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Ich-Kompetenz fördern
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Ich-Kompetenz stärken: So fördern Sie das Selbstbewusstsein Ihres Kindes!

Kompetenzen fördern

Eine schwach ausgeprägte Ich-Kompetenz verhindert, dass Ihr Kind seine eigene Persönlichkeit entfaltet. Es hat Schwierigkeiten, sich im Unterricht einzubringen, seine Meinung zu vertreten und sich durchzusetzen. Für mehr Selbstbewusstsein und Sicherheit im Umgang mit Klassenkameraden wie auch mit Lehrern können Sie die Ich-Kompetenz spielerisch fördern. Die folgenden Tipps helfen Ihnen dabei. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Ich-Kompetenz bei Kindern

Die Ich-Kompetenz eines Kindes bedeutet, dass es erkennt, ein eigener Mensch mit Wünschen, Zielen, Bedürfnissen und Interessen zu sein. Damit grenzt es sich von anderen ab, sowohl von engen Bezugspersonen wie den Eltern als auch von entfernteren Personen wie Lehrern, Freunden oder sogar Fremden. Das kostet Kraft, erfordert Mut und persönlichen Einsatz. Doch diese Autonomieerfahrung müssen Kinder in vielen Lebensbereichen machen können. Damit Ihr Kind den Mut fasst, sich gegen andere zu behaupten (zum Beispiel sich im Unterricht zu melden), braucht es dabei Erfolgserlebnisse.

1. Ich-Kompetenz stärken, indem Sie Leistungen regelmäßig anerkennen!

Wertschätzung, Respekt und Lob für geleistete Arbeit tun Ihrem Kind sehr gut. Gerade Schulkinder, die sich täglich mit Autorität (Lehrer) und Konkurrenz (Mitschüler) auseinandersetzen müssen, brauchen viel Wertschätzung ihrer Arbeit. Fragen Sie sich, ob Sie die Leistungen Ihres Kindes oft genug anerkennen. Mindestens einmal am Tag sollte Ihr Kind von Ihnen hören, dass es etwas gut gemacht hat.

Beispiel: Rebecca wirft für ihren Hund einen Stock auf die Wiese.

  • Nicht gut:Pass auf, dass du die neuen Schuhe nicht total verdreckst!
    Gut:Super, wie weit du schon werfen kannst!

2. Fragen Sie Ihr Kind nach seiner Meinung

Geben Sie Ihrem Kind das Gefühl, wichtig zu sein. Es bieten sich jeden Tag viele Gelegenheiten, bei denen Ihr Kind Entscheidungen mit treffen kann. Zum Beispiel:

  • Was wollen wir morgen essen?
  • Um wie viel Uhr gehen wir zur Apotheke?
  • Wann wollen wir die Oma besuchen?
  • Um wie viel Uhr beginnst du mit den Hausaufgaben?
  • Was schenken wir Tante Karin zum Geburtstag?

Fragen Sie nach, und nehmen Sie die Vorschläge Ihres Kindes, wenn möglich, ernst. So lernt es, dass seine Meinung einen Wert hat und es sich lohnt, diese Meinung kundzutun. Das überträgt sich auch auf die Schule.

3. Lassen Sie Ihrem Kind Freiräume, um die Ich-Kompetenz zu fördern

Kinder brauchen unbedingt Zeiten und Orte, zu/an denen sie allein oder mit Freunden ohne die ständige Aufsicht der Eltern spielen können. Unkontrolliert und unbeobachtet zu sein und dies auch zu wissen, schärft das Verantwortungsgefühl Ihres Kindes für das, was es tut. Sie sollten also nicht unaufgefordert ins Kinderzimmer platzen, wenn Freunde zum Spielen da sind. Auch im Außenbereich wäre es gut, wenn Kinder einen eigenen, unbeobachteten Spielort hätten.

4. Ich-Kompetenz durch das Übertragen von Verantwortung steigern

Autonomie kann nur entstehen, wenn Kinder selber Entscheidungen treffen dürfen und dann auch die Konsequenzen tragen. Schon früh sollten Kinder Verantwortung übernehmen – allerdings nur in dem Maße, wie sie sie auch verkraften können.

  • Kontrollieren Sie nicht täglich die Hausaufgaben, sondern lassen Sie Ihr Kind selber erfahren, was passiert, wenn es sie nicht macht.
  • Bieten Sie Ihrem Kind bei Kälte Handschuhe und Mütze an, aber lassen sie es ruhig auch mal frieren, wenn es sie auf keinen Fall anziehen möchte.
  • Lassen Sie Ihr Kind beim Kinderarzt selber sagen, was ihm wehtut.
  • Lassen Sie Ihr Kind auch das abendliche Waschen oder Zähneputzen immer stärker eigenverantwortlich erledigen.

5. Vergleichen Sie Ihr Kind nicht mit anderen

Kinder sind einzigartige Wesen, trotzdem neigen Eltern dazu, sie in manchen Situationen mit anderen zu vergleichen: „Der Sammy ist viel höflicher als du!“ Solche Bemerkungen schwächen das Selbstbewusstsein. Besser wäre zu sagen, was Sie sich wünschen: „Ich fände es toll, wenn du ein bisschen höflicher wärst und bitte oder danke sagst.“ Besonders bei schulischen Leistungen sind Vergleiche beschämend, denn oft haben die schlechten Noten nur wenig mit der dahinterstehenden Anstrengung zu tun. Die bessere Note des Freundes bedeutet nicht immer, dass er sich auch gründlicher vorbereitet hat.

  • Übung für mehr Ich-Kompetenz:
    Diskutieren Sie ein Thema, das Ihr Kind besonders betrifft. Zum Beispiel: Alle Kinder sollten auch am Wochenende in die Schule gehen, damit sie mehr lernen. Vertreten Sie ausdauernd diese Gegenmeinung, damit Ihr Kind sich richtig anstrengen muss, um seinen Standpunkt zu begründen.

Positive Auswirkungen einer ausgeprägten Ich-Kompetenz in der Schule

  • Ihr Kind traut sich zu, seine Meinung zu sagen. Das hilft bei der mündlichen Mitarbeit.
  • Ihr Kind hat keine Angst, sich zu melden und vor anderen zu sprechen.
  • Ihr Kind glaubt an sich und an seine Fähigkeit, den Lernstoff zu verstehen.
  • Ihr Kind ist von der Autorität der Lehrer nicht eingeschüchtert.
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