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Coronavirus: Was Schulen und Lehrkräfte jetzt beachten sollten

Die Corona-Epidemie hat weitreichende Folgen für das Zusammenleben in Deutschland. Auch Schulen und Kitas in Deutschland sind von Einschränkungen betroffen und müssen nicht nur eine Notbetreuung sicherstellen, sondern auch Unterrichtsmaterialien bereitstellen. Was Schulen, Schulleitung und Lehrkräfte jetzt beachten sollten, zeigt der folgende Artikel. 

Expertenrat von 

Welche Auswirkungen das Coronavirus auf Schulen, Kindergärten und Betreuungseinrichtungen hat 

Das Coronavirus hält Menschen auf allen Kontinenten in Atem. Covid-19 hat direkte oder indirekte Auswirkungen auf jedes Individuum und die globalisierte Wirtschaft. Dies gilt ebenfalls für die Schulleitung, Lehrkräfte, Eltern und Schüler sowie für Studenten und Kinder in Kindergarten und Kitas. Durch den temporären Ausfall des Unterrichts an deutschen Schulen kommen auf Lehrkräfte und Direktoren vielfältige neue Aufgaben und Herausforderungen zu. 

Ähnlich wie in Unternehmen oder Behörden sind Schulen stringent organisiert. Lehrpläne sind langfristig vorgeplant und folgen einem eindeutigen Takt. Gleiches gilt für Termine für Klausuren und Arbeiten, die vorausschauend vereinbart und kommuniziert werden. Vor allem für Schüler, die im Kalenderjahr 2020 ihren Schulabschluss planen, ist Planungssicherheit essenziell. Sie müssen in der Folge, nach Bestehen des Abiturs oder nach einem anderen Schulabschluss, Bewerbungsfristen für die Universität oder für einen Ausbildungsplatz einhalten. Die Corona-Krise kann diese Planungen durchkreuzen. 

Die Covid-19-Pandemie stellt die Schulleitung, Lehrkräfte, Eltern und Schüler vor allem vor die folgenden Herausforderungen: 

  1. Verschieben von Klausuren und terminierten Arbeiten. 

  1. Sicherstellen einer fortlaufenden Notbetreuung in Schulen und Kitas. 

  1. Implementierung besonderer Hygienemaßnahmen während des Notbetriebs. 

  1. Übermitteln von Lernmaterialien und Aufgaben in der schulfreien Zeit. 

Verschieben von Klausuren, terminierten Arbeiten und Klassenfahrten 

Durch das Schließen aller Schulen in Deutschland müssen der 

  • Unterricht, 

  • Klausuren, 

  • terminierte Arbeiten sowie 

  • die Abiturprüfungen, 

in allen Bundesländern mit hoher Wahrscheinlichkeit verschoben werden. Da die Dauer der Maßnahme nicht konkretisiert ist, ist eine objektive Neuterminierung von Arbeiten und Prüfungen schwierig. 

Am Beispiel des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen erkennt man gut, welche Herausforderungen die Coronavirus-Krise für verantwortliche Pädagogen und Lehrkräfte mit sich bringt. Nach dem offiziellen und veröffentlichten Terminplan für die Abiturprüfungen sollten diese wie folgt ablaufen: 

  • Direkt nach den Osterferien in NRW starten die Abiturprüfungen ab 21.04.2020. 

  • Sie enden am 07. Mai mit den letzten mündlichen Prüfungen.? 

  • Am 21.04.2020 sollen beispielsweise die Fächer Biologie, Chemie, Ernährungslehre, Informatik, Physik, Technik geprüft werden, am 05.05.2020 das Fach Englisch. 

  • Der Zeitplan enthält einen Puffer für Nachschreibetermine vom 07.05.2020 bis 15.05.2020. 

Durch die Schulschließungen ab Mitte März 2019 fehlt den Schülerinnen und Schülern wertvolle Vorbereitungszeit für die unterschiedlichen Prüfungen. Gemäß eines Berichts der Zeitung „Die Glocke“ vom 18.03.2020 hält sich das Bundesland NRW offen, ob die Abiturtermine aufgrund der Corona-Pandemie verschoben werden. Ziel der Bildungsministerin ist, ein faires Abitur für alle anzubieten. Andere Bundesländer, wie der Freistaat Bayern haben die Abiturtermine vorsorglich um 3 Wochen verschoben. 

Info: Schulabgänger, die nach dem Abitur im Wintersemester 2020/2021 einen Studienplatz belegen möchten, haben einen geringen Zeitpuffer. Für NRW gilt: Die Studienplatzbewerbungen für Studienfächer mit Studienplatzbegrenzung können vom 15.04.2020 bis zum 15.07.2020, 24 Uhr eingereicht werden. Für zulassungsfreie Studiengänge ist dies, je nach Uni von Mitte August bis Mitte Oktober möglich. In anderen Bundesländern gelten ähnliche Regelungen. 

Direktoren, Lehrkräfte, Schüler und Eltern handeln zielführend, wenn sie sich in der Zeit der Schulschließung eng miteinander abstimmen. Neue Entscheidungen des Kultusministeriums oder der Landesregierung sollten aktiv und umgehend kommuniziert werden. Es gilt als sicher, dass eine klare und abschließende Aussage zur Thematik der Abiturprüfungen erst getroffen werden kann, sobald die Neuinfektionen und Auswirkungen der Covid-19-Epidemie drastisch zurückgehen. In diesem Fall wird es Tage oder Wochen dauern, bis Schüler und Lehrkräfte zum gewohnten schulischen Alltag zurückkehren können. 

Aus Sicht von Erziehern und Pädagogen ist eine offene und nutzenorientierte Kommunikation entscheidend. Diese sollte die berechtigten Ängste und Sorgen der Schüler empathisch einbeziehen. Dies ist vor allem vor dem Hintergrund wesentlich, dass viele Schülerinnen und Schüler ihre persönliche Zukunft vor dem Ausbruch von Covid-19 geplant haben. Viele Schüler der Abschlussklassen haben bereits einen Studien- oder Ausbildungsplatz sicher. Kommunikation, Verständnis sowie eine realistische und objektive Betrachtung der Fakten sind aus diesem Grund angebracht und wirken authentisch. 

Wichtig: Bereits gebuchte Klassenfahrten sind aufgrund der Corona-Pandemie ebenfalls gestrichen. Wann Schulfahrten gefahrlos aufgenommen werden können, steht noch nicht fest. Dies wird erst der Fall sein, wenn die Ausbreitung von Covid-19 weltweit eingedämmt werden konnte oder ein Impfstoff gefunden wurde. 

