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Viele Mütter sind Burnout gefährdet, da sie oft der Dreifachbelastung Job-Haushalt-Familie ausgesetzt sind, sich permanent verausgaben und oft wenig Anerkennung für ihre Leistung bekommen.
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Burnout bei Müttern: Typische Symptome und richtige Vorbeugung

Risikofaktoren und Vorbeugung

Viele Mütter sind Burnout gefährdet, da sie oft der Dreifachbelastung Job-Haushalt-Familie ausgesetzt sind, sich permanent verausgaben und oft wenig Anerkennung für ihre Leistung bekommen. Da ist die Grenze der Belastbarkeit oft schnell erreicht. Was die typischen Symptome sind und was Sie tun können, um dem vorzubeugen, erfahren Sie hier. 

Expertenrat von 
Felicitas Römer, Paar- und Familientherapeutin

Ein Burnout kann jeden treffen

Früher dachte man, nur hochgestresste Manager könnten vom Burnout betroffen sein. Das ist falsch. Vielmehr kann es jeden treffen. Jeden, der dauerhaft unter Stress steht und sich im gefühlten Hamsterrad befindet. Vor allem Mütter sind gefährdet, da sie oft der Dreifachbelastung Job-Haushalt-Familie ausgesetzt sind, sich permanent verausgaben und oft wenig Anerkennung für ihre Leistung bekommen. Kommen dann noch Probleme mit dem Teenager hinzu, ist die Grenze der Belastbarkeit oft erreicht. Allerdings gibt es ein paar Faktoren, die jemanden anfälliger für einen Burnout machen, und umgekehrt gibt es auch Maßnahmen, die einen Burnout verhindern oder zumindest unwahrscheinlicher machen.

Was ist ein Burnout?

Ein Burnout ist eine persönliche Krise, die mit hochgradiger emotionaler Erschöpfung, starken Überforderungsgefühlen und sozialem Rückzug einhergeht. Das „Ausgebranntsein“ stellt sich jedoch nicht von heute auf morgen ein. Vielmehr entsteht dieser krisenhafte Zustand über einen längeren Zeitraum hinweg in einem schleichenden Prozess. Daher ist es wichtig, schon die ersten Anzeichen eines Burnouts zu entdecken und zu prüfen, ob Sie tendenziell zur Risikogruppe gehören.

Die drei Risikofaktoren für ein Burnout

Nicht alle gestressten Menschen sind gleichermaßen gefährdet, einen Burnout zu entwickeln. Folgende Faktoren begünstigen nachgewiesenermaßen eine Erschöpfungsdepression:

1. Überhöhte Ansprüche an sich selbst und Perfektionismus

Wenn Sie sich ständig zu viel abverlangen, dann überfordern Sie sich. Das geht auf Dauer an die körperliche und psychische Substanz.

  • Tipp: Prüfen Sie kritisch, inwieweit Sie diesbezüglich betroffen sind, woher das kommt und wie Sie das ändern können. (Mehr Tipps siehe unten)

2. Übertriebenes Verantwortungsbewusstsein

Wenn Sie sich permanent für alles zuständig fühlen, ist auch das auf Dauer ungesund. Vor allem, wenn Sie selbst dabei ständig zu kurz kommen. Da Elternschaft ja ohnehin zum Teil daraus besteht, sich zugunsten der Kinder zurückzunehmen, sind insbesondere Mütter gefährdet.

  • Tipp: Achten Sie darauf, in einem gesunden Maß egoistisch zu bleiben und tun Sie sich öfter selbst etwas Gutes.

3. Mangelnde Anerkennung

Wenn Sie darunter leiden, dass Sie für Ihre Tätigkeiten im Job, Haushalt und in der Familie zu wenig Wertschätzung erfahren, kann das ebenfalls langfristig in einem Burnout münden.

  • Tipp: Fordern Sie hin und wieder freundlich eine anerkennende Rückmeldung ein, zum Beispiel von Ihrem Partner, Freunden oder Kolleginnen. Und machen Sie sich selbst klar, was Sie Tag für Tag alles leisten!

Die häufigsten Burnout-Symptome

  • Häufige Müdigkeit Einschlaf- oder Durchschlafstörungen,
  • morgendliches Früherwachen
  • Lustlosigkeit an Job und anderen Aktivitäten
  • Erschöpfung, Mattigkeit
  • Überforderungsgefühle
  • Konzentrationsprobleme
  • Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit
  • Körperliche Beschwerden wie Tinnitus, Schwindel, Schmerzen, Hörsturz, Magen-Darm-Probleme, nächtliches Herzrasen, Schwitzen etc.

