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Wie Sie Ihrem Kind das Prinzip des Einmaleins und der Multiplikation am besten erklären und vermitteln können, erfahren Sie hier.
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So verdeutlichen Sie Ihrem Kind das Prinzip der Multiplikation

Multiplikation üben

Bevor Ihr Kind die schwierigen Aufgaben des kleinen Einmaleins lösen kann, muss es erst einmal verstehen, was Multiplizieren eigentlich bedeutet. Am besten ist es, Ihr Kind findet selbst heraus, dass die Multiplikation eine Arbeitserleichterung ist. Wie das gelingen kann, erfahren Sie in diesem Beitrag. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Das Konzept der Multiplikation

Dieses Konzept begegnet Ihnen und Ihrem Kind im Alltag an vielen Orten. Besonders bei Kindern mit einer Abneigung gegen das Rechnen macht es Sinn, das Erklären und Üben des Einmaleins nicht am Schreibtisch mit dem Rechenbuch anzugehen. Lernpsychologisch geschickt ist es vielmehr, Orte aufzusuchen, an denen Ihr Kind sich wohlfühlt und die es mag. Im Sommer könnte das beispielsweise eine Blumenwiese oder ein Wald sein. Im Winter tut es auch ein Kaufhaus oder ein Museum.

Geben Sie Ihrem Kind Aufgaben auf

Die meisten Kinder lieben es, Rätsel zu lösen oder Aufgaben gestellt zu bekommen. Sie sind stolz, ihr Wissen zu zeigen und Lösungen zu präsentieren. Diesen Spaß am Lernen können Sie durchaus sinnvoll nutzen, um die Multiplikation vorzubereiten und zu erklären. Fordern Sie Ihr Kind beim gemeinsamen Ausflug auf, ausgewählte Dinge, die möglichst oft vorkommen, zu sammeln.

Auf der Blumenwiese bietet sich vielleicht der Klatschmohn an, im Wald eine besondere Zapfenart oder kleine Äste und in der Stadt Prospekte. Beauftragen Sie Ihr Kind damit festzustellen, wie viele der vereinbarten Dinge es innerhalb von zwei, fünf oder zehn Minuten finden kann.

Halten Sie sich mit Erklärungen vorerst zurück

Fragen Sie Ihr Kind nach Ablauf der Zeit, wie viele Dinge es gefunden hat. Natürlich können Sie dieses Spiel auch zum Wettbewerb gegeneinander oder gegen ein anderes Kind „umfunktionieren“. Ihr Kind wird nun die einzelnen Fundstücke zusammenzählen, um so auf sein Ergebnis zu kommen. Je nach seinen mathematischen Kompetenzen wird das länger dauern oder schneller gehen. Wenn Sie merken, dass Ihr Kind das Addieren langsam mühsam findet, können Sie ihm die folgende Frage stellen: „Hast du eine Idee, wie du schneller zu deinem Ergebnis kommst?“

Alle Ideen sind erlaubt

Vielen Kindern macht es großen Spaß, auf diese Frage mit den unterschiedlichsten Einfällen zu antworten. Nehmen Sie jede Antwort ernst und zeigen Sie, dass Sie das kreative Potenzial zu schätzen wissen. Erst wenn Ihr Kind keine weiteren Ideen hat, können Sie damit beginnen, das Prinzip der Multiplikation zu erklären. Manche Kinder kommen von selbst auf die richtige Erklärung, die meisten benötigen aber etwas Unterstützung.

Bleiben Sie zunächst bei praktischen Beispielen

Im Wald und auf der Wiese ist es einfach, die gesuchten Dinge aufzusammeln und nebeneinanderzulegen. Bitten Sie Ihr Kind, beispielsweise seine zwölf Blumen in einer Reihe nebeneinander auf den Boden zu legen, und anschließend in überschaubare gleich große Grüppchen zu unterteilen. Ihr Kind kann nun Zweier-, Dreier-, Vierer- oder Sechser-Gruppen bilden. Mal angenommen, es entscheidet sich für eine Vierer-Gruppe.

Das könnte dann folgendermaßen aussehen:

Beispiel: Bilden von Vierer-Gruppen

Ihr Kind soll nun wieder feststellen, wie viele Blumen es insgesamt gesammelt hat. Findet es bei dieser Anordnung der Blumen den Weg der Multiplikation selbst heraus? Wenn nicht, können Sie helfen. Kreisen Sie jeweils vier der Blüten ein, und verdeutlichen Sie so, dass hier dreimal die gleiche Menge an Blüten liegt. Anstatt 4 + 4 + 4 zu zählen, kann Ihr Kind nun die Rechnung 3 · 4 erkennen. Dabei geht es noch nicht darum, das Ergebnis auszurechnen. Zunächst soll Ihr Kind einfach nur verstehen, wie es Multiplikationsaufgaben selbst entwickeln kann.

Wiederholen Sie solche Aufgaben, so oft es geht

Es reicht in den meisten Fällen nicht aus, einem Kind das Prinzip der Multiplikation nur einmal zu erklären. Wiederholen Sie also diese und ähnliche Anordnungen von Dingen oder Gegenständen, sodass Ihr Kind immer wieder überlegen muss, wie eine Malaufgabeheißen könnte. Das geht beispielsweise mit den folgenden Bildern, bei denen Ihr Kind die richtige Aufgabe einsetzen soll.

 

Beispielaufgaben zum rechnen

Aufgabe A:
Schreibe die Rechnung kürzer

Beispielaufgabe A: Schreibe die Rechnung kürzer!
Aufgabe B: 
Schreibe die Plusaufgabe und die Malaufgabe
Beispielaufgabe B: Schreibe die Plusaufgabe und die Malaufgabe
Aufgabe C: 
Schreibe die Plusaufgabe und die Malaufgabe
"Lukas bekommt von seiner Mutter, seinem
Vater und seinem Bruder jeweils fünf
Sammelbilder geschenkt.
"
Aufgabe D: 
Schreibe bei jedem Mädchen die Plusaufgabe und die Malaufgabe.
"Lara und Leonie sammeln im Herbst Kastanien.
Lara findet unter jedem der sechs Bäume im
Garten vier Kastanien und Leonie unter jedem
der sechs Bäume zwei Kastanien.
"

Lösungen zu den Beispielaufgaben:

  • Lösung zu Aufgabe A:
    Kürzere Rechnung zu Bild 1: 3 · 3
    Kürzere Rechnung zu Bild 2: 3 · 4
  • Lösung zu Aufgabe B:
    Plus- & Malaufgabe zu Bild 1: 2 + 2 + 2 oder 3 · 2
    Plus- & Malaufgabe zu Bild 2: 4 + 4 + 4 + 4 oder 4 · 4
  • Lösung zu Aufgabe C:
    Plusaufgabe: 5 + 5 + 5
    Malaufgabe: 3 · 5
  • Lösung zu Aufgabe D:
    Plus- & Malaufgabe zu Lara: 4 + 4 + 4 + 4 + 4 + 4 oder 6 · 4
    Plus- & Malaufgabe zu Leonie: 2 + 2 + 2 + 2 + 2 + 2 oder 6 · 2
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