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Betreuungsgeld

Betreuungsgeld: Wenn Sie sich Vollzeit der Erziehung widmen

Was sich so harmlos liest, sorgte in den vergangenen Monaten sehr oft für Zündstoff in der Politik. Betreuungsgeld, für manch einen steht das Wort als Synonym für „Herdprämie“. Das Betreuungsgeld ist noch ganz neu und kommt als Hilfe für Familien erst 2013 zur Entfaltung. 

Expertenrat von 
Ingrid Neufeld, Erzieherin

Allerdings gibt es nur wenig in Vollzeit berufstätige Frauen, für die das Betreuungsgeld genug Anreiz bietet, um ihre Vollzeittätigkeit erst später wieder aufzunehmen.  Laut Studien bleiben nur die Mütter zu Hause, die das ohnehin  wollten. Bei in Teilzeit beschäftigten Müttern sieht das allerdings anders aus. Hier würden rund die Hälfte aller Mütter wegen der zu erwartenden 100 bis 150 Euro ihre Kinder zu Hause betreuen. In diesem Fall hätte die Politik den gewünschten Anreiz geschaffen. Insgesamt erfreut sich das Betreuungsgeld, das von Kritikern oft als "Herdprämie" bezeichnet wird, nur wenig Zustimmung bei den betroffenen Eltern: Im Jahr 2013 wurde es nur rund 65.000 Mal beantragt - wovon der überwiegende Teil der Anträge auf Bayern entfiel.

Wie wird das Betreuungsgeld beantragt?

Anträge müssen bei der zuständigen Behörde gestellt werden. Da Genaueres derzeit noch nicht feststeht, sollte am besten bei der Familienkasse der Arbeitsagentur nachgefragt werden. Eventuell können auch die Gemeinden weiterhelfen. Eines ist jedenfalls sicher: Der Antrag muss rechtzeitig abgegeben werden. Eine rückwirkende Zahlung wird es möglicherweise nicht geben.

Kann das Betreuungsgeld als Erziehungsgehalt gelten?

Ein Erziehungsgehalt ist eine Geldleistung, die Familien dafür bekommen, dass sie ihre Kinder erziehen, und wäre eine Wertschätzung ihrer Erziehungsarbeit. In diesem Fall würde das auch eine Berücksichtigung in der Rentenberechnung bedeuten. Da das Betreuungsgeld schon in der Höhe keinesfalls dem Gehalt eines Vollzeitbeschäftigten entspricht, trifft die Bezeichnung „Erziehungsgehalt“ auf das Betreuungsgeld absolut nicht zu. Es kann bestenfalls als „Aufwandsentschädigung“ angesehen werden. Trotzdem ist das Betreuungsgeld zumindest eine kleine Anerkennung der Erziehungsarbeit für viele sehr engagierte Mütter.

Der Inhalt dieses Artikels dient lediglich zur allgemeinen Information über die jeweiligen Rechtsgebiete beziehungsweise über die jeweiligen rechtlichen Situationen. Der Artikel stellt keine Rechtsberatung dar und kann die rechtliche Beratung im Einzelfall nicht ersetzen!

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Kommentare zu "Betreuungsgeld: Wenn Sie sich Vollzeit der Erziehung widmen"
  • Anni schreibt am 15.08.2014

    Das mit dem Betreuungsgeld finde ich eigentlich eine gute Sache. Nur ist es mit 150 € etwas gering. Es ist ja derzeit auch wieder stark in der Diskussion ob es wieder abgeschafft werden soll. Ich bin gespannt wie sich das mit dem Betreuungsgeld weiter entwickelt.
  • Diana schreibt am 29.07.2013

    Ich habe schon lange auf soetwas gewartet, da wir mit einem Gehalt, 2 Kindern und einem saniertem Haus nicht über die Runden kommen und ich für meine Kinder als Mutter auch die ersten Jahre persönlich da sein will. Nun bekommen wir das Betreuungsgeld aber nicht, da unsere Jüngste am 01.08.2011 geboren ist und in ein paar Tagen gerade mal 2 Jahre alt wird!
    Da muß sich doch wohl Niemand wundern, dass bislang so wenige Anträge auf Betreuungsgeld eingegangen sind, wenn ein Großteil der Betroffenen es gar nicht erhalten kann !!
    Außerdem bin ich bei derartigen Umfragen noch nie befragt worden. Ich halte die Ergebnisse nicht für richtig.
    Viele wissen auch nicht, dass es Betreuungsgeld ab dem 01.08. gibt und es beantregt werden muß. Da könnte man auch die Eltern die es betrifft mal anschreiben, um realistische Daten zu erhalten und nicht einfach sagen, das Geld will Keiner haben.
    Das ist mal wieder typisch Politik!
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