Freiräume helfen Ihrem Kind stark und selbstbewusst zu werden

Freiräume können Ihrem Kind zu einem gesunden Selbstbewusstsein verhelfen. Lesen Sie in unserer Übersicht, wie Eltern Ihre Kinder einschränken und wie Sie dies ändern können.  

Inhaltsverzeichnis

Mit Freiräumen machen Sie Ihr Kind stark und selbstbewusst

Beides sind wichtige Voraussetzungen für Erfolg. Kinder, die sich nur wenig zutrauen und immer im Hintergrund bleiben, haben es schwer. Bereits in der Schule, aber auch in der Ausbildung und im Berufsleben zählt neben dem Können auch ein gesundes Selbstbewusstsein. Freiräume können Ihr Kind stark machen. Durch sie lernt es sich auszuprobieren und gewinnt Vertrauen in seine Fähigkeiten. In unserer Übersicht sehen Sie, welche Einschränkungen die Freiräume Ihres Kindes begrenzen und mit welchen praktischen Tipps Sie Ihr Kind stark machen.

Um selbstbewusst zu werden, brauchen Kinder viele Freiräume und Herausforderungen, die sie in den meisten Fällen mit etwas Mühe auch bewältigen können. Doch unsere Kinder wachsen heute ganz anders auf als noch vor wenigen Jahrzehnten, die Herausforderungen sind geringer geworden oder haben sich verändert. Besonders der Aktionsradius ist in fast allen Familien wesentlich enger geworden. War es früher an der Tagesordnung, dass die Freiräume nach dem Unterricht auf der Straße mit Gleichaltrigen (und eben auch viel jüngeren und viel älteren Kindern) ausgelebt wurden, so sind heute gezielte Freizeitbeschäftigungen und Verabredungen an diese Stelle getreten. Diese Veränderung hat Auswirkungen auf die Selbstständigkeit und damit auch auf das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

Warum der Englischkurs und das Ballett Ihr Kind nicht stark machen

Gezielte Förderung und strukturierte Hobbys ermöglichen den Kindern zwar oft den Aufbau weiterer Fähigkeiten (Tennis, Ballett, Reiten, Hockey, Englisch etc.), die Entwicklung von Selbstbewusstseins und Eigenverantwortlichkeit wird dabei aber nur sekundär unterstützt. Sportliche Erfolge machen stolz, ohne Frage, doch das eigenständige Lösen alltäglicher Herausforderungen und Probleme wird dabei nicht gefördert. "Ich kann das!" bezieht sich oft nur noch auf einen sportlichen Teilbereich der Persönlichkeit und nicht mehr auf das komplette Selbstverständnis der Kinder. Das Erziehungsziel sollte jedoch sein, Kinder durch Freiräume stark zu machen. So wächst Selbstbewusstsein!

Freiräume beim Spielen: So können Sie Ihr Kind stark machen

Aus vielen nachvollziehbaren Gründen haben die Kinder von heute nur noch wenig Gelegenheit, sich unbeaufsichtigt ganze Nachmittage lang mit ihren Freunden zum Spielen in der Umgebung zu treffen. Die meisten Eltern möchten ihren Nachwuchs im Auge behalten, um sicher zu sein, dass ihm nichts passieren kann. Aber auch die Angst, knappe Zeitfenster im Entwicklungsprozess eines Kindes zu verpassen, reduziert die Freiräume. Sportkurse, Musikunterricht, Fremdsprachenförderung und Nachhilfe schließen nahtlos an den Unterricht und die Hausaufgaben an. Diese "Rundumversorgung" ist zwar angenehm, macht Ihr Kind aber nicht stark, da von ihm nur wenig Eigeninitiative gefordert wird.

Wie Eltern häufig Freiräume einschränken und wie Sie das ändern können

ProblemLösungsmöglichkeit
Bedenken, wichtige Zeitfenster zu verpassen, wenn das Kind nicht frühzeitig gefördert wird.Ein oder zwei Nachmittage in der Woche reichen für die meisten Kinder vollkommen aus, um eine zusätzliche Fähigkeit (Sprache, Instrument) zu erlernen. An den anderen Tagen sollten sie Gelegenheit zum freien Spiel allein oder mit Freunden haben. Nur so kann ein Kind seine Persönlichkeit in Ruhe entwickeln.
Angst, das Kind könnte sich langweilen.Langeweile ist ab und zu notwendig, damit sich Interessen herauskristallisieren können und Kreativität entsteht. Einfach mal durchstehen!
zunehmender Verkehr und die damit verbundenen Gefahren für KinderLassen Sie Ihr Kind in verkehrsberuhigten Zonen spielen. Und lassen Sie Ihr Kind ein Verkehrstraining absolvieren, damit es sicherer wird (Verkehrsschule).
Angst vor Entführung oder MissbrauchLassen Sie Ihr Kind an einem Kurs in Selbstverteidigung teilnehmen. Üben Sie den Umgang mit fremden Personen. Fordern Sie Aufklärung durch schulische Veranstaltung.
fehlende Spielplätze oder Grünanlagen in der näheren UmgebungWählen Sie Stichstraßen oder Sackgassen als Spielzone aus. Besprechen Sie die Spielmöglichkeiten vorab mit Ihrem Kind. Besuchen Sie (mit anderen Familien) weiträumige Freizeitgelände oder Parks, wo Ihr Kind viel Platz zum Spielen hat.

hoher Anreiz von Fernseher und Computer

Reduzieren Sie die Bildschirmzeit in der Regel auf eine Stunde am Tag – legen Sie auch bildschirmfreie Tage ein. Bieten Sie interessante Alternativen an, zum Beispiel etwas basteln oder malen. Seien Sie Vorbild und bekunden Sie selbst ein reichhaltiges Freizeitinteresse. Machen Sie gemeinsame Ausflüge in Museen, Zoos, Aquarien, Waldspaziergänge, Fitnesspfade, Radtouren etc. und gestehen Sie Ihrem Kind dabei so viel Selbstständigkeit wir möglich zu.
Berufstätigkeit beider Eltern, so dass Ihr Kind allein zu Hause bleiben oder bis in den Nachmittag hinein in Ganztagseinrichtungen untergebracht werden mussNutzen Sie unbedingt die Ferien oder Feiertage und die Wochenenden, und nehmen Sie sich Zeit für die Freizeitgestaltung. Führen Sie regelmäßige Oma-/Opa-Tage ein, an denen etwas Besonderes unternommen wird. Nehmen Sie Kontakt zu Nachbarn (mit Kindern) auf und unterstützen Sie sich gegenseitig.

Eigene Probleme zu lösen, kann Ihr Kind stark machen

Diese immer öfter fehlenden Freiräume und Abenteuer ganz ohne die Kontrolle der Eltern zu erleben, bedeutet für die kindliche Entwicklung eine gravierende Veränderung. Die Erfahrung, schwierige Situationen selber zu bewältigen, sich gegenseitig zu unterstützen und ohne die Hilfe von Erwachsenen Probleme zu lösen (zum Beispiel nach einem Fahrradausflug wieder nach Hause zu finden), fehlt heute den meisten Grundschulkindern. Dabei sind solche Erlebnisse wichtige Meilensteine für Ihr Kind, die es stark machen. Untersuchungen zeigen beispielsweise, dass besonders überbehütete Kinder es später schwer haben, sich gegenüber anderen durchzusetzen. Sie haben zu selten erlebt, dass ihre eigenen Fähigkeiten und Stärken sie weiterbringen. Dadurch werden gerade solche Kinder zum Beispiel auch vermehrt Opfer von Mobbing-Attacken.