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Rechenschwäche: So findet Ihr Kind Zugang zur Mathematik

Ihr Kind sitzt am Schreibtisch und starrt verzweifelt auf seine Mathe-Hausaufgaben. Es soll 20 zweistellige Aufgaben der Kategorie von 18 + 3 oder 64 – 5 ausrechnen, doch es braucht sehr lange dafür? Solch ein Verhalten lässt stark auf eine Rechenschwäche schließen. Lesen Sie hier, wie Sie Sicherheit erhalten und welche Methoden Ihrem Kind helfen. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Mit einem Test gehen Sie bei Ihrem Kind auf Nummer sicher

Um eine Dyskalkulie sicher zu diagnostizieren, werden grundsätzlich zwei Tests mit Ihrem Kind durchgeführt. Ein Rechentest, beispielsweise der HRT (Heidelberger Rechentest), überprüft, wie sicher Ihr Kind in den Grundrechenarten, im Einschätzen von Längen, bei der Raum-Lage-Orientierung, beim Bündeln und bei Ergänzungsaufgaben ist. Dabei wird untersucht, wie Ihr Kind gegenüber einer Vergleichsgruppe abschneidet. Außerdem muss noch mit einem Intelligenztest ausgeschlossen werden, dass die Schwierigkeiten beim Rechnen auf eine generelle Lernschwäche zurückzuführen sind. Weitere Tests sind möglich, jedoch nicht unbedingt notwendig.

So können Sie Ihrem Kind helfen: In 7 Schritten zu mehr Rechen-Sicherheit

Kinder mit einer Rechenschwäche benötigen gezielte Unterstützung, um nicht an den Aufgaben oder an den schulischen Anforderungen im Fach Mathematik zu verzweifeln. Speziell dafür ausgebildete Lerntherapeuten sind in der Regel notwendig, um das Problem in den Griff zu bekommen. Im Internet, bei den örtlichen Erziehungsberatungsstellen oder direkt über das örtliche Jugendamt finden Sie geeignete Fachleute, aber auch zu Hause können Sie Ihrem Kind helfen, mit der Rechenschwäche zurechtzukommen.

1. Schritt: Verschaffen Sie Ihrem Kind Freiraum

Zunächst brauchen Sie Geduld, denn das Kennenlernen und Begreifen des Zahlenraumes bis 10 braucht Zeit. Sprechen Sie mit der Lehrkraft und erklären Sie, dass Ihr Kind als Erstes die Grundlagen der Mathematik in Ruhe lernen muss. Der aktuelle Schulstoff überfordert rechenschwache Kinder, denn er baut auf einem Wissen auf, das betroffene Schüler nicht haben. Differenzierte Aufgaben, die sich am Wissensstand Ihres Kindes orientieren, helfen ihm, seine Kenntnisse langsam zu erweitern und Erfolgserlebnisse zu haben.

2. Schritt: Trainieren Sie Mengenvorstellungen

Zur Orientierung im Zahlenraum muss Ihr Kind die Begriffe „mehr“, „weniger“ und „gleich viel“ kennen. Lassen Sie es daher immer wieder vergleichen, was mehr und was weniger ist. Zum Beispiel beim Einkauf im Supermarkt: „Sieh dir die beiden Parkplätze links und rechts der Straße an. Auf welchem stehen mehr Autos?“ Verändern Sie auch die Art der Objekte, lassen Sie Äpfel und Münzen vergleichen. Diskutieren Sie: „8 Münzen sind gleich viel wie 8 Äpfel, nehmen aber wesentlich weniger Raum ein.“ So lernt Ihr Kind langsam den Sinn der Mathematik kennen.

3. Schritt: Sichern Sie den Zahlenraum bis 10

Geben Sie Ihrem Kind einen Orientierungswert für die Menge 10, zum Beispiel seine 10 Finger oder eine bunte Kette mit 10 Perlen. Überlegen Sie sich Alltagsaufgaben, die im Zahlenraum 10 gerechnet werden müssen. „Dein Bruder bringt noch 2 Freunde zum Essen mit, wie viele Teller müssen dann auf den Tisch gestellt werden?“ Vergessen Sie nicht die Subtraktion, die rechenschwachen Kindern schwerer als die Addition fällt. „Wir haben 10 Buntstifte gekauft, unser Hund Basti zerkaut 3 davon. Wie viele sind noch ganz?“

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