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Elterngeldantrag
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Elterngeld Plus ab Juli 2015: Wann profitieren Sie wirklich?

Seit 2007 existiert es: das Elterngeld. Es soll zum einen den geringeren Verdienst ausgleichen, den Eltern haben, wenn durch die Geburt des Kindes ein Einkommen wegfällt. Zum anderen soll es auch Väter motivieren, einige Zeit zu Hause beim Kind zu bleiben. Zum 1. Juli gibt es nun das „neue“ Elterngeld Plus – für alle, die ab dem 1. Juli 2015 Nachwuchs bekommen. Doch wann bringt es Ihnen Vorteile? Und wann lohnt es sich, altes und neues Elterngeld zu kombinieren? 

Expertenrat von 
Dr. Martina Hahn-Hübner, Gesundheits-Expertin, Medizinjournalistin


Auch die Elternzeit wurde neu geregelt

In Zukunft können Sie auch die Elternzeit, also die Zeit, die Sie zu Hause bei Ihrem Kind bleiben, anders gestalten. Ihr Anspruch, drei Jahre eine unbezahlte Arbeits-Auszeit nehmen zu können, bleibt Ihnen.

Bisher war es schon möglich, zwölf Monate zwischen dem dritten und achten Geburtstag Ihres Kindes zu nehmen. In Zukunft können Sie sogar 24 Monate in diesen Zeitraum verschieben. Auch können Sie die insgesamt 36 Monate Elternzeit, auf die Sie einen Anspruch haben, in drei Zeitabschnitte aufteilen.

Denken Sie aber daran, dass Sie die Elternzeit zwischen dem dritten und achten Lebensjahr Ihres Kindes (auch wenn Sie in dieser Zeit „nur“ auf Teilzeit reduzieren wollen) 13 Wochen vor Beginn anmelden müssen. Die ersten beiden Jahre der Elternzeit müssen Sie direkt im Vorfeld anmelden (also vor der Geburt Ihres Kindes), auch wenn Sie schon das zweite Jahr erst später nehmen. Sie haben dann sofortigen Kündigungsschutz. Ihr Arbeitgeber kann übrigens dem später genommenen Zeitraum nichts entgegenstellen.

Vorsicht, wenn Sie in der Elternzeit Teilzeit arbeiten wollen. Sie haben nur einen gesetzlichen Anspruch auf Teilzeit, wenn

  • Ihr Betrieb mehr als 15 Mitarbeiter umfasst,
  • Sie schon länger als ein halbes Jahr dort arbeiten,
  • Sie Ihre Arbeitszeit für mindestens zwei Monate auf 15 bis 30 Stunden pro Woche reduzieren wollen,
  • Sie Ihrem Arbeitgeber Ihren Wunsch auf Teilzeit 7 Wochen vor Beginn schriftlich mitteilen (für die nach hinten verschobenen Zeitabschnitte 13 Wochen) und
  • keine betrieblichen Gründe entgegenstehen.

Letzterer Punkt ist allerdings sehr streng gefasst. Juristisch gesehen dürften betriebliche Organisation, Arbeitsablauf oder Sicherheit im Betrieb nicht beeinträchtigt werden oder unverhältnismäßige Kosten entstehen – in der Praxis ist eine Ablehnung aber kaum umsetzbar.

Elterngeldantrag Checkliste: Diese Unterlagen brauchen Sie

  • Elterngeldantrag, von beiden Eltern unterschrieben.
  • Haben Sie das alleinige Sorge- oder Aufenthaltsbestimmungsrecht für Ihr Kind, reicht Ihre Unterschrift aus.
  • Geburtsbescheinigung Ihres Kindes – Achtung: entweder die Ausfertigung für das Elterngeld oder die für „soziale Zwecke“. Unbedingt im Original beilegen. Diese Bescheinigung erhalten Sie automatisch beim Standesamt, wenn Sie Ihr Kind nach der Geburt anmelden.
  • Bescheinigung der Krankenkasse über den Bezug von Mutterschaftsgeld nach der Geburt (so Sie es erhalten haben).
  • Bescheinigung Ihres Arbeitgebers über Zuschuss zum Mutterschaftsgeld nach der Geburt (so Sie eine Arbeitsstelle haben).
  • Als Beamtin müssen Sie einen Nachweis über die Dienstbezüge während des Mutterschutzes nach der Geburt beibringen.
  • Sind Sie nicht selbständig, legen Sie Ihre Lohn- oder Gehaltsabrechnungen der letzten zwölf Monate vor der Geburt bzw. vor Beginn des Mutterschutzes bei.
  • Als Selbständiger wird der Steuerbescheid des Jahres, das der Geburt vorausging, benötigt.
  • Wollen Sie, während Sie Elterngeld beziehen, Teilzeit arbeiten, brauchen Sie die Arbeitszeitbestätigung Ihres Arbeitgebers.
  • Sind Sie selbständig, legen Sie eine Erklärung über den Umfang Ihrer Arbeitszeit bei.
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Solche Spam-Bots versuchen durch massenhafte Einträge von Links in Kommentarfeldern und Gästebüchern Traffic für ihre Angebote zu erzeugen. Daher stellen wir einfache Fragen, die ein echter Nutzer ohne Probleme beantworten kann, während automatisierte Spam-Bots daran meist scheitern (Captcha-Test).

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