Sicherstellen einer fortlaufenden Notbetreuung in Schulen und Kitas 

Alle Bundesländer in Deutschland sind in gleicher Weise von den Schulschließungen betroffen. Dies bedeutet nicht, dass Lehrkräfteinnen und Lehrkräfte ab sofort automatisch von ihrer Tätigkeit freigestellt sind, weil der Unterricht ausfällt. Die Verordnungen der jeweiligen Landesregierungen sehen vor, dass eine Notbetreuung in Schulen und Kitas gewährleistet werden muss. Eine Notbetreuung ist notwendig, damit Eltern aus systemrelevanten Berufen eine Betreuungsmöglichkeit für ihre Kinder nutzen können. 

Die Liste systemrelevanter Berufe kann von Bundesland zu Bundesland variieren. Am Beispiel von Nordrhein-Westfalen wird deutlich, welche Berufsgruppen in der Regel während der Corona-Krise einen Anspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz haben. Die folgenden Berufsgruppen werden nach dem Gesetz über das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSIG) zur sogenannten kritischen Infrastruktur gezählt, die für das Aufrechterhalten der öffentlichen Ordnung und Sicherheit entscheidend ist: 

Sektoren 

Inkludierte Berufsgruppen 

Gesundheit 

  • Krankenhäuser, Rettungsdienst, Pflege, 

  • Ärzte und Praxispersonal im niedergelassenen Bereich, 

  • Medizinproduktehersteller, 

  • Arzneimittelhersteller, 

  • Apotheken, 

  • Labore. 

Schulen, Kinder- und Jugendhilfe, Behindertenhilfe 

Sicherstellung notwendiger Betreuung in:  

  • Schulen, 

  • Kindertageseinrichtungen, 

  • Kindertagespflege, 

  • stationären Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, 

  • Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. 

Energie, Wasser und Entsorgung 

  • Strom, Gas, Kraftstoffversorgung (inklusive Logistik), 

  • Einrichtungen zur Entstörung und Aufrechterhaltung der Netze, 

  • Entsorgung. 

Ernährung und Hygiene 

  • Produktion, Groß- und Einzelhandel (inklusive Zulieferung, Logistik). 

Telekommunikation und Medien 

  • Einrichtungen zur Entstörung und Aufrechterhaltung der Netze. 

  • Nachrichten- und Informationswesen sowie Risiko- und Krisenkommunikation. 

Finanz- und Wirtschaftswesen 

  • Kreditversorgung der Unternehmen, Bargeldversorgung sowie Sozialtransfers. 

  • Personal der Bundesagentur für Arbeit und Jobcenter zur Aufrechterhaltung des Dienstbetriebes (Auszahlung des Kurzarbeitergeldes). 

Transport und Verkehr 

  • Betrieb für kritische Infrastrukturen, öffentlicher Personennah- und Personenfern- und Güterverkehr. 

  • Personal der Deutschen Bahn und nicht bundeseigenen Eisenbahnen zur Aufrechterhaltung des Dienstbetriebes. 

  • Personal zur Aufrechterhaltung des Flug- und Schiffsverkehrs. 

Staatliche Verwaltung in Bund, Ländern und Kommunen 

  • Kernaufgaben der öffentlichen Verwaltung und Justiz. 

  • Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz, Justizvollzug. 

  • Veterinärwesen, Lebensmittelkontrolle, Asyl- und Flüchtlingswesen einschließlich Abschiebungshaft. 

  • Verfassungsschutz, aufsichtliche Aufgaben sowie Hoch-schulen und sonstige wissenschaftlichen Einrichtungen, soweit sie für den Betrieb von sicherheitsrelevanten Einrichtungen oder unverzichtbaren Aufgaben zuständig sind. 

  • Gesetzgebung/Parlament. 

(Quelle: Landesregierung NRW

Wie die Schulleitung, Lehrkräfte und Betreuungspersonen einen Anspruch auf Kinderbetreuung feststellen 

Personen in den genannten systemrelevanten Berufsgruppen übernehmen generell Aufgaben, die der kritischen Infrastruktur zugerechnet werden können. Trotz dieser Tatsache, hat nicht jeder Elternteil in diesen Berufsgruppen einen rechtlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz während der Covid-19-Epidemie in Deutschland. Eine Kinderbetreuung soll ausschließlich den Arbeitnehmern und Beamten vorbehalten bleiben, die für das öffentliche Gemeinwohl unverzichtbar sind. Dies ist wesentlich, da durch die Kinderbetreuung ebenfalls ein Ansteckungsrisiko mit SARS-CoV2/Covid-19 einhergeht. Aus diesem Grund gilt für NRW das folgende Prüfverfahren für die Kinderbetreuung: 

  1. Die Entscheidung, ob ein Kind zur Betreuung während der Corona-Krise zugelassen wird, trifft die Schulleitung, die Leitung einer Kindertageseinrichtungen oder die Kindertagespflegepersonen. 

  1. Eltern bringen hierfür einen Nachweis bei, dass beide Elternteile (soweit nicht alleinerziehend) nicht in der Lage sind, die Betreuung zu übernehmen. 

  1. Für eine positive Entscheidung ist eine schriftliche Bestätigung der jeweiligen Arbeitgeber beider Elternteile wichtig. In dieser muss zugesichert werden, dass die Präsenz am Arbeitsplatz für das Funktionieren der kritischen Infrastruktur notwendig ist. 

Ähnliche Regelungen gelten in allen Bundesländern. Durch dieses Vorgehen ist sichergestellt, dass die Anzahl der zu betreuenden Kinder in Schulen, Kindergärten oder Kitas zu keinem Zeitpunkt die Notbetreuung überfordert. 

Info: Abweichend von der oben genannten Regelung hat das Bundesland Niedersachsen am 20.03.2020 beschlossen, dass der Nachweis eines Elternteils ausreichend ist, um eine Kinderbetreuung zu beantragen. 

Eltern, die keinen adäquaten Beleg erbringen können, dass eine Kinderbetreuung notwendig ist, müssen sich persönlich um einen Betreuungsplatz im privaten Rahmen kümmern. 

Wichtig: Um das Ansteckungsrisiko für die Großeltern, die zur besonders gefährdeten Zielgruppe gehören, zu minimieren, sollten diese in keinem Fall zur Kinderbetreuung herangezogen werden. In vielen Kommunen übernehmen Freiwillige, Freunde oder Nachbarn die Kinderbetreuung für Kinder, die derzeit nicht kommunal betreut werden können. Hierbei müssen zwingend die Verordnungen der Bundesländer in Bezug auf ein Versammlungsverbot oder eine Ausgangssperre berücksichtig werden. 

