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Verwöhntes Kind
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Verwöhnen: Weniger ist manchmal mehr in der Erziehung!

Wenn Eltern das Wort "Verwöhnen" hören, denken sie schnell an unerzogene Kinder, die alles haben wollen. Wird ein Kind jedoch auf die richtige Weise verwöhnt, wird es dadurch stark und fühlt sich geborgen. Doch wie verwöhnt man richtig? 

Expertenrat von 
Dr. Martina Hahn-Hübner, Gesundheits-Expertin, Medizinjournalistin

6 Tipps: So schaffen Sie es Ihr Kind weniger zu verwöhnen!

Aber was, wenn Sie sich schon in der Verwöhn-Falle befinden? Immerhin geht das schneller, als mancher denkt. Das liegt schon daran, dass auch wir Eltern, die wir doch eigentlich unser Kind kennen sollten, die Geschwindigkeit unterschätzen, mit der es sich entwickelt. Aber keine Angst, Sie können dieser Falle entkommen: mit relativ unspektakulären Schritten. Wichtig dabei ist nur, dass Sie in der Kindererziehung konsequent bleiben und Ihre neue Methode auch durchziehen.

1. Beginnen Sie langsam, mit dem "weniger Verwöhnen".

Es wäre falsch, einem Kind, dem alles erlaubt wurde und das alles bekommt, von heute auf morgen einem anderen Verhalten auszusetzen. Gerade Kleinkinder würden sich dann schnell ungeliebt fühlen. Haben Sie Ihrem Kind zum Beispiel bei jedem Einkauf etwas mit in den Wagen gelegt, und verlangt es nun regelrecht danach? Beginnen Sie damit, diese Zusatzeinkäufe auf jeden zweiten Einkauf herunterzuschrauben. Danach gibt es nur noch jedes dritte Mal etwas etc.

2. Welche Gegenleistungen soll Ihr Kind erbringen?

Überlegen Sie sich, was Ihnen wichtig ist. Soll Ihr Kind sich beispielsweise selbst anziehen? Oder möchten Sie, dass es sein Zimmer abends, natürlich mit Ihrer Hilfe, wieder aufräumt? Diese eine Regel stellen Sie nun auf und ziehen sie auch durch. Wird sie nicht beachtet, können Sie durchaus eine logische Konsequenz anwenden (wer sich nicht anzieht, kann nicht auf den Spielplatz, Spielzeug, das nicht weggeräumt wird, ist wohl nicht interessant und verschwindet erst mal eine Woche lang).

3. Sprechen Sie Ihr Kind richtig an.

Wenn Sie Ihr Kind auffordern, der aufgestellten Regel nachzukommen, sagen Sie, was Sie wollen, klar und deutlich. Vermeiden Sie also Sätze, die mit „Würdest du vielleicht …“ oder „Könntest du bitte …“ anfangen. Begeben Sie sich dazu auf gleiche Höhe mit Ihrem Kind.

4. Steigern Sie Ihre Anforderungen.

Sie werden merken, nach und nach wird Ihrem Kind die Regel in Fleisch und Blut übergehen. Dann können Sie eine weitere Aufgabe hinzufügen – achten Sie dabei aber darauf, dass sie dem Alter Ihres Kindes entspricht. Wenn es mit der neuen Aufgabe überfordert ist, wird es sie aus lauter Frust schnell verweigern.

5. Leiten Sie Ihr Kind an.

Nach und nach nehmen die Fähigkeiten Ihres Kindes immer mehr zu. So kann schon ein zweijähriges Kind, wir haben es bei unserer Tochter erlebt, Besteck in die Spülmaschine räumen. Später können Sie ihm zeigen, wie man die Teller richtig hineinstellt. So kann Ihr Kind mehr und mehr Aufgaben im Haushalt übernehmen.

6. Lob ist wichtig.

Auch wenn es sich um Dinge handelt, die selbstverständlich sind: Wenn Ihr Kind sie gut gemacht hat, loben Sie es. So motivieren Sie es, das nächste Mal wieder aktiv zu werden.

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