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Hüpfen, springen, auf Bäume klettern – Die Extraportion Sauerstoff tut der ganzen Familie gut und regt die Ausschüttung von Glückshormone an.
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Aktivitäten an der frischen Luft: Ein Spaß für die ganze Familie

5 Ideen zum Weltkindertag

Kinder lieben es, sich zu bewegen. Sie entdecken dabei die Welt um sich herum und auch Stoffwechsel und Kreislauf kommen in Schwung, Kraft und Ausdauer werden gefördert und die Feinmotorik geschult. Diese Extraportion Sauerstoff plus Frühlingssonne tut der ganzen Familie gut und regt die Ausschüttung der körpereigenen Glückshormone an. Also nichts wie raus mit Ihnen!  

Expertenrat von 
Dipl. oec. troph. Marion Jetter, Ernährungsberaterin, freiberufliche Journalistin

Idee 1: Bergwandern

Da ich direkt am Fuße der Alpen wohne, gehört ein Ausflug auf einen der umliegenden Berge natürlich zum Wochenendprogramm – sofern das Wetter mitspielt. Doch obwohl meine beiden Kinder quasi mit den Bergen aufwachsen, bin ich immer wieder überrascht, dass jeder der Ausflüge neue Abenteuer mit sich bringt. Sei es ein rauschender Gebirgsbach, der beim letzten Mal nicht so viel Wasser führte, ein Beerenstrauch, der mit leckeren Früchten übersät ist oder ein Murmeltier, das über die Felsen huscht. In den Bergen gibt es so viel zu entdecken und zu bestaunen – das gilt für kleine und auch für große Kinder. Eine Übernachtung auf einer der zahlreichen Berghütten (Adressen unter www.dav.de) macht den Ausflug natürlich zu etwas ganz Besonderem.

Das sollten Sie beachten

  • Gute Planung: Wer mit Kindern in die Berge aufbricht, sollte die Tour bereits am Vortag geplant haben. Geländekenntnis, gute Karten sowie zusätzliche Informationen über die aktuellen Verhältnisse und das Wetter helfen, später im Gelände keine unliebsamen Überraschungen zu erleben. Mein Tipp: Es muss nicht immer ein Gipfel sein! Für Kinder ist ein See oder eine Hütte/Alm sowieso ein viel interessanteres Ziel.
  • Flexibel sein: Eine gute Tourengliederung hilft, die eigenen Kräfte und die der Kinder besser einzuteilen. Rastplätze und attraktive Wegabschnitte sollten den Kindern angekündigt werden. Sie steigern die Erwartungen und die Vorfreude. Ganz wichtig: Die Planung sollte flexibel sein und jederzeit Verlängerungen und Verkürzungen ermöglichen – je nach Motivation, Witterung und Kondition. Mein Tipp: Beziehen Sie die Wünsche der Kinder in die Planung der Unternehmung von vornherein mit ein.
  • Pausen einplanen: Die Länge der Tour sollte im Kindergartenalter drei bis vier Stunden Gehzeit nicht überschreiten. Schulkinder sind bereits zu Tagestouren in der Lage, wenn die nötigen Ruhephasen eingehalten werden und sie motiviert genug sind. Mein Tipp: Die Zeitangaben in Tourenbüchern und auf Wegweisern entsprechen der Normalgehzeit für Erwachsene. Als Faustformel für das Gehen mit Kindern gilt: 1,5 x Normalgehzeit für Erwachsene = ungefähre Gehzeit mit Kindern.

Meine Tipps für unterwegs

  • Rundwege sind interessanter als Auf- und Abstieg über denselben Weg.
  • Meiden Sie Forststraßen und eintönige Bergwege.
    Kleine Wege und Steige sind viel spannender.
  • Achten Sie auch auf die Entdeckungen der Kinder. Sie nehmen vieles wahr, was Sie übersehen, und wollen dies mitteilen.
  • Geschichten, Sagen und Märchen lassen sich häufig an bestimmte Beobachtungen anknüpfen und überbrücken so manchen „Durchhänger“.
  • Kinder motivieren sich gegenseitig. Sie werden staunen, was Ihre Kinder leisten, wenn sie mit anderen zusammen sind.
  • Tauschen Sie die Rollen, lassen Sie auch mal die Kinder vorausgehen und den Weg suchen. Ältere Kinder können an der Planung und Orientierung beteiligt werden.
  • Bauen Sie Spiele oder Beobachtungsaufgaben in Pausen ein. Kinder erholen sich nicht durch Stillsitzen, sondern durch freies Spielen und Bewegen.
  • Vermitteln Sie den Kindern die Achtung vor der Tier- und Pflanzenwelt. Seien Sie im Umgang mit der Natur ein gutes Vorbild.
  • Kleine Souvenirs (Stein, Fichtenzapfen, leeres Schneckenhaus etc.) dürfen mitgenommen werden. Vielleicht lässt sich später etwas daraus basteln.