Welche besonderen Hygienemaßnahmen während des Notbetriebs gelten 

Die gesetzliche Grundlage für Hygienemaßnahmen im schulischen Umfeld, sowie in Kitas und weiteren Betreuungseinrichtungen ist im § 36 des Infektionsschutzgesetzes (ifSG) zu finden. Der Gesetzgeber hat in dieser Rechtsverordnung, unabhängig von der aktuellen Corona-Pandemie festgelegt: 

  • Gemeinschaftseinrichtungen nach § 33 ifSG müssen in Hygieneplänen innerbetriebliche Verfahrensweisen zur Infektionshygiene festlegen und unterliegen der infektionshygienischen Überwachung durch das Gesundheitsamt. 

Verbindliche Hygienepläne gelten fortlaufend in allen Gemeinschaftseinrichtungen in Deutschland. Sie beinhalten konkrete Verfahrensweisen, um Infektionen aller Art abzuwehren. Hierzu gehören unter anderem Maßnahmen zur Reinigung und Desinfektion entsprechend der Infektionsgefährdung. Bei der derzeitigen Gefährdungslage durch das Coronavirus ist es für Schulen und Bildungseinrichtungen aller Art empfehlenswert, die Leitlinien des Robert-Koch-Institutes für Desinfektionsmittel zu beachten. 

In einer Liste der vom Robert Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren wird anhand von einer Klassifizierung aufgezeigt, welche desinfizierenden Mittel gegen die Verbreitung von Viren geeignet sind. Zusätzlich werden thermische Verfahren beschrieben, die Viren wirksam eliminieren. Weitere Informationen erhalten Direktoren, Reinigungsunternehmen und verantwortliche Mitarbeiter bei den örtlichen Gesundheitsämtern

Wesentlich für den Erfolg aller Hygienemaßnahmen sind: 

  • Vollständiges Befolgen der allgemeinen Hygieneregeln wie Händewaschen, Niesetikette und soziale Distanz sowie 

  • Umfangreiche und fortlaufende Desinfektion aller Flächen und Gegenstände, die im Rahmen der Betreuung berührt werden. Dies ist wesentlich, da sich Corona-Viren unter optimalen Bedingungen viele Stunden oder Tage an Materialien anhaften können. 

Wie Lehrkräfte Lernmaterialien und Hausaufgaben in der schulfreien Zeit wirksam weiterleiten können 

Die Entscheidung, die Betreuungseinrichtungen und Schulen in Deutschland zu schließen, hat vielfältige Auswirkungen auf Kinder, Jugendliche und ihre Familien. Ein mögliches Ende der Schulschließungen und die Wiederaufnahme des Schulbetriebs korreliert mit der wirksamen Bekämpfung der Virusepidemie. Hierfür müssen die Fortschritte im Kampf gegen Covid-19 abgewartet werden und die Ausbreitung gestoppt werden. In der Zwischenzeit kommt ausschließlich eine Minderheit der Schüler in den Genuss einer Notbetreuung. Aus diesem Grund entwickeln Lehrkräfte in allen Bundesländern kreative Ideen, um Lernmaterialien und Hausaufgaben digital oder analog an ihre Schüler weiterzuleiten. 

Durch dieses Vorgehen ist sichergestellt, dass Schüler sich in dieser besonderen Zeit weiterhin mit den für sie wichtigsten Schulfächern beschäftigen. Sie werden so den schulischen Anschluss nicht verlieren. Das viele Schulen bereits seit mehreren Jahren individuelle digitale Angebote an ihren Schulen nutzen, ist ein Vorteil. Über entsprechende Schulserver können Aufgaben verteilt und der Kontakt zur Klassengemeinschaft bewahrt werden. In Schulen ohne Digitalanbindung hat sich als Alternative der Austausch über Messengerdienste wie Whatsapp oder Telegramm oder ein der Versand von E-Mails als praxisrelevant erwiesen. Manche Lehrkräfte nutzen darüber hinaus die altbewährte Möglichkeit, Aufgaben und Materialien schriftlich per Post an ihre Schüler zu verteilen. 

Aus psychologischer Sicht ist es vor allem in Krisenzeiten wichtig, sich auf Bewährtes und Vertrautes zu konzentrieren. Dies gilt für Menschen jeder Altersklasse. Aus diesem Grund ist es ebenfalls für Schüler sinnvoll, einem normalen Tagesrhythmus nachzugehen und sich weiterhin mit schulischen Informationen zu beschäftigen. Dies beugt zum einen der Langeweile vor, die aufgrund des Verbotes sozialer Kontakte und teilweisen Ausgangssperren vorprogrammiert ist. 

Gleichzeitig hilft es, sich abseits der täglichen Hiobsbotschaften aus aller Welt mit positiven und sinnvollen Informationen zu beschäftigen. Auf diese Weise fällt der Einstieg ins Schulleben nach der Beendigung der Covid-19-Epidemie leichter. Lehrkräfte, Schüler und Eltern berichten darüber hinaus, dass die digitale Kommunikation in Krisenzeiten dazu führt, dass die Klassengemeinschaft trotz der aktuell notwendigen Distanz gestärkt wird. 

Welche rechtlichen Fragen sich aus Elternsicht bei Schulschließungen ergeben 

Für Eltern ergeben sich durch die landesweiten Schulschließungen ebenfalls nie gekannte Herausforderungen. Neben der verständlichen Sorge um die Gesundheit aller Angehörigen und Freunde müssen Eltern die Betreuung ihrer Kinder und ihre persönliche Berufstätigkeit zusammenbringen. Erziehungsberechtigte suchen im Rahmen der Covid-19-Krise vor allem Antworten auf die folgenden Fragestellungen: 

Haben Eltern aus rechtlicher Sicht einen Anspruch zu Hause zu bleiben, wenn kurzfristig kein Kinderbetreuungsplatz gefunden werden kann? 

Generell ist es Arbeitnehmern nicht gestattet, unentschuldigt von ihrer beruflichen Tätigkeit fernzubleiben. Dies gilt ebenso in Zeiten einer landesweiten Epidemie. Unternehmen stehen, ähnlich wie Arbeitnehmer vor existenziellen Herausforderungen. In vielen Fachbereichen sind Betriebe mehr denn je darauf angewiesen, dass Mitarbeiter zur Arbeit erscheinen. Die ist beispielsweise in Lebensmittelmärkten oder in Arztpraxen relevant. 

