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Pubertierende lügen
© Jelena Ivanovic

Mein Teenager lügt! Was soll ich tun?

Wie Sie mit Lügen umgehen sollten

„Lügen haben kurze Beine“, lautet ein viel zitiertes Sprichwort, als ob man Lügen an der Körpersprache eines Heranwachsenden erkennen kann. Wichtiger ist es jedoch, die Gründe herauszufinden, warum die Pubertierenden lügen. Nur dann wissen Sie, ob und wie Sie handeln müssen. Einige interessante Denkanstöße dazu lesen Sie in diesem Artikel. 

Expertenrat von 
Dr. Jan-Uwe Rogge, Familienberater und Bestsellerautor

Um Ihnen die Vielfalt des Lügens in der Pubertät zu verdeutlichen und Ihnen damit auch die unterschiedlichen erzieherischen Interventionen nahezulegen, stelle ich Ihnen vier „Lügen-Typen“ vor.

Lügen und Ihre Ursachen

Fantasievolle Lügen

Da ist der zwölfjährige Frederik, der, so seine Eltern, „das Blaue vom Himmel herunterlügt“. Der habe eine blühende Phantasie, „unglaublich“, so seine Mutter: „Der könnte mal Romane schreiben, wahnsinniger, verrückter als Harry Potter.“ Und der Vater ergänzt, dass das früher, als er so fünf oder sechs war, schon so gewesen wäre: „Man konnte ihm kaum etwas glauben, musste sich ständig fragen, ob dass, was er da erzählte, wahr oder nicht wahr war.“ Dann wäre es einige Jahre besser geworden: „Und jetzt hat es den Anschein, als fange alles wieder von vorne an.“

Mein Tipp: Ein Kind durchlebt zwei „Lügenphasen“: eine erste zwischen dem vierten und siebten sowie eine zweite zwischen dem zehnten und 13. Lebensjahr. Kinder und Heranwachsende spielen in diesen Lebensabschnitten mit der Realität. Das bedeutet, dass sie Grenzen überschreiten, indem sie ihrer Fantasie und ihren Träumen nachhängen. Sie katapultieren sich aus der Wirklichkeit und erträumen sich ein „Schlaraffenland“, in dem alles möglich und gestattet ist. Auch wenn diese Phase vorübergeht und das Realitätsprinzip Einzug halten wird, sollte man den Heranwachsenden begleiten. Hören Sie den Geschichten zu, und erfreuen Sie sich an der Fantasie des Kindes.

Lügen aus Angst

Auch die 13-jährige Maike erzählt „Lügengeschichten“. Wenn sie zu spät aus der Schule kommt, dann sind immer andere schuld: der Bus, der nicht fahrplanmäßig gefahren ist, oder die Freundin, der Maike noch helfen musste. Wenn sie eine schlechte Schulnote mit nach Hause bringt, dann deshalb, weil der Lehrer andere Aufgaben stellte als jene, für die sie gelernt habe. Maike hat für fast alles mehr oder minder schlüssige Ausreden, obgleich man spürt, dass diese nicht wahr sind. Spricht man sie darauf an, flippt sie komplett aus. Und wenn man sie, wie Maikes Vater es einmal tat, mit Hausarrest bestraft, um ihr den „Lügenvirus auszutreiben“, dann nimmt sie das klaglos hin. Doch an ihrem Verhalten ändert sich rein gar nichts. Ihr einziger resignierter Kommentar lautet dann: „Macht doch, was ihr wollt. Ihr glaubt mir nicht, weil ihr mich sowieso nicht lieb habt.“

Mein Tipp: An Maike werden offensichtlich zu hohe Anforderungen gestellt, die sie komplett überfordern, Aufgaben und Verpflichtungen, die sie nicht zu erfüllen vermag. Hier macht das Lügen auf eine gespannte Familienbeziehung aufmerksam, und das Lügen ist ein extremer Hilfeschrei. Sie hat das Gefühl, nicht geliebt zu werden. Und das Verhalten von Maikes Vater lässt die Situation für sie nur noch bedrohlicher erscheinen. Maikes Lügen wären ein Anlass, eine Familienberatung aufzusuchen. Allein kommen Familien aus einer solchen Situation selten heraus.

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Kommentare zu "Mein Teenager lügt! Was soll ich tun?"

  • Nathalie schreibt am 13.11.2014

    Hallo Anja,
    ich habe ein fast gleiches Problem mit meinem 13-jährigen Sohn und weiss nicht weiter. Falls Sie einen Tipp bekommen haben, würde ich mich sehr freuen, wenn Sie den Tipp mir weitergeben könnten.

    Herzlichen Dank im Voraus und alles Gute für Sie und Ihren Sohn.
    Nathalie
  • anja schreibt am 29.04.2014

    hallo ihr lieben!!
    mein 14-jähriger sohn erzählt uns, dass in der schule alles läuft, nun hat er einen "blauen" brief bekommen. in 7 (!) fächern steht er auf 5! die lehrer und auch nachhilfelehrerin sagten, ihm falle das lernen sehr leicht. überfordert kann er ja nicht sein! wir bieten ihm hilfe an (nachhilfe u.ä.), er will hilfe (sagt er) und nimmt sie nicht an! er verschweigt ja sogar miese arbeiten....
    a.
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