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Familie beim Einkaufen
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die 5 häufigsten Tricks der Lebensmittelhersteller

Trugschluss Mengenrabatt

Müsli im „Sonderangebot“, Schokoriegel im „preiswerten Sammelpack“ und „dauerhaft günstige“ Butter oder Milch: So werden wir Verbraucher beim Verteuern von Produkten geschickt hinters Licht geführt. Ich verrate Ihnen, wie Sie die häufigsten Praktiken der Supermärkte enttarnen. 

Expertenrat von 
Dipl. oec. troph. Marion Jetter, Ernährungsberaterin, freiberufliche Journalistin

Es ist wirklich unglaublich, doch die Lebensmittelproduzenten werden immer erfindungsreicher. Wurde früher einfach nur die Füllmenge reduziert und die Ware dann zum selben Preis verkauft, arbeiten die Hersteller heute mit dünneren Käsescheiben oder verschlechtern ganz einfach ihre Rezepturen. So sind die Preiserhöhungen für Verbraucher auf Anhieb kaum mehr erkennbar. Das sind die 5 häufigsten Tricks der Lebensmittelproduzenten:

Trick Nr. 1: Das Schrumpfprinzip

Warum wird ein Mineralwasser plötzlich um 50 Prozent teurer? Ein deftiger Preisanstieg, der schwer nachvollziehbar ist. Denn: In der Flasche der Mineralwassermarke Evian ist nach wie vor das gleiche Wasser, die Quelle ist dieselbe und die Produktionskosten sind vermutlich kaum gestiegen. Hierbei handelt es sich ganz klar um eine dreiste Verbrauchertäuschung: Der Preis eines Produkts wird mit der Verringerung der Füllmenge zwar gesenkt, doch der Preisnachlass entspricht nicht der Reduzierung des Inhalts. Bei Evian sieht die so aus: Statt 1,5Liter für 0,89 Euro gibt es das Mineralwasser jetzt bei einigen Händlern nur noch in einer Flasche mit 1,25Liter zum Preis von 1,09 Euro, was einer Preiserhöhung von knapp 50 Prozententspricht! Der Preis für den Sechserpack ist sogar um bis zu 53 Prozent von 5,49 Euro (6 x 1,5 Liter) auf 6,99 Euro (6 x 1,25 Liter) gestiegen.

Trick Nr. 2: Das Sammelpackungsprinzip

Mehrfach- oder Sammelpackungen werden genutzt, um Produktescheinbar besonders preisgünstig, jedoch im kleineren Format anzubieten. Gerade bei Schokoriegeln wird dieser Trick besonders gerne angewandt: So ist der Schokoriegel Twix von Mars beispielsweise im 5er-Pack 50 Gramm schwer, wenn man ihn einzeln abgepackt kauft, wiegt er 58 Gramm! Achten Sie mal darauf. Eine gute Vergleichsmöglichkeit bietet auch die Preisangabe meist pro kg oder 100 g des Lebensmittels. Die ist meist am Preisetikett ersichtlich.

Trick Nr. 3: Das Füllmenge- Prinzip

Keine Frage: Eine größere Füllmenge suggeriert zunächst ein Schnäppchen! So gibt es das Nutella-Glas jetzt mit 450 g Inhalt statt vormals mit nur 400 g. Wenn Sie jetzt glauben, der Preis wäre gleichgeblieben, muss ich Sie enttäuschen! Die neue Größe wird sogar überproportional teuer verkauft: Der Verbraucher bekommt zwar 12,5 Prozent mehr Inhalt, muss dafür aber statt 1,99 nun 2,39 Euro zahlen – das macht eine Preiserhöhung von 20 Prozent.

Trick Nr. 4: Das Wiedereinführungs-Prinzip

Die Wiedereinführung eines Produkts in einer neuen Verpackung wird genutzt, um die Füllmenge zu reduzieren und den Preis zu erhöhen. Nestlé bietet seine Beba Säuglingsnahrung 1 nicht mehr im Pappkarton, sondern in einer Metalldose an und nutzte den Relaunch für eine Preiserhöhung von knapp 30 Prozent. Auch interessant: Den Monte Snack von Zott gibt es bei Penny jetzt nicht mehr im 8-er-, sondern im 4-er-Pack.Der Preis hat sich aber nicht halbiert: So kosten 4 Becher 1,19 Euro. Die doppelte Menge hatte vorher 1,99 Euro gekostet. Das entspricht einer Preiserhöhung von 20 Prozent.

Trick Nr. 5: Das Einzelportionen-Prinzip

Produkt ein praktisch vorportionierten Beuteln haben meist eine deutlich geringere Füllmenge als das eigentliche Originalprodukt. Da der Preis aber nichtentsprechend reduziert wird, ist diese Packungsveränderung mit einer Preiserhöhung verbunden. Achten Sie mal darauf: Frühstückscerealien in Minikartons, Kakaopulver in Portionstütchen oder einzeln abgepackter Honig sowie Marmelade sind grundsätzlich doppelt so teuer.

Eine echte Luftnummer! Richtig teure Luft finden Sie zurzeit im Frischkäse Sensations von Philadelphia. Auf der neuen Verpackung habe ich interessante Details entdeckt: 35 g weniger Inhalt im Vergleich zur klassischen Variante, mit Stickstoff aufgepumpt, in Spanien produziert und pro 100 Gramm bis zu 50 Prozent teurer.

 

 

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