 

Idee 2: Klettern

Kinder klettern gerne, wenn man sie lässt. Sie wollen überall hoch, sei es auf Klettergeräte auf Spielplätzen, auf Bäume oder Felsen. Fürs Sportklettern braucht man neben viel Material wie Seile, Karabiner, Klettergurte, Kletterschuhe, auch viel technisches Wissen, um sich nicht in Gefahr zu bringen. Etwas weniger aufwendig ist das sogenannte Bouldern. Adressen finden Sie beispielsweise unter http://www.am-fels.de. Beim „Klettern in Absprunghöhe“ besteht die einzige Sicherung in einer am Boden stehenden Person, dem „Spotter“. Dieser folgt mit den Händen dem Kletterer und sorgt im Fall eines Sturzes für eine kontrollierte Landung. Bouldern kann man grundsätzlich ohne Hilfsmittel. Achten Sie beim Klettern immer auf die Sicherheit! Klettergebiete befinden sich oft in unwegsamem Gelände. Lassen Sie Kinder nicht herumrennen und nur unter Aufsicht und in geringen Höhen klettern. Achten Sie auch auf Steinschlag. Je nach Gebiet benötigen Sie und Ihre Kinder einen Helm. Sensibilisieren Sie die Kinder für die Gefahr von Steinschlag, und lassen Sie sie nie Steine herunterrollen oder -werfen.

Mein Tipp:

Waren Sie mit Ihrem Kind schon mal in einem Kletterwald? Auch diese gibt es deutschlandweit. Die Kinder können (gesichert an Seilen!) durch ganz unterschiedliche Parcours zwischen Baumwipfeln klettern. Jüngere Kinder dürfen nur in Begleitung klettern. Also gehen Sie sicher, dass die Begleitung schwindelfrei ist und keine Höhenangst hat.

Idee 3: Bogenschießen

Ausprobiert haben wir das Bogenschießen das erste Mal auf einer Burg in Südtirol. Dort gab es einen professionellen Parcours, wo die Kinder mit Leihbögen auf 3D-Tiere zielen konnten. Doch es geht auch einfacher, und gerade jüngere Kinder sind richtig stolz, wenn sie ihren eigenen Bogen selber geschnitzt haben. Gut geeignet und zudem leicht zu finden ist der Haselstrauch, noch besser aber ist Esche.

Zielübungen

Damit es nicht zu Unfällen kommt, ist es wichtig, gewisse Regeln einzuhalten – worauf gezielt wird, legen Sie im Vorfeld fest.

  1. Es wird nie – auch nicht zum Spaß – auf Tiere, Pflanzen oder gar Menschen gezielt!
  2. Schießübungen finden immer im gesicherten Gelände statt, damit man sicher sein kann, dass sich niemand im Zielbereich befindet.
  3. Es schießen maximal zwei Personen gleichzeitig. Sie stehen in genügend großem Abstand nebeneinander und unbedingt auf gleicher Höhe.
  4. Wer nicht an der Reihe ist, steht hinter den Schützen.
  5. Pfeile werden erst eingesammelt, wenn alle Pfeile abgeschossen und die Waffen niedergelegt wurden.
  6. Mein Tipp: Damit die Pfeile nicht brechen, sollte man besser auf weiche Zielscheiben schießen.

Idee 4: Eine Nacht unter freiem Himmel

Draußen zu übernachten, ist heute in unserer Kultur etwas Besonderes und für Kinder ein unvergessliches Erlebnis. Vielleicht haben Sie das Glück, ein paar Sterne oder sogar eine Sternschnuppe zu sehen. Wenn Sie vorhaben, mit Ihren Kindern im Freien zu schlafen, sollten Sie es dennoch langsam angehen. Schlechte Erfahrungen können leicht dazu führen, dass die Kinder den Mut verlieren und keine Freude mehr an solchen Unternehmungen haben. Eine Nacht auf dem Balkon, im Garten oder in der Nähe ihres Zuhauses reicht für den Anfang völlig aus. Bleiben Sie bei Ihrem Kind und lassen Sie es nie allein. Packen Sie unbedingt auch das Lieblingskuscheltier ein.

Mein Tipp: Sterne finden

Mit der kostenlosen App „Sky Map“ können Sie Sternebilder identifizieren. Dafür einfach ein Smartphone auf das entsprechende Sternbild ausrichten. Über GPS ermittelt die App den Standort und die Blickrichtung und zeigt dann auf dem Bildschirm die entsprechende Sternkarte mit Namen der Himmelskörper und Sternbilde an. (für Android, kostenlos; Alternative für iOS: Milky Way Sky Maps: 0,99 Euro).

Idee 5: Bachbettwandern

An heißen Sommertagen gibt es nichts Schöneres als eine Bachbettwanderung. Dabei wandert man, wie es der Name sagt, nicht auf einem Weg, sondern direkt im Bach. Auf diese Weise kommt man zwar nur langsam vorwärts, aber dafür macht es umso mehr Spaß. Zudem ist es für die Koordination ziemlich anspruchsvoll, muss man doch balancieren, klettern, springen, schwimmen und zudem immer vorausschauend überlegen, wo der beste Weg hindurchführt.

Gut zu wissen

  • Grundsätzlich eignen sich viele Bäche. Je naturbelassener der Bach, desto abwechslungsreicher wird die Tour.
  • Achten Sie bei der Planung darauf, dass das Gelände nicht zu steil ist, damit die Kinder es bewältigen können und Sie den Bach im Notfall wieder verlassen können.
  • Gehen Sie auch nicht in einem Bach wandern, wenn Gewitter oder starke Regenfälle vorhergesagt sind. Bedenken Sie, dass bereits eine relativ schwache Strömung ein Kind mitreißen kann.
  • Achten Sie auf gutes Schuhwerk. Ideal sind Trekkingsandalen mit griffiger Sohle. Auch schnell trocknende Trekkingschuhe eignen sich.

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