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Jugendliche vor der Alkoholgefahr in der Pubertät schützen
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Pubertärer Leichtsinn: Wie schütze ich mein Kind vor Alkohol?

Spätestens wenn Ihr Kind in die Pubertät kommt, wird es mit dem Thema „Alkohol“ konfrontiert. Doch wie Ihr Kind nun mit der neuen „Verlockung“ umgeht, ob es Nein sagen kann oder zum „Komasäufer“ wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab.  

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Dr. Jan-Uwe Rogge, Familienberater und Bestsellerautor

Pubertäres Rauschtrinken und Komasaufen: Fallbeispiel Patrick

Er habe sich drei Jahre regelmäßig in die Bewusstlosigkeit getrunken, meint der 19-jährige Patrick. „Aber seit etwa zwei Jahren ist damit Schluss. Schon mal zwei oder drei Bier, vielleicht auch mal Wein. Aber keine harten Sachen mehr.“ Er bemühe sich, alles unter Kontrolle zu haben. Denn das wäre das Schlimmste gewesen, dieser komplette Kontrollverlust beim Komasaufen. „Da spürst du nichts mehr, torkelst nur noch rum.“ Er habe ein schreckliches Erlebnis gehabt, sagt er mit ernster Miene, „und von da an war Schluss mit der Kampftrinkerei!“

Seine Augen verengen sich, so als sähe er die Situation von damals wieder auftauchen. Sie hätten im Park gefeiert, wären alle völlig betrunken gewesen. „Ich bin dann eine Treppe hinuntergestürzt. Meine Kumpels haben das nicht gemerkt. Die haben sich irgendwann verdrückt, haben gar nicht gemerkt, dass ich fehle, so besoffen waren die.“ Er habe dann da gelegen, „in meiner Scheiße, in meiner Kotze.“ Dann habe ihn ein Ehepaar, das zufällig nachts durch den Park ging, gefunden, völlig unterkühlt und mit gebrochenem Arm. „Mir brauchte danach keiner mehr etwas über die Folgen des Saufens zu erklären. Ich war geheilt. Ich habe mich so was von geschämt dafür, wie ich ausgesehen und gestunken habe." Seine Stimme wird leise: „Als ich dann aufgewacht bin, hatte ich eine Windel zwischen den Beinen, weil ich nichts mehr halten konnte.“ Das sei absolut entwürdigend, aber auch sehr hilfreich gewesen.

Wie Patricks Schilderung zeigt, versteht man unter Rausch- oder Kampftrinken nicht einen leichten Schwips, sondern exzessiven Alkoholkonsum, der bis zur Bewusstlosigkeit führen kann.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes von 2011 nimmt die Zahl derjenigen Heranwachsenden, die zu einer stationären Behandlung wegen Alkoholmissbrauchs in eine Klinik kommen, zu. Allein zwischen 2002 und 2009 hat sich die Zahl mehr als verdoppelt: 2009 waren über 26.000 Kinder und Jugendliche zur Behandlung in einer Klinik.

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Kommentare zu "Pubertärer Leichtsinn: Wie schütze ich mein Kind vor Alkohol?"
  • Sascha schreibt am 26.07.2013

    Die oben erwähnte Seite ist gut (http://www.kenn-dein-limit.de/alkohol/kinder-jugendliche-und-alkohol-die-rolle-der-eltern/) da wird unterschieden nach Alter der Kinder. Rauschtrinken ist ja Gott sei Dank nicht mehr so "in". Problematisch ist, (tut mir leid, wenn ich das so sagen muss)dass durch die Öffnung der Grenzen in Europa ziemlich viele schlechte Beispiele und falsche Vorbilder in den Stadtparks, Innenstädten, auf Kinderspielplätzen, etc.herumsitzen (nein nein NATÜRLICH gibt es auch jede Menge betrunkene Deutsche die nicht als Vorbild taugen! Ich meine lediglich, dass es unter anderem aus diesem besagten Grund einfach immer schlimmer wird).
  • Jammy schreibt am 27.06.2013

    oh mann.... jetzt sehe ich gerade dass die seite schon vorgeschlagen wurde :-( bestimmt gibt es noch wirklich wirklich gute weitere seiten. ich bin nur gerade zu faul weitere hier zu posten. im kopf hab ich die adressen nämlich leider nicht. wie dem auch sei - DANKE für den artikel hier!!

    J
  • Svenja schreibt am 12.03.2013

    die bzga hat diesbezüglich noch zwei gute seiten im netz, die noch einiges an tipps haben. schlussendlich gl... nein bin ich mir sicher, dass es nicht DIE lösung gibt (leider):

    www.null-alkohol-voll-power.de &
    www.kenn-dein-limit.de
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