8 Tipps wie Sie einem Burnout vorbeugen können:

1. Leben Sie gesund

Trinken Sie täglich zwei bis drei Liter Flüssigkeit, ernähren Sie sich ausgewogen, bewegen Sie sich ausreichend. Das ist nicht nur gut für das Nervenkostüm, sondern stimuliert auch das Abwehrsystem. Um Ihrem Teenager gut zur Seite stehen zu können, sollten Sie gut für Ihr körperliches Wohl sorgen!

2. Sorgen Sie für ausreichend Schlaf

Wer dauerhaft zu wenig schläft, ist nervlich schnell am Ende. Wenn Sie unter Schlafstörungen leiden, suchen Sie Ihren Arzt auf. ACHTUNG: Vermeiden Sie möglichst Schlaf- und Beruhigungsmittel, da diese ein hohes Suchtpotenzial bergen. Im Akutfall hilft vorübergehend ein leichtes Antidepressivum ggf. besser. Fragen Sie dazu Ihren Arzt!

3. Sorgen Sie für Entlastung und Hilfe im Alltag

Sagen Sie öfter Nein, bitten Sie um Hilfe und delegieren Sie Aufgaben! Legen Sie gemeinsam mit Ihrer Familie eine Arbeitsaufteilung fest. Fordern Sie auch unbedingt Ihren Partner ein, besonders wenn es um Ihr Kind geht. Teenager brauchen Mutter und Vater!

4. Reden Sie offen über Ihre Probleme

Fressen Sie Kummer, Ärger und Sorgen nicht in sich hinein, das ist auf Dauer belastend und gefährdet Ihre psychische Gesundheit. Wenn Ihre Angehörigen und Freunde wissen, wie es Ihnen geht, können diese Ihnen besser helfen. Schämen Sie sich nicht dafür, wenn Ihnen manchmal etwas zu viel wird. Das ist normal und kann bei jedem vorkommen. Wichtig ist nur, dass Sie Ihre Bedürfnisse ernst nehmen und für Entlastung sorgen.

5. Nehmen Sie Ihren Körper ernst und hören Sie auf ihn

Wenn Sie oft Schulterprobleme haben, dann kann es sein, dass Sie sich zu viel Verantwortung aufbürden. Wenn Sie Verdauungsprobleme haben, fragen Sie sich, was Sie nicht mehr herunterschlucken können oder was Sie nicht mehr verarbeiten („verdauen“) können. Viele körperliche Symptome deuten auf psychische Konflikte und Themen hin.

6. Prüfen Sie Ihre Ansprüche

Sind Sie vielleicht zu perfektionistisch? Haben Sie zu hohe Anforderungen an sich selbst? Dann schrauben Sie diese bewusst zurück. Ansonsten laufen Sie Gefahr, sich selbst dauerhaft auszubeuten. Darunter leiden Seele und Körper gleichermaßen. Streben Sie ab sofort nicht mehr 100%, sondern 70% an. Das reicht!

7. Prüfen Sie Ihre Glaubenssätze

Glaubenssätze entstehen im Verlauf unseres Lebens, weil wir bestimmte Erfahrungen gemacht haben. Klassische Glaubenssätze sind etwa: „Ich bin zuständig für das Glück anderer!“, „Ich darf nicht ver - sagen“, „Ich werde nur geliebt, wenn ich gute Leistung erbringe“ etc. Überlegen Sie, woher diese Vorstellungen kommen und ob Sie sie wirklich für angemessen halten. Wenn nicht: Verabschieden Sie diese Glaubenssätze und werfen Sie diese über Bord!

8. Seien Sie liebevoll und milde mit sich

Gehen Sie oft streng mit sich ins Gericht, wenn Sie nicht so funktionieren, wie Sie es selbst von sich erwarten? Ärgern Sie sich, dass Sie im Umgang mit Ihrem Teenager nicht immer souverän und gelassen sind? Dann ändern Sie das jetzt: Seien Sie sich selbst gegenüber verständnisvoll, wenn Ihnen etwas nicht gelingt – Sie sind doch auch ein normaler Mensch, der zwar vieles, aber nicht alles schafft!

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