Eltern ohne Betreuungsmöglichkeit sollten proaktiv das Gespräch mit ihrem Arbeitgeber suchen. Global agierende Konzerne, wie der Autobauer Volkswagen haben angekündigt, adäquate Lösungen zu finden, die Familien nicht überbelasten. Kleinere und mittelständische Unternehmen folgen diesem Beispiel. 

Welche Maßnahmen sind konkret und zielführend? 

In einigen Betrieben haben sich in den ersten Tagen der Pandemie Schichtmodelle etabliert. Die Belegschaft wird hierbei in 2 Gruppen geteilt. Durch diese Verfahrensweise wird sichergestellt, dass bei einer Infektion eines Mitarbeiters mit dem Coronavirus nicht alle Angestellten in Quarantäne müssen. Im Zuge dieser Schichtmodelle bieten manche Unternehmen an, die Kinder unter Einhaltung aller Hygieneregeln im Betrieb zu betreuen. 

Falls möglich, können Home-Office-Lösungen, Videokonferenzen oder der Abbau von Urlaub und Überstunden weitere Möglichkeiten sein, Eltern ohne Betreuungsplatz entgegenzukommen. Die Gewährung von Sonderurlaub ist vorstellbar, wenn die Betreuung eines Kindes unter 12 Jahren in keinem Fall anderweitig geregelt werden kann. Eine Alternative könnte ebenfalls Kurzarbeit sein, für die für die Zeit der Corona-Krise besondere Bedingungen gelten. 

Arbeitgeber könnten darüber hinaus den Abbau von Erholungsurlaub als betriebliche Maßnahme anordnen. Dies ist ausschließlich unter strengen Auflagen möglich. Hierfür müssen dringende, betriebliche Belange nachgewiesen werden. Ob Arbeitgeber Erholungsurlaub in Zeiten von Covid-19 anordnen dürfen, ist juristisch nicht abschließend geklärt. In jedem Fall müssen Betriebe das Mitbestimmungsrecht des Betriebsrates beachten. 

Wann haben Eltern einen Anspruch auf „Kind-Krank-Tage“? 

Der § 45 des fünften Sozialgesetzbuches spricht Eltern das Recht zu, bei der Erkrankung ihres Kindes temporär eine Lohnfortzahlung der Krankenkasse zu erhalten. Alleinerziehende verfügen pro Kalenderjahr über einen Anspruch von 20 Arbeitstagen, Paare haben jeweils einen Rechtsanspruch auf 10 Arbeitstage. Das gesetzliche Anrecht bezieht sich auf jedes im Haushalt lebende Kind. Bei mehreren Kindern können im Höchstfall 50 Tage von Alleinerziehenden und 25 Tage pro Ehepartner beansprucht werden. 

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein: 

  • Nachweis durch ärztliches Zeugnis (Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung). 

  • Zweck: Fernbleiben zur Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege ihres erkrankten und versicherten Kindes. 

  • Voraussetzung: Keine andere, im Haushalt lebende Person kann das Kind beaufsichtigen, betreuen oder pflegen. 

  • Altersgrenze: Das Kind darf das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet haben. 

  • Ausnahme: Das Kind ist behindert und auf Hilfe angewiesen. 

Darf ein kommunaler Arbeitgeber Mitarbeiter für den Einsatz in der Notbetreuung verpflichten? 

Arbeitnehmer haben die gesetzliche Verpflichtung, arbeitsrechtliche Regelungen zu befolgen. Bestimmt der Arbeitgeber, zum Beispiel eine Gemeinde, dass Lehrkräfte oder Betreuungspersonal die Notbetreuung in der Schule oder in einem Kindergarten übernehmen müssen, ist dies rechtlich bindend. 

Arbeitnehmer haben keinen Rechtsanspruch, dieser Anordnung der Notbetreuung fernzubleiben, wenn sie nicht persönlich krank sind oder unter Quarantänevorschriften fallen. Dies gilt in gleicher Weise für freie oder kirchliche Träger, die eine Notbetreuung in der Corona- Krise leisten. Lehrkräfte oder weitere Mitarbeiter, die die Notbetreuung übernehmen, haben unter Umständen Anspruch, dass ihre Kinder ebenfalls betreut werden. Hierbei gelten die Vorgaben der einzelnen Bundesländer zur Notbetreuung. Betroffene sollten sich proaktiv über die aktuell geltenden Regelungen informieren. 

Kommen Kinder und Jugendliche ebenfalls als Überträger infrage? 

Durch das landesweite Schließen von Schulen und Kindergärten ist gewährleistet, dass Kinder und Jugendliche das Virus nicht ungehemmt weiterverbreiten können. In der Regel müssen Kinder und Heranwachsende ohne Vorerkrankungen seltener bedrohliche Symptome einer Corona-Infektion fürchten. Gleichzeitig können sie bei einer Erkrankung Lehrkräfte, Eltern, Klassenkameraden und Geschwister anstecken. Dies ist mehrere Tage vor Ausbruch der Krankheit möglich. Der Covid-19-Erreger vermehrt sich zu diesem Zeitpunkt sympthomlos im Rachen und in den unteren Atemwegen. Patienten bemerken vom drohenden Krankheitsausbruch nichts. Durch Niesen, Husten oder Sprechen gelangen Covid-19-Viren unbemerkt in die Atemluft. Virologen und Epidemiologen schätzen, dass jeder an Covid-19 erkrankte Mensch in etwa 2 – 3 weitere Personen ansteckt. Dies führt zu exponentiell ansteigenden Erkrankungsraten, die jedes Gesundheitssystem in Kürze überfordern. Schulen, Kindergärten und Universitäten wurden aus diesem Grund zum 15.03.2020 geschlossen, um die Übertragungshäufigkeit zu verlangsamen.

Was in Coronazeiten zum sozialen Miteinander beachtet werden muss 

Die weltweite Corona-Epidemie mit Covid-19 bestimmt die Schlagzeilen in Deutschland und in nahezu allen Gebieten der Erde. War der Ausbruch des Virus zunächst ausschließlich auf China und die Region Wuhan konzentriert, breitet er sich weltweit rasant aus. Seit Mitte März 2020 liegt das Epizentrum in Europa. Die schnelle Verbreitung von Covid-19 und das Risiko für die Bevölkerung hat in Deutschland und in Europa drastische Einschnitte und Maßnahmen zur Folge. Das Schließen von Schulen und Kindergärten war ein erster Anfang, der vor allem die Schulleitung, Lehrkräfte, Schüler und Eltern tangiert. Kurz nach dieser für Deutschland einmaligen Maßnahme wurden weitere Schritte notwendig. Sie lassen sich in ihrer Gesamtheit unter dem Oberbegriff „Social Distancing“ untergliedern. 

