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Das Rechnen mit Brüchen ist im Alltag nahezu überall präsent. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihrem Kind die Grundlagen von Zähler und Nenner besser vermitteln können
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So versteht und übt Ihr Kind das Bruchrechnen im Alltag

Bruchrechnen verstehen

Im Leben dreht sich vieles um Mathematik, und das Rechnen mit Brüchen ist im Alltag nahezu überall präsent. Die meisten Kinder wissen das jedoch nicht. Sie erleben das Bruchrechnen in der Schule als schwierig und kompliziert. Je mehr es Ihnen gelingt, das Bruchrechnen von der abstrakten Sichtweise hin zum Alltagsrechnen zu verschieben, desto größer wird die Motivation Ihres Kindes, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Brüche als Bestandteil vieler Alltagserfahrungen

Das Bruchrechnen ist laut Lehrplan erst nach der Grundschule vorgesehen, trotzdem beginnen viele Lehrer schon in der 4. Klasse damit, ihren Schülern die Grundlagen für den Mathematik-Unterricht beizubringen. Solange die Kinder damit nicht überfordert sind, ist diese Vorgehensweise durchaus sinnvoll. Brüche sind nämlich nichts Abstraktes, sondern Bestandteil vieler Alltagserfahrungen. Das können Sie Ihrem Kind auch zu Hause wunderbar vermitteln.

  • Erklären Sie es so: Brüche sind Teile von einem Ganzen!

So erklären Sie Ihrem Kind das Bruchrechen – in 3 Schritten:

1. Schritt: Ihr Kind lernt, Brüche zu erkennen

Ihr Kind muss zunächst gar nicht wissen, wie die beiden Teile eines Bruchs (Zähler und Nenner) heißen, um Brüche zu erkennen - sonst bleibt das Bruchrechnen eine Fremdsprache für Ihr Kind! In vielen Alltagssituationen können Sie Brüche mit Ihrem Kind suchen und finden. Zum Beispiel:

  • beim Lesen der Uhr (halb drei)
  • beim Zerteilen einer Pizza in vier oder acht Stücke
  • beim Aufteilen einer Tafel Schokolade auf mehrere Personen
  • beim Verteilen der Nudelportionen beim Mittagessen auf vier Personen
  • beim Einteilen der Gummibärchenration (die Hälfte vor und die Hälfte nach den Hausaufgaben)
  • Zehntel- oder Hundertstelsekunden beim 100-Meter-Lauf
  • halbierte Preise im Schlussverkauf

Aufgabe für Ihr Kind: Brüche im Alltag erkennen lernen
Lassen Sie Ihr Kind einen Tag lang Brüche suchen, also Teile von einem Ganzen. Am Abend wird gemeinsam überprüft, ob es sich wirklich um Brüche handelt. Für jeden gefundenen Bruch bekommt Ihr Kind eine Belohnung, zum Beispiel Vorleseminuten.

2. Schritt: Ihr Kind lernt, Brüche darzustellen

Als nächsten Schritt in der Kunst des Bruchrechnens soll Ihr Kind lernen, Brüche aufzuschreiben. Dazu muss es nur erkennen, was das Ganze ist und um welchen Teil davon es bei der Darstellung geht. Schneidet es eine Pizza in vier gleich große Teile, so besteht das Ganze aus 4 Teilen. Diese Zahl wird unter den Bruchstrich geschrieben. Nun gibt es 1 Teil der Pizza beispielsweise seinem Bruder. Diese Zahl wird über den Bruchstrich geschrieben. Was der Bruder bekommt, ist also 1/4.

Aufgabe für Ihr Kind: Brüche real darstellen
Malen Sie eine Pizza oder einen Kuchen auf, und lassen Sie Ihr Kind das Bild in acht gleich große Stücke zerschneiden. Es soll erst halbieren und dann die erhaltenen Teile immer wieder halbieren, bis es auf die gewünschte Anzahl kommt. Nun soll es unterschiedliche Brüche damit darstellen. Es nimmt beispielsweise zwei Stücke weg und sagt: „Das sind zwei Achtel von der Pizza/dem Kuchen. In einem zweiten Schritt geben Sie Ihrem Kind die Aufgabe: „Gib mir drei Achtel von der Pizza/dem Kuchen“.

3. Schritt: Ihr Kind lernt, Brüche zu schreiben

Eselsbrücke zum merken von Zähler und Nenner

Nachdem Ihr Kind nun Brüche erkennen und auch verbal benennen kann, ist es an der Zeit, sie auch zu schreiben.

Dazu muss es nun lernen, dass über dem Bruchstrich der Zähler steht und unter dem Bruchstrich der Nenner. Der Nenner besagt, in wie viele Teile das Ganze zerteilt wurde und der Zähler gibt an, wie viele Teile des Ganzen es sind.

Vielleicht hilft Ihrem Kind auch diese Eselsbrücke (siehe Foto): oben Z(ähler) und unten N(enner).

 

Übung: Ihr Kind soll nun die folgenden Brüche benennen und notieren

Übung: Ihr Kind soll nun die folgenden Brüche benennen und notieren

Lösung:

Vertiefen Sie dieses Wissen, damit die Grundlagen bei Ihrem Kind „sitzen“

Damit Ihr Kind später auch sicher mit Brüchen rechnen kann, müssen die Grundlagen „sitzen“. Erst wenn die Darstellung von Brüchen problemlos gelingt, ist Ihr Kind so weit, auch die weiteren Schritte des Bruchrechnens zu erlernen. Nutzen Sie also jede Gelegenheit im Alltag, Brüche zu erkennen und zu benennen. Auch die Bezeichnung von Zähler und Nenner sollte Ihr Kind im Schlaf beherrschen.

 

 

 

 

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Kommentare zu "So versteht und übt Ihr Kind das Bruchrechnen im Alltag"
  • Marlene schreibt am 27.03.2014

    Toll! Anschaulich, und sehr hilfreich. Vielen Dank, Frau Reimann-Höhn!
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