisch geschlüpfter Vogel seinen Halt findet.

Rituale sind nichts vom Menschen Erdachtes. Wir folgen dem Rhythmus der Natur, wenn wir sie etablieren. Um uns herum ist das Leben in große Kreisläufe eingebettet. Tag und Nacht, Sommer und Winter, Geburt und Tod.

Viele werdende Mütter bemerken bereits in der Schwangerschaft, dass ihr Kind einen bestimmten Rhythmus hat. So meldet sich die Blase immer wieder zur selben Zeit in den frühen Morgenstunden, weil das Baby darauf tritt. Es ist aufgewacht und streckt sich aus. Häufig wird das Kind dann, wenn es auf der Welt ist, um genau dieselbe Uhrzeit morgens wach. Unsere „innere Uhr“ wird etwa durch Hormone gesteuert.

Doch wenn das Baby auf die Welt kommt, prasseln unzählige Eindrücke auf es ein. Es ist anstrengend, diese zu verarbeiten. Manche Kinder weinen oft, wenn alles zu viel für sie wird. Sie haben Probleme mit dem Essen oder können schwer einschlafen. Die Eltern sind überfordert, denn sie machen sich Sorgen, dass etwas nicht stimmt. Kennen Sie das auch? Rituale sind der beste Weg, um die meisten dieser Probleme lösen zu können.

Mit Ritualen besser einschlafen

Woher weiß ein Kind, dass die Schlafenszeit gekommen ist? In einer natürlichen Umgebung wäre es vielleicht die Dunkelheit, die die Nachtruhe einläutet. In unserer modernen Welt ist es aber immer hell, laut und geschäftig. Kein Wunder, dass viele Kinder Probleme haben, einzuschlafen. Legt man sich jedoch auf bestimmte Rituale fest, dann ist klar, dass darauf jedes Mal das Schlafen folgt. Abendbrot, Waschen, gemeinsam etwas Lesen, ein bestimmtes Lied und dann Einschlafen.

Sie können darauf achten, dass sie nur solche Rituale etablieren, die nicht unangenehm oder schädlich werden können. In den Schlaf gewiegt zu werden, ist für das Kind sehr angenehm, doch für die Eltern wird es auf Dauer zur Qual. Besonders, weil das Baby zu weinen beginnt, wenn es auf einmal allein im Bettchen liegen soll. Auch die beruhigende Nuckelflasche, die Nursing Bottle, kann schädliche Auswirkungen haben.

Entscheidend ist, dass Sie als Eltern sich darauf einstellen, ihren eigenen Tagesablauf zunächst ebenfalls auf das Kind einzustellen. Auch wenn sie in einer lauen Sommernacht lieber mit dem Kinderwagen am See sitzen würden, solange der Schlafrhythmus nicht fest etabliert ist, verzichten Sie lieber darauf. Denn nur die beständige Wiederkehr der immer gleichen Abläufe (in der zunächst gleichen Umgebung) hilft, in den Schlaf zu finden. Später genügt es dann, die gewohnten Abläufe zu vollziehen, und schon wird das Kind ruhig und kann leicht einschlafen.

Rituale stärken den Zusammenhalt in der Familie

Sie als Eltern haben bestimmte Riten, die Sie selbst aus der Kindheit mitgebracht haben. Wo versteckt der Osterhase die Eier, wer sitzt am Esstisch an welchem Platz und welche Teesorte hilft wirklich, wenn man sich eine Erkältung eingefangen hat?

Das Schöne ist, dass Sie zusammen mit Ihrem Kind neue Rituale etablieren können, die genau zu Ihrer Familie passen. Seien Sie kreativ und nutzen Sie die Gunst der Stunde, um Ihren Alltag zu etwas Besonderem zu machen. Auf dem Rückweg vom Sport kaufen Sie jedes Mal einen leckeren Snack bei einem bestimmten Bäcker, beim Einkaufen gibt es immer eine bestimmte Kleinigkeit als Extra, am Sonntagabend veranstalten Sie ein Familienkino mit Popcorn im Bett, um so leichter wieder in den Alltag zu finden, wenn die freien Tage vorbei sind.

Wann sind Rituale überholt?

Rituale sind schön und viele der Gewohnheiten werden auch noch im Erwachsenenalter weitergeführt – allerdings freiwillig und vielleicht aus nostalgischen Gründen. Wenn das eigene Kind heranwächst und seine eigene Persönlichkeit entwickelt, wird es sich irgendwann von den Ritualen seiner Kindheit lösen wollen. Das ist etwas schmerzhaft für Sie als Eltern, gehört jedoch zum Erwachsenwerden dazu. Man sollte den Nachwuchs dann nicht zwingen, die Gewohnheiten beizubehalten, weil sie dann nur noch leere Hüllen sind. Sie werden sehen, früher oder später wird Ihr Kind – Ihr Jugendlicher – wieder auf einige dieser Gewohnheiten zurückgreifen.

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