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Peergroup Freunde in der Pubertät
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Peergroup: Warum Peergroups in der Pubertät so wichtig sind!

Einfluss von Peergroups in der Pubertät

Mit der Einschulung und spätestens in der Pubertät orientieren sich Kinder in Ihrer Entwicklung zunehmend an einer neuen Peergroup - den Gleichaltrigen. Der Einfluss der Eltern nimmt ab. Lesen Sie, wieso Peergroups für Kinder so wichtig sind. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Diese normale und wünschenswerte Entwicklung von Kindern stellt aber sowohl Eltern als auch Kinder vor neue Herausforderungen. Freunde, Cliquen oder Banden, in der wissenschaftlichen Literatur als Peergroups bezeichnet, sind wichtig für die Persönlichkeit, haben aber nicht immer einen positiven Einfluss. Ihr Kind muss das erkennen und lernen, selbst Entscheidungen zu treffen, verantwortungsbewusst zu handeln, sich eventuell gegen eine Gruppenentscheidung zu stellen und sich eine eigene Meinung zu bilden. Das ist nicht leicht und gelingt oft nicht sofort.

Was ist eine Peergroup?

Unter dem Begriff Peergroup versteht man Jugendgruppen, Cliquen oder Banden, die das Verhalten von Kindern und Jugendlichen beeinflussen und so großen Einfluss auf die Entwicklung von Persönlichkeit und Identität nehmen.

Eine Peergroup zeichnet sich aus durch...

  • gleichaltrige Gruppenmitglieder
  • eine räumliche Nähe
  • ähnliche Interessen (z. B. Musik, Sport)
  • Abgrenzung zur Erwachsenenwelt (z. B. Frisur, Kleidung)
  • meist eine Hierarchie innerhalb der Gruppe (Anführer)
  • große Bedeutung für das Kind
  • häufig Entwicklung eines eigenen Sprachstils

Innerhalb der Peergroup gelten andere Regeln als in der Familie!

Eine Gruppe setzt sich aus sehr unterschiedlichen Kindern zusammen, deren Familien jeweils andere Schwerpunkte im Leben setzen. Das wird Ihr Kind in vielen Situationen erleben. Vielleicht lehnt die Peergroup das Lernen ab (wer lernt, ist ein Streber), macht sich über andere Kinder lustig (Sensibelchen) oder neigt zu gefährlichen Mutproben (Mitglieder müssen etwas klauen). Schnell kann sich Ihr Kind also in einer Situation wiederfinden, in der es sich zwischen zwei Wertesystemen entscheiden muss: dem seiner Familie und dem der Gruppe. Nicht leicht! Doch für das Erwachsenwerden bzw. die Loslösung vom Elternhaus ist die Peergroup unverzichtbar.

Elterlichen Einfluss erhöhen? Verbote bringen nichts!

Zur Ausformung der eigenen Persönlichkeit benötigen Kinder Reibungsflächen und Vorbilder auf Augenhöhe. Gleichaltrige in der Schule oder im Freizeitbereich bieten ihnen das, ohne die Sicherheit der Kernfamilie zu verlassen, besonders bei sechs- bis Zwölfjährigen. Sehen Sie daher Freundschaften und Auseinandersetzungen Ihres Kindes mit Gleichaltrigen als Chance, seine Persönlichkeit zu entwickeln. Aber bleiben Sie wachsam.

Konflikte in der Peergroup: Seien Sie während der Pubertät stets gesprächsbereit!

Natürlich kann es jederzeit zu Konflikten kommen, die Ihr Kind überfordern, denn nicht immer wirkt sich eine Peergroup positiv aus. Peers können eine Chance oder ein Risiko sein. Im negativen Fall braucht Ihr Kind den Rückhalt der Familie, muss sich austauschen und gemeinsam über Lösungen nachdenken können, um dem Gruppendruck durch die Peergroup zu widerstehen. Dabei sollten Sie Ihr Kind unbedingt ernst nehmen, auch wenn Ihnen selbst der Konflikt lächerlich oder unbedeutend erscheint. Im Gespräch kann Ihr Kind Vor- und Nachteile abwägen sowie Lösungsmöglichkeiten durchspielen.

Lernen: Wenn die Peergroup Schulerfolg ablehnt

In manchen Freundeskreisen haben gute Noten keinen hohen Stellenwert, das setzt leistungsstarke Schüler unter Druck. Schlimmstenfalls schämen sie sich ihrer Erfolge. Wenn die Schulnoten in der Peergroup, insbesondere unter Teenagern, als uncool gelten, lassen sich manche Kinder davon beeinflussen und schöpfen ihr Potenzial nicht mehr aus. In diesem Fall sollten Eltern unbedingt eingreifen, damit sich ihr Kind nicht gemeinsam mit der Peergroup von der Schule abgrenzt. Seien Sie gesprächsbereit und zeigen Sie Ihrem Kind durch Lob und Anerkennung den Wert seiner Anstrengung. Sie bilden dadurch ein kontinuierliches Gegengewicht, das auf Dauer den Wert vom Schulerfolg wieder steigen lässt.

Peergroup: So können Sie Ihr Kind vor negativem Einfluss schützen

Grundschüler sind noch sehr auf ihre Eltern fixiert und lassen sich vergleichsweise leicht lenken. Das gelingt aber nur, wenn ein enger Kontakt zu Mutter oder Vater besteht und dem Kind viele interessante Alternativen zur Peergroup angeboten werden. Um sich von den negativen Einflüssen abzugrenzen, eignen sich am besten Freizeitangebote. Suchen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind nach neuen Betätigungsfeldern, in denen es ohne die alte Gruppe Spaß hat. Treffen Sie sich mit anderen Familien, wecken Sie neue Interessen, und bleiben Sie stets gesprächsbereit. Mit der Zeit bilden sich neue Freundschaften, und die alte Gruppe verliert an Einfluss.

 

 

 

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