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Wenn Ihr Kind ständig durch den Mund atmet und dauernd verschnupft ist, kann das eine einfache Ursache haben: Viele Kinder leiden unter vergrößerten Rachenmandeln, auch „Polypen“ genannt.
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Polypen bei Kindern: Das sollten Sie wissen um Ihrem Kind zu helfen

Hilfe bei vergrößerten Rachenmandeln

Wenn Ihr Kind ständig durch den Mund atmet und dauernd verschnupft ist, kann das eine einfache Ursache haben: Viele Kinder leiden unter vergrößerten Rachenmandeln, auch „Polypen“ genannt. Der HNO-Arzt rät häufig zur Operation. Lesen Sie hier, wann eine Operation wirklich sein muss und welche anderen Behandlungsmöglichkeiten es gibt. 

Expertenrat von 
Silke Lemhöfer, Heilpraktikerin und Dozentin

Was sind eigentlich Polypen?

Rachenmandeln oder „Adenoide“ heißen sie in der Fachsprache. Wie die Gaumenