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Lesen Sie in diesem Aktikel, was ein Grundschüler mit seiner Merkfähigkeit leisten kann und mit welchen Tipps Sie seine Konzentration erhöhen können.
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So erhöhen Sie die Merkfähigkeit Ihres Kindes beim Lernen

Merkfähigkeit und Konzentration erhöhen

Ab der ersten Klasse wird Ihr Kind an allgemeinen Leistungsanforderungen gemessen und bewertet. Damit steigt auch der Stellenwert der Merkfähigkeit, um sich Inhalte langfristig zu merken und weiteres Wissen darauf aufbauen zu können. Lesen Sie in diesem Aktikel, was ein Grundschüler mit seiner Merkfähigkeit leisten kann und mit welchen Tipps Sie diese erhöhen können. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Gedächtnis- und Merkfähigkeit: Was muss Ihr Kind können?

Um den hohen Anforderungen der Schule an Erinnerung und Gedächtnisfähigkeiten zu genügen, braucht Ihr Kind unbedingt eine gute Merkfähigkeit, damit die wichtigen Informationen aufgenommen und im Langzeitgedächtnis abgespeichert werden können. Diese Fähigkeit kann jedoch schon durch kleinste Störfaktoren eingeschränkt werden, so dass die Aufmerksamkeit sinkt und das Merken von Informationen beeinträchtigt wird. Im Grundschulalter sind Kinder in der Lage, sich 15 bis 20 Minuten am Stück zu konzentrieren – das können Sie von Ihrem Kind durchaus erwarten. Sowohl im Unterricht, der keine längeren Lernphasen als 20 Minuten beinhalten sollte, als auch zu Hause beim Lernen ist ein 15- bis 20-minütiger Rhythmus eine leistbare Zeitspanne. Danach sollte eine Pause von etwa fünf Minuten folgen, die dann durch noch weitere Konzentrationsphasen plus Pausen erweitert werden kann. Bei Jugendlichen in der Pubertät erhöht sich die Konzentrationsspanne auf durchschnittlich 30 Minuten.

Altersspezifische Konzentrationsspanne

Alterdurchschnittliche
Konzentrationsspanne
5 bis 7 Jahre15 Minuten
7 bis 10 Jahre20 Minuten
10 bis 12 Jahre20 bis 25 Minuten
12 bis 14 Jahre30 Minuten

Es ist allgemein anerkannt, dass sich der körperliche Zustand stets auch auf den Geist und somit auch die Merkfähigkeit auswirkt. Ein krankes, müdes, hungriges oder durstiges Kind lenkt seine Hauptaufmerksamkeit ganz automatisch auf diesen starken Reiz. Seine Konzentration wird von dem körperlichen Verlangen auf Besserung quasi absorbiert, so dass wenig Kapazität für so etwas „Nebensächliches“ wie den Schulstoff vorhanden ist.

Daraus ergibt sich, dass es bestimmte Phasen am Tag gibt, an denen das Lernen besonders gut gelingen sollte und sich so das Merken verbessern lässt. Damit Ihr Kind sich Informationen besser merken kann, ist die Art und Weise des Lernens ausschlaggebend.

5 Tipps, die zu einer Erhöhung der Merkfähigkeit Ihres Kindes beitragen!

  1. Wiederholungen erleichtern und verbessern das Merken. Je häufiger Ihr Kind den Lernstoff wiederholt, desto sicher bleiben die Informationen haften. Wie bei einer Lernkartei haben sich fünf bis sechs Wiederholungsstufen, mit jeweils einem Tag Pause dazwischen, bewährt.
  2. Farben und Formen (Visualisierung) können auch die Gedächtnisleistung erhöhen. Wenn der Lerninhalt schon strukturiert präsentiert wird, gelingt das Erinnern besser. Zum Beispiel: alle Verben rot schreiben und alle Nomen blau.
  3. Eselsbrücken können einen individuellen Zugang zum Lernstoff herstellen und prägen sich als Reim besonders gut im Gedächtnis ein.
  4. Die Wiedergabe oder die Erklärung von Lerninhalten mit eigenen Worten hilft Ihrem Kind, die Aussagen sicher zu verstehen sowie eventuelle Unklarheiten zu erkennen und zu beseitigen.
  5. Geordnete, übersichtliche Schulsachen und ein gleich bleibender Arbeitsplatz führen dazu, dass Ihr Kind schnell mit dem Lernen beginnen kann und keine Energie fürs Suchen verschwenden muss. So lässt sich nicht zuletzt auch die Konzentrationsspanne erhöhen.

Wie funktioniert das Merken in der Schule?

Auf die Lernsituation Ihres Kindes können Sie natürlich nur zu Hause Einfluss nehmen, nicht aber direkt im Unterricht. Einige wichtige Lernfaktoren sind dort häufig nicht gegeben, aber Ihr Kind muss trotzdem aufmerksam sein und sich Lerninhalte merken. Manche der Störfaktoren erfahren Sie erst nach einem ausführlichen Gespräch mit Ihrem Kind, daher sollten Sie regelmäßig nach der Unterrichtssituation fragen. Seien Sie geduldig und erwarten Sie keine schnellen Lösungen! Gehen Sie das Problem systematisch an: Lösen Sie es gemeinsam mit Ihrem Kind und eventuell auch mit Hilfe der Lehrkraft. 

Notieren Sie, was klappt!

In einer Art Lernprotokoll können Sie sporadisch aufschreiben, welche Schwierigkeiten aufgetreten sind und wie Sie sie gemeinsam gelöst haben. Wenn sich Situationen wiederholen, und das kommt immer wieder vor, können Sie so auf positive Strategien zurückgreifen.

Probleme im Unterricht, die die Konzentration und das Merken stören

Schwierige SituationLösungsvorschlag
Ihr Kind wird häufig durch Klassenkameraden und Dauerlärm in seiner Aufmerksamkeit gestört und kann sich daher nur schlecht konzentrieren.Dauerlärm in der Klasse ist für alle Kinder ein Konzentrationskiller. Dieses Problem gehört auf den Elternabend. Sollte Ihr Kind von einem bestimmten Schüler besonders gestört werden, bitten Sie um eine Sitzplatzänderung.
Ihr Kind wird häufig durch Hunger oder Durst abgelenkt und muss bis zur Pause warten, um diese Bedürfnisse zu befriedigen.Ein vollwertiges Frühstück oder Pausenbrot sättigt länger als Weißbrot, vielleicht wäre hier eine Umstellung sinnvoll. In manchen Klassen ist das Trinken im Unterricht erlaubt.
Ihr Kind versteht etwas nicht und traut sich nicht, die Lehrkraft danach zu fragen. Seine Gedanken kreisen dann um diese Frage, und es verliert den Anschluss an den Unterricht.Raten Sie Ihrem Kind, seine Frage aufzuschreiben, um sie nicht zu vergessen. Es kann sie dann später zu Hause oder im Anschluss an die Stunde mit der Lehrkraft klären.
Ihr Kind ärgert sich über etwas, kann aber diesem Ärger keinen Raum geben, so dass er sein Denken blockiert.Erfinden Sie ein Ritual, bei dem Ihr Kind seinen Ärger für die Dauer des Unterrichts „wegpackt“.Vielleicht hilft es, den Ärger symbolisch in den Ranzen zu spucken/werfen?
Ihr Kind wird vom Lehrer ungerecht behandelt, zum Beispiel durch eine fälschliche Zurechtweisung, verliert deswegen die Lernmotivation und passst nicht mehr auf.Versuchen Sie, an Beispielen zu erklären, dass niemand, auch kein Lehrer, immer gerecht handeln kann. Ihr Kind muss lernen, so etwas nicht persönlich zu nehmen.
Ihr Kind kann vor lauter Angst, aufgerufen zu werden, keinen klaren Gedanken mehr fassen.Schüchterne und ängstliche Kinder brauchen Erfolgserlebnisse. Sprechen Sie mit der Lehrkraft,wie eine Veränderung aussehen kann.

 

 

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