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Besser konzentrieren: Übungen und Tests für zu Hause

Ich finde es ganz schön anspruchsvoll, was unsere Kinder Tag für Tag in der Schule leisten müssen! Kein Wunder, dass ihre Konzentrations- und Aufmerksamkeitsleistungen unter diesen Anforderungen stark beansprucht werden. Damit ein Kind diese Hochleistungen regelmäßig erbringen kann, muss es, wie im Sport auch, gut trainiert sein. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

5 Konzentrationsfallen und Übungen, um diese zu überwinden

 1. Ihr Kind wird mit einer Tätigkeit oder einem Thema konfrontiert, für das es sich überhaupt nicht interessiert.

Beispiel: Ihr Kind hat sich in der Schule einem Projekt angeschlossen, das „Die Straße, in der ich wohne“ heißt. Dabei hat Ihr Kind sich vorgestellt, dass die Gruppe irgendetwas in einer Wohnstraße macht, zum Beispiel die Eltern besucht oder Spielplätze ausprobiert. Stattdessen sollen nun alle Kinder eine Geschichte über ihre Straße schreiben. Ihr Kind schreibt nicht besonders gerne, ist enttäuscht und verliert sein Interesse. Es kann sich auf die Aufgabe nicht konzentrieren und liefert eine schlechte Geschichte ab.

Übung: Um die Konzentrationsfähigkeit Ihres Kindes für solche Situationen zu trainieren, müssen Sie zu Hause ähnliche Situationen schaffen. Locken Sie Ihr Kind zum Beispiel mit einem gemeinsamen Spieleabend. Wählen Sie dann bewusst ein Spiel, bei dem Ihr Kind sich anstrengen muss, vielleicht das Lern-Spiel „Ratz Fatz ist Weihnachten“, ein Memory oder ein klassisches Konzentrationsspiel wie „Ich packe meinen Koffer …“.  Versuchen Sie, Ihr Kind dazu zu bringen, dieses Spiel trotz der Herausforderung  durchzuhalten. Ist es gelungen, sollten Sie mit Lob nicht sparen und Ihrem Kind signalisieren, wie toll Sie sein Verhalten finden.

 2. Ihr Kind fühlt sich unterfordert, es macht Flüchtigkeitsfehler, weil es die Aufgabe nicht ernst nimmt. 

Beispiel: Ihr Kind schreibt eine Mathe-Arbeit zu einem Thema, das ihm leicht fällt. Es ist zuversichtlich, dass die Aufgaben einfach zu lösen sein werden. Während der Arbeit überfliegt es die Aufgabenstellungen nur oberflächlich. Bei seinen Rechnungen verwechselt es dann häufig die Vorzeichen, überliest Fragestellungen und kommt so zu falschen Ergebnissen, was ihm eine schlechte Note einbringt.

Übung: Um dieses oberflächliche, unkonzentrierte Arbeitsverhalten abzustellen, benötigt Ihr Kind Aufgaben, bei denen Fehler sofortige Auswirkungen haben. Lassen Sie Ihr Kind beispielsweise in der Vorweihnachtszeit den Plätzchenteig selber zusammenrühren. Geben Sie ihm eine Liste mit den notwendigen Zutaten und den genauen Maßeinheiten. Nur wenn Ihr Kind sich genau an die Anleitung hält, werden die Plätzchen genießbar sein. Aber Achtung: Kontrollieren Sie nicht jeden einzelnen Schritt, sondern lassen Sie Ihr Kind selber erfahren, welche Auswirkungen falsche Zutatenmengen haben können!

 3. Ihr Kind kann mit Konkurrenz nicht gut umgehen; es ist schnell frustriert und schaltet ab, wenn andere besser sind.

Beispiel: Beim Wettvorlesen in der Klasse ist Ihr Kind anfangs mit Feuereifer dabei. Sobald es jedoch bemerkt, dass andere Kinder genauso gut oder besser lesen, hört es auf, sich zu konzentrieren. Es liest holprig, lässt einzelne Wörter aus und verrutscht in den Zeilen.

Übung: Spornen Sie Ihr Kind zu weihnachtlichen Wettkämpfen an, zum Beispiel: Wer bemalt die schönste Christbaumkugel, wer bastelt die meisten Sterne oder wer verziert die schönste Kerze mit farbigem Wachs? Loben Sie dann immer wieder mal die Arbeiten der anderen Kinder, um die Frustrationstoleranz Ihres Kindes auf die Probe zu stellen. Lassen Sie jedoch nicht zu, dass es seine Bastelarbeit frühzeitig beendet oder nicht mehr sorgfältig arbeitet.

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