Mit „Social Distancing“ ist gemeint, dass jeder Mensch seine sozialen Kontakte überdenken und einschränken soll. Minimalste Sozialkontakte zu Fremden sind das Ergebnis. Menschen der Risikogruppe oberhalb eines Lebensalters von 60 Jahren sollten ihre Wohnung oder ihr Haus am besten nicht mehr verlassen. Für alle anderen Bevölkerungsteile gilt der Grundsatz, soziale Kontakte zu anderen so weit wie möglich zu unterbinden. 

Ebenfalls zur Disposition steht das Verhängen von Ausgangssperren. Diese Maßnahme wurde inzwischen in einigen schwer betroffenen EU-Staaten, wie Frankreich, Italien oder Spanien angeordnet. Konkrete und objektive Informationen zur Verbreitung von Covid-19 sind in diesem Tagen lebenswichtig, um Ansteckungen zu vermeiden und Risikogruppen zu schützen. Aus Sicht der Schulleitung sowie von Schülern, Lehrkräften und Eltern ergeben sich über die gesundheitlichen Aspekte hinaus weitere organisatorische und rechtliche Fragen. Diese haben mit der einstweiligen Schließung von Schulen und Universitäten zu tun. Sie sind wesentlich, da verantwortliche Pädagogen niemals zuvor mit ähnlichen Fragestellungen konfrontiert wurden. Vor allem die folgenden Fragen und eine objektive Beantwortung sind essenziell, um in Krisenzeiten richtig zu entscheiden: 

  • Was ist bis heute über das neuartige Coronavirus bekannt? 

  • Welche Vorsichtsmaßnahmen und konkreten Schritte wurden bisher unternommen, um Covid-19 einzudämmen? 

  • Zu welchen Präventionsregeln raten Virologen und Experten konkret, um Ansteckungen zu vermeiden? 

  • Was sollte man tun, wenn man eine Ansteckung mit dem Coronavirus befürchtet? 

  • Welche Auswirkungen hat Covid-19 an Schulen, Betreuungseinrichtungen und Universitäten? 

  • Welche Vorsichtsmaßnahmen sollten Schulen in Bezug auf Desinfektion und Reinigung beachten? 

  • Was kann jeder Mensch tun, um sich und andere vor dem Coronavirus zu schützen? 

Wissenschaftliche Fakten, Augenmaß und das Befolgen von Regeln, die die Verbreitung des Coronavirus eindämmen, sind entscheidend. Mit den ersten Covid-9-Fällen in Europa wurde klar, dass dieser Virus das Potenzial hat, Volkswirtschaften und die sozialen Bindungen auf eine harte Probe zu stellen. Aus Sicht der Schulleitung und von leitenden Pädagogen und Lehrkräften ist es entscheidend, die wissenschaftlichen Fakten zu verstehen. Auf diese Weise ist es möglich, Kollegen, Eltern und Schülern Ängste zu nehmen. Gleichzeitig kann ein professioneller Notbetrieb in Schulen und Betreuungseinrichtungen aufrechterhalten werden, bis die Gefahr durch Covid-19 gebannt ist. 

Was bis heute über das neuartige Coronavirus bekannt ist 

Die Schulleitung, Lehrkräfte und Angestellte im öffentlichen Dienst mit Leitungsfunktion haben in Krisenzeiten eine hohe Verantwortung. Sie sind zuständig, die Anweisungen der Schulbehörden und der Politik umzusetzen. Um individuelle, zeitkritische Entscheidungen mit hoher Kompetenz treffen zu können, sind valide Hintergrundinformationen zu Covid-19 und zu den rechtlichen Anordnungen und Rahmenbedingungen entscheidend. Die folgenden Fakten zum Ausbruch des Virus und zur Übertragung von Mensch zu Mensch sind bis heute bekannt: 

Die Coronavirus-Epidemie hat die Welt ohne Vorwarnung und in einem rasanten Tempo getroffen. Erstmals trat das neuartige Virus Ende Dezember 2019 in der chinesischen Millionenstadt Wuhan auf. Nach bisherigen Untersuchungen wurde es auf einem Markt für exotische Tiere auf Menschen übertragen. Es gehört zur Virusfamilie der Coronaviren und ist als Krankheitserreger sowohl bei Säugetieren, Fischen, Vögeln und dem Menschen bekannt. Coronaviren sind bekannt, schnell zu mutieren und Artenbarrieren zu überspringen. Aus diesem Grund war es möglich, dass der Erreger vom Tier direkt auf den Menschen übertragen wurde. 

Generell sind Coronaviren beim Menschen als Auslöser für Erkältungsbeschwerden mit unterschiedlichen Verläufen bekannt. Das neuartige Coronavirus hat die fachlichen Bezeichnungen SARS-CoV2 und verkürzt Covid-19 erhalten. Es befällt bei schweren Krankheitsverläufen vor allem die unteren Atemwege und die Lunge. In den Lungenbläschen bewirkt es unter anderem ein Absterben der Flimmerhärchen und flächendeckende Entzündungen des Lungengewebes. Flimmerhärchen, die medizinisch als Kinozilien bekannt sind, reinigen die Lunge fortlaufend. Diese Funktion können sie nach einem Befall mit Covid-19 nicht mehr ausführen. 

80 % aller Infizierten leiden unter Symptomen, die denen einer Erkältung gleichen. 20 % der Betroffenen entwickeln einen schweren Symptomverlauf. Sie können innerhalb weniger Tage eine beidseitige Lungenentzündung herausbilden. 

In Bezug auf die Intensität der Erkrankung ist eine pathologische Untersuchung eines Krankenhauses in Wuhan, die zwei Patienten mit einem Lungentumor operiert haben, bemerkenswert. Beide Patienten waren unwissentlich gleichzeitig mit dem neuen Coronavirus Covid-19 infiziert. Bevor sie klinische Symptome wie Fieber, trockenen Husten oder eine Lungenentzündung entwickelten, fanden die Ärzte vermehrt Ödeme und Ansammlungen von proteinreichem Schleim im Lungengewebe. Des Weiteren waren deutlich Entzündungszeichen und Schädigungen des Lungengewebes erkennbar. Der Bericht sagt aus, dass unerwarteterweise die „zarten Schleimhäute der Lungenbläschen von diesen Veränderungen betroffen waren.“ Covid-19 hat zusammenfassend das Potenzial, schwere Lungenentzündungen auszulösen, die lebensbedrohend sein können. 

