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Kind mit Asperger-Syndrom sitzt vor einer Blauen Wand und spielt lieber mit einer Schnur als mit einem Spielzeugauto
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Asperger-Syndrom bei Kindern Warnsignale die Sie beachten sollten

Entwicklungsstörung bei Kindern

Peter ist anders: Für ihn besteht die Welt aus Formen und Strukturen. Im Kontakt mit anderen tut sich Peter schwer. Er ist ein Asperger-Kind. Lesen Sie hier, was es mit dieser Entwicklungsstörung auf sich hat und auf welche Warnsignale Sie achten sollten. 

Silke Lemhöfer, Heilpraktikerin und Dozentin
Expertenrat von 
Silke Lemhöfer, Heilpraktikerin und Dozentin

Das Asperger-Syndrom

Wenn sich ein Kind in den ersten Lebensjahren nicht für seine Mitmenschen interessiert, heißt es wachsam sein. Denn das könnte ein Hinweis auf das „Asperger-Syndrom“ sein. Diese tiefgreifende Entwicklungsstörung, die manchmal auch als eine „leichtere“ Form des Autismus bezeichnet wird, wurde1944 von dem Wiener Kinderarzt Hans Asperger beschrieben.

Schätzungen zufolge ist etwa jedes 200. Kind betroffen, Jungen häufiger als Mädchen. Es gibt leichte Formen, die oft unerkannt bleiben, ebenso wie schwere Störungen, die die betroffenen Kinder stark in ihrem Leben einschränken. Die Ursache ist noch unklar. Da das Asperger-Syndrom in manchen Familien gehäuft auftritt, wird eine erbliche Veranlagung angenommen.

Kinder mit Asperger-Syndrom

  • können sich schwer in andere Menschen einfühlen,
  • tun sich schwer, Kontakt aufzunehmen und Freundschaften zu schließen,
  • spielen bevorzugt allein,
  • meiden gemeinsame Aktivitäten mit anderen,
  • haben einen ausgeprägten Ordnungssinn,
  • sind normal bis besonders intelligent,
  • sind oft motorisch ungeschickt,
  • haben häufig auffallende Begabungen, 
    z. B. für Mathematik oder Geografie, und beschäftigen sich intensiv damit.

Auf diese ersten Warnzeichen sollten Sie achten

Wirklich erkennen und diagnostizieren kann man das Asperger-Syndrom erst im Alter von vier bis sechs Jahren. Dennoch gibt es frühe Anzeichen, die Sie hellhörig werden lassen sollten:

Ihr Baby

  • lächelt Sie nicht an,
  • nimmt keinen Blickkontakt auf,
  • hat kein Interesse an anderen Menschen.

Spätestens beim Eintritt in den Kindergarten fällt Ihnen auf:

Ihr Kind

  • ist auffallend schüchtern und zieht sich zurück,
  • reagiert heftig auf Veränderungen im gewohnten Ablauf,
  • ist fast pedantisch ordentlich,
  • zeigt auffallende Begabungen.

Typische Anzeichen für das Asperger-Syndrom

Im Gegensatz zu autistischen Kindern lernen Asperger-Kinder oft früh das Sprechen. Dennoch haben sie Kommunikationsschwierigkeiten, da sie unausgesprochene zwischenmenschliche Signale nicht erkennen und nicht richtig deuten können.

Mit Ironie oder Andeutungen zum Beispiel können sie nicht umgehen, da sie alles wörtlich nehmen. Emotionen können sie zwar verstehen, aber nur dann, wenn sie ihnen deutlich erklärt werden.

Ein weiteres Problem für Asperger-Kinder ist, dass sie Gefühle nicht vom Gesichtsausdruck eines anderen Menschen ablesen oder aus seinem Tonfall heraushören können. So erkennen sie beispielsweise nicht, wenn die Eltern oder Lehrer ärgerlich sind. Sie ecken daher schnell mit anderen an und gelten als Störenfriede, Eigenbrötler oder schwer erziehbar.

Wann Sie mit Ihrem Kind zum Arzt gehen sollten

 

Falls Sie Ihr Kind in dem einen oder anderen Punkt wiedererkennen, ist das zunächst kein Grund zur Panik. Ob Ihr Kind einfach nur schüchtern und etwas eigenbrötlerisch ist oder tatsächlich eine leichte Form des Asperger-Syndroms hat, ist selbst für Fachleute häufig schwer festzustellen. Denn die Grenzen bei autistischen Störungen sind fließend. Dazu kommt, dass alle hier beschriebenen Symptome auch andere Ursachen haben können.

Grundsätzlich gilt: Solange Ihr Kind im Alltag gut klarkommt und keine großen Beeinträchtigungen im Familienleben, in der Schule oder im Freundeskreis hat, müssen Sie erst mal nichts unternehmen. Wenn es allerdings Probleme hat, sollten Sie sich nicht scheuen, Ihren Kinderarzt anzusprechen, der Sie an geeignete Stellen überweisen wird.

Was Sie sonst noch tun können

Asperger-Kinder sind oft ganz wunderbare, facettenreiche kleine Persönlichkeiten. Die erste und größte Herausforderung für Sie als Eltern ist, Ihr Kind in seiner Eigenheit zu akzeptieren, zu schätzen und im Rahmen seiner individuellen Begabungen zu fördern:

  • Für Kinder mit Asperger-Syndrom kommen verschiedene Therapien in Frage. Bewährt haben sich z. B. ein Kompetenztraining mit Rollenspielen und die Ergotherapie.
  • Besuchen Sie spezielle Elternschulungen, um die Krankheit Ihres Kindes zu verstehen und zu lernen, mit dem oft eigenwilligen Verhalten Ihres Kindes richtig umzugehen.
  • Ihre Aufgabe als Eltern ist es, Ihrem Kind den normalen sozialen Umgang beizubringen. Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es andere Menschen begrüßen soll (z. B. „Hallo“ sagen). Erklären Sie ihm die üblichen sozialen Gesten wie etwa einander anlächeln oder die Hand schütteln.
  • Erklären Sie ihm genau, warum es Regeln einhalten muss und welche Folgen ein bestimmtes Verhalten für andere hat. Bedenken Sie immer, dass sich Ihr Kind nicht in andere Menschen einfühlen kann und solche Erklärungen deshalb braucht.
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