Welche Risikogruppen im Besonderen gefährdet sind 

Aufgrund der täglich steigenden Fallzahlen in Europa und in allen Teilen der Welt und Tausenden von Toten ist es möglich, die Risikogruppen für Covid-19 eingrenzen. Vor allem die folgenden Personengruppen sind gefährdet, schwere Verlaufsformen nach einer Coronavirus-Infektion zu entwickeln: 

  • Personen mit Vorerkrankungen wie Diabetes, COPD und Asthma bronchiale. 

  • Personen mit einem Lebensalter > 60 Jahre. 

  • Untersuchungen zeigen ebenfalls, dass Raucher stärker betroffen sind als Nichtraucher. 

Untersucht man die Sterbefälle in Italien, China, Deutschland und weiteren Ländern, ist eines auffällig. Vor allem multimorbide Personen mit einem Lebensalter oberhalb von 80 Jahren weisen ein erhöhtes Sterberisiko auf, sobald sie eine beidseitige Lungenentzündung entwickeln. Sie versterben im Endeffekt nicht an der Pneumonie, sondern an einem Multi-Organversagen. Dieses entwickelt sich fortlaufend. Die Lunge ist mit fortschreitender Entzündung nicht mehr in der Lage, den Körper ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. Innere Organe wie Herz, Nieren, Leber und das Gehirn versagen in der Folge. Patienten mit einer schweren Verlaufsform der Coronavirus-Infektion haben eine höhere Überlebenschance, wenn sie für mehrere Tage künstlich beatmet werden. 

Warum jede Altersklasse Respekt vor SARS-CoV2/Covid-19 haben sollte  

Trotz eindeutig definierter Risikogruppen und Faktoren, die eine Erkrankung verschlimmern, können generell Menschen jeder Altersgruppe schwer an Covid-19 erkranken. Eine am 19.03.2020 veröffentlichte Studie des US Centers for Disease Control (CDC) zeigt eindeutig, dass Personen zwischen 20 Jahren und 44 Jahren ebenfalls mit schweren Verläufen rechnen muss. Für die Studie wurden aktuelle Daten aus 40 US-Bundesstaaten untersucht. 

25 % der klassifizierten Patienten klagten über schwere Krankheitsverläufe, 12 % mussten auf einer Intensivstation behandelt werden. Symptome wie hohes Fieber und lang anhaltende Atemnot waren somit für jeden 8. Jüngeren Menschen Realität. Trotz einer geringeren Sterblichkeit jüngerer Personen ist das Risiko für Komplikationen und äußerst schwere Verlaufsformen bei Ihnen ebenfalls signifikant. Aus diesem Grund ist es nachvollziehbar, dass neben Deutschland viele weitere Staaten die Schließung von Schulen, Kindergärten und Universitäten beschlossen haben. 

Schüler und Studenten sollten sich der Gefahr bewusst sein, die soziale Kontakte in der Corona-Krise für sie persönlich und für andere Menschen haben können. Vor allem Menschen mit Vorerkrankungen und ältere Menschen können durch soziale Distanzierung wirksam geschützt werden. Trotz der erfolgten Schulschließungen können die Schulleitung und Lehrkräfte online oder im Rahmen der Notbetreuung stetig auf junge Leute einwirken. Sie können aufzeigen, wie entscheidend das Einhalten von Regeln für die Eindämmung von Covid-19 ist. 

Wie wird das Coronavirus übertragen? 

Viren werden im Besonderen durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Bei einer Tröpfcheninfektion überträgt ein Mensch durch Niesen, Husten oder beim Sprechen feinste Sekrettröpfchen in Aerosolform. Diese gelangen auf Schleimhäute in Mund, Nase oder in den Augen und vermehren sich rasant. Um eine Übertragung mit Covid-19 vom Mensch zu Mensch zu verhindern, sollte bei sozialen Kontakten ein genereller Mindestabstand von 1,5 bis 2 Metern eingehalten werden. Ein Mundschutz wird vor allem Personen angeraten, die mit Covid-19 infiziert sind. Auf diese Weise können sie im öffentlichen Raum andere wirkungsvoller schützen. 

Essenziell ist darüber hinaus das Unterlassen der üblichen Begrüßungsformen, wie Händeschütteln oder Umarmen. Es bestehen geringe Chancen, dass Viren über Gegenstände wie Türklinken, Pakete oder Gebrauchsgegenstände übertragen werden. Einen direkten Nachweis, dass Menschen sich aktuell auf diese Weise mit Covid-19 infiziert haben, gibt es bisher nicht. Um eine Übertragung über Gegenstände auszuschließen, ist regelmäßiges Händewaschen nach jedem Kontakt die wichtigste Vorsichtsmaßnahme. 

Zusammenfassend ist jeder Mensch, unabhängig von seinem Alter aufgefordert, Sozialkontakte auf ein Minimum zu beschränken. Ausschließlich durch ein solches Vorgehen kann die Weiterverbreitung des Virus verlangsamt werden. Dies ist wesentlich, damit jeder Patient spezifisch behandelt werden kann. Auf diese Weise entsteht in Kliniken keine Überlastung, wie dies in Spanien und Italien aufgrund der hohen Fallzahlen sichtbar wird. 

Was Personen tun müssen, die aus Risikogebieten nach Deutschland einreisen 

Eine Vielzahl von gemeldeten Corona-Verdachtsfällen und tatsächlichen Infektionen wurde durch Urlaubsreisen und Klassenfahrten importiert. Viele Urlauber und Schüler aus Ägypten, Italien Südostasien und vor allem aus der Republik Österreich haben den Erreger unbewusst aus dem Skiurlaub oder im Rahmen von Schulfahrten mitgebracht. Sie erkrankten wenige Tage nach ihrer Rückreise. Um die Angehörigen und weitere Personen im Umfeld von Urlaubsrückkehrern zu schützen, hat die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut eindeutige Risikogebiete definiert: 

  • Ägypten: ganzes Land 

  • China: Provinz Hubei (inkl. Stadt Wuhan) 

  • Frankreich: Region Grand Est (diese Region enthält Elsass, Lothringen und Champagne-Ardenne) 

  • Iran: ganzes Land 

  • Italien: ganzes Land 

  • Österreich: Bundesland Tirol 

  • Spanien: Madrid 

  • Südkorea: Provinz Gyeongsangbuk-do (Nord-Gyeongsang) 

  • USA: Bundesstaaten Kalifornien, Washington und New York 

  • Innerdeutsch: Landkreis Heinsberg (Nordrhein-Westfalen) 

Für Reisende aus den definierten Risikogebieten gilt: Direkt nach der Ankunft aus einem der aufgeführten Gebiete müssen sie sich für 2 Wochen in eine häusliche Quarantäne begeben. Gleiches gilt für deutsche Staatsbürger, die vom Auswärtigen Amt weltweit aus Risikogebieten ausgeflogen wurden. Die Anordnung und Organisation der Quarantäne erfolgt auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes. Die Quarantäne wird direkt vom örtlich zuständigen Landesgesundheitsamt durchgesetzt. Der rechtliche Rahmen für Quarantänemaßnahmen ist im § 30 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) zu finden. Zuwiderhandlungen können mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren geahndet werden. 

Welche Vorsichtsmaßnahmen und konkreten Schritte bisher unternommen wurden, um das Coronavirus einzudämmen 

Es ist absehbar, dass Covid-19 das soziale Leben und die Wirtschaft in Deutschland über Wochen und Monate massiv beinträchtigen wird. Die Maßnahmen, die die Bundesregierung zum Schutz der Bevölkerung ausgegeben hat, sind umfangreich. In ihrer Dimension hätten derartige Maßnahmen der Freiheitsbeschränkung noch vor Wochen zu umfangreichen politischen und gesellschaftlichen Diskussionen und Demonstrationen geführt. Nachdem die Zahl der Infizierten, der schweren Verläufe und ebenso der Todesfälle von Tag zu Tag rasant ansteigen, sind die ergriffenen Maßnahmen nachvollziehbar und alternativlos. 

Die folgenden Vorsichtsmaßnahmen, Rechtsvorschriften und Allgemeinverfügungen wurden implementiert, um die Bevölkerung in Deutschland zu schützen und Covid-19-Erkrankungen einzudämmen:

Schließung der folgenden Einrichtungen 

Kultureller Bereich 

Diskotheken, Bars, Kneipen und Clubs ?sowie Theater, Opern, Kinos, Museen, Konzerthäuser sowie Messen und Ausstellungen in Deutschland. 

Freizeitbereich 

Schwimmbäder, Fitnessstudios, Saunen, Bordelle. 

Allgemeine Plätze 

Spielplatze. In Parks oder in der Öffentlichkeit dürfen ausschließlich Personen mit ihren Familienangehörigen unterwegs sein. In einigen Bundesländern gelten verschärfte Ausgangssperren. 

Religiöses Leben 

Kirchen und Gotteshäuser anderer Religionsorganisationen sind geschlossen. 

Einkaufsmöglichkeiten 

Bekleidungsgeschäfte sowie alle anderen Handelshäuser, die keine Güter des täglichen Bedarfs verkaufen, sind geschlossen. 

Restaurants 

Update: In einigen Bundesländern werden Restaurants und Cafés ebenfalls ganztätig geschlossen. Sie dürfen „außer Haus“ oder am Drive-in-Schalter Speisen und Getränke verkaufen. 

Hotels und Urlaubsreisen 

Hotels dürfen nicht mehr zu privaten, touristischen Zwecken genutzt werden. In einigen Bundesländern (z. B. Niedersachsen) sind Hotelübernachtungen komplett untersagt. 

Zusammenfassend gilt: Das öffentliche Leben in der Bundesrepublik Deutschland ist eingeschränkt wie selten zuvor. Ausschließlich Lebensmittelmärkte, Ärzte und Krankenhäuser sowie Geschäfte, die Waren des täglichen Bedarfs anbieten, dürfen öffnen. Jede Person ist angehalten, Abstand zu bewahren. Soziale Kontakte sollten so weit wie möglich eingestellt werden. 

Mit steigender Zahl von Neuinfektion ist damit zu rechnen, dass weitere Maßnahmen bundesweit oder spezifisch in einigen Bundesländern implementiert werden. Ziel jeder Maßnahme ist das Eindämmen von Neuerkrankungen, da diese vor allem bei älteren Menschen ein Risikopotenzial für schwere Verläufe beinhalten. 

Zu welchen Präventionsregeln Virologen und Experten konkret raten, um Ansteckungen zu vermeiden? 

Das Robert-Koch-Institut (RKI), das als Bundesinstitut das Bundesministerium für Gesundheit berät, rät zu den folgenden Präventionsregeln, um Ansteckungen mit Covid-19 zu vermeiden: 

Präventionsregeln 

Ausprägung 

Sozialdistanz 

  • 1 – 2 Meter Abstand zwischen hustenden und niesenden Personen. Genereller Sicherheitsabstand zwischen Menschen in der Öffentlichkeit. 

  • Kontakte mit anderen Menschen und zwingend mit Personen, die zu den Risikogruppen gehören, sollten so weit wie möglich vermieden werden. (Alternative: Videokonferenzen, Social-Media) 

Händehygiene 

  • Gründliches Waschen der Hände mit Wasser und Seife nach jedem möglichen Kontakt mit Menschen oder Gegenständen, die kontaminiert sein könnten. Das Händewaschen sollte generell 20 – 30 Sekunden dauern. Es sollte ebenfalls die Hand-Zwischenräume beinhalten. 

Husten- und Nieshygiene 

  • Jede Person sollte darauf achten, beim Husten oder Niesen die Armbeuge zu nutzen. In anderen Fällen besteht die Gefahr, dass sich Viren ungehindert in der Atemluft verteilen. 

Naseputzen 

  • Zum Naseputzen sollten ausschließlich Papiertaschentücher benutzt werden. Nach dem Putzen der Nase müssen diese im Restmüll entsorgt werden. 

Mundschutz 

  • Es wird nicht generell empfohlen, einen Mundschutz zu tragen. Steht man mit potenziell Erkrankten im Kontakt, sollte eine Atemschutzmaske der Gefahrenklasse FFP2 oder FFP3 getragen werden. Ist keine Atemschutzmaske zur Hand, sollte ein Kontakt vermieden werden. 

Häusliche Quarantäne 

  • Personen, die aus Risikogebieten nach Deutschland einreisen, müssen sich 2 Wochen in Quarantäne begeben, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Zu den Risikogebieten gehören unter anderem die Region Hubei (Wuhan), Italien, große Teile der Republik Österreich und weitere europäische Nachbarländer. 

Wichtige fortlaufend aktualisierte Links zur Covid-19-Epidemie in Deutschland: 

Was als Präventionsmaßnahme dringend beachtet werden muss: 

Führende Virologen weisen in Bezug auf Vorsichts- und Präventionsmaßnahmen vor allem darauf hin: 

  • Soziale Kontakte weitestgehend zu vermeiden und in öffentlichen Räumen, beispielsweise in einem Supermarkt, ausreichend Abstand zu anderen Menschen zu halten. 

  • Auf eine umfassende Händehygiene zu achten. Dies schließt ein, mit den eigenen Händen nicht Mund, Nase oder Augen zu berühren, wenn man sich in der Öffentlichkeit befindet. 

Werden diese und weitere Vorsichtsmaßnahmen, wie die Nutzung von Desinfektionsmitteln und eine korrekt Husten- und Nieshygiene beachtet, kann das Risiko für eine Ansteckung deutlich verringert werden. Hierbei sollte jeder Mensch sowohl auf sich persönlich wie auf seine Mitmenschen achten. Niemand sollte andere Person durch leichtsinniges oder fahrlässiges Handeln in Gefahr bringen. 

Was man tun sollte, wenn man eine Ansteckung mit dem Coronavirus befürchtet 

Die Gefahr, sich mit dem Coronavirus SARS-CoV2/Covid-19 anzustecken ist real. Trotz umfangreicher Präventionsmaßnahmen, Schulschließungen und der weitgehenden Einstellung des öffentlichen Lebens, nehmen die Zahlen der Infizierten in den meisten betroffenen Ländern exponentiell zu. Da Covid-19 bei jedem Patienten unterschiedliche pathophysiologische Reaktionen auslöst, empfindet jeder Betroffene den Krankheitsverlauf andersartig. 

Vor dem Hintergrund, dass derzeit in Deutschland ebenfalls die „normale“ Influenza ausbreitet und darüber hinaus grippale Infekte üblich sind, ist eine Unterscheidung nicht einfach. Aus den Beobachtungen, wissenschaftlichen Untersuchungen und Tatsachenberichten der Erkrankten kann abgeleitet werden, welche typischen Symptome eine Covid-19-Infektion in den meisten Fällen auslöst: 

  1. In der Inkubationszeit, die zwischen 5 und 14 Tagen dauert, reichert sich die Viruskonzentration im Rachen und der Lunge fortlaufend an. In dieser Zeit kann man für andere hoch ansteckend sein, ohne dies persönlich zu bemerken. 

  1. Die ersten Symptome nach der Inkubationszeit sind in der Regel: 

  • trockener Husten, 

  • Halsschmerzen, 

  • Heiserkeit sowie 

  • beginnendes Fieber. 

  1. Durch die vermehrte Schleimproduktion in der Lunge erhöht sich die Intensität des Hustens. Nach wenigen Stunden kann das Fieber deutlich steigen. Bei schweren Verlaufsformen entwickelt sich eine beidseitige, lebensbedrohliche Lungenentzündung mit Atemnot. 

  1. Unspezifische Symptome wie Schnupfen, Gliederschmerzen oder Abgeschlagenheit können ebenfalls auftreten. 

  1. Neue Untersuchungen zeigen, dass der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns ebenfalls ein Symptom einer Corona-Infektion sein kann. (Quelle: Ärztezeitung vom 17.03.2020

Wichtige Schritte bei einem Verdachtsfall auf SARS-CoV2/Covid-19 

Hat man den Verdacht, an SARS-CoV2/Covid-19 erkrankt zu sein, ist es aus medizinischer und rechtlicher Sicht entscheidend, die folgenden Schritte einzuhalten. Dies gilt ebenfalls für die Schulleitung, Lehrkräfte oder andere Betreuungskräfte, die aufgrund von Symptomen die Vermutung haben, dass ein Kollege oder Kind infiziert sind: 

  1. Anruf beim eigenen Hausarzt. Der Hausarzt informiert, welche weiteren Schritte notwendig sind. Entweder nimmt dieser persönlich den Test vor Ort oder benachrichtigt das örtliche Gesundheitsamt (Suchfunktion Gesundheitsämter unter folgendem Link). In vielen Gemeinden gibt es ebenfalls mobile Testzentren in der Nähe von Krankenhäusern. 

  1. Bis zur Bekanntgabe des Testergebnisses muss jeder Verdachtsfall in häuslicher Quarantäne verbleiben. 

  1. Der Anweisung der Gesundheitsbehörden oder des Klinikpersonals muss umgehend Folge geleistet werden. Die gesetzliche Grundlage hierfür bildet das Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (IFSG).

Zusammenfassung und Fazit 

Die Covid-19-Infektion betrifft Menschen auf allen Kontinenten und hat Auswirkungen auf die globalisierte Wirtschaft. Sie berührt ebenfalls den Schulsektor und die Bildungseinrichtungen in Deutschland. Durch das temporäre Schließen von Schulen, Kitas, Kindertagesstätten und anderen Betreuungseinrichtungen kommen auf die Schulleitung, Direktoren, Lehrkräfte und Betreuungspersonen umfangreiche Herausforderungen zu. 

Sie sind vor allem verantwortlich, organisatorisch sicherzustellen, dass eine Notbetreuung in Schulen und Kindergärten gewährleistet ist. Auf Basis der rechtlichen Grundlagen müssen sie entscheiden, wem in der Corona-Krise ein Betreuungsplatz angeboten werden kann. Lehrkräfte haben darüber hinaus die Aufgabe, ihren Schülerinnen und Schülern Aufgaben und Lernmaterial zu übermitteln, um die Zeit der Schulschließung wirksam zu überbrücken. Die Zukunft wird zeigen, wie schnell Lerninhalte nachgeholt und Klausuren und Arbeiten nachgeschrieben werden können. Vor allem für die Abiturprüfungen gilt es, kurzfristig adäquate Lösungen zu finden, die ein faires Abitur gewährleisten und die Zukunftschancen junger Leute wahren. 

Zusammenfassend gilt sowohl für den schulischen Bereich wie für das soziale Miteinander in Deutschland: Die Herausforderungen, die durch die schnelle Ausbreitung von Covid-19 entstanden sind, können ausschließlich durch Kommunikation, Empathie und Hilfsbereitschaft gelöst werden. Dies bedeutet vor allem, durch das Unterbinden sozialer Kontakte die Weiterverbreitung des Coronavirus zu verhindern. Hygienemaßnahmen die in Schulen, öffentlichen Einrichtungen und von jeder Person individuell eingehalten werden, können im Endeffekt dazu führen, dass das öffentliche Leben, so wie wir es kennen, kurzfristig weitergeführt werden kann. Bis zu diesem Zeitpunkt ist es noch ein weiter und steiniger Weg. Ausschließlich gemeinsam und durch das Einhalten aller Maßnahmen kann Covid-19 an seiner Verbreitung gehindert und der persönliche und wirtschaftliche Schaden eingegrenzt werden.

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Kommentare zu "Coronavirus: Was Schulen und Lehrkräfte jetzt beachten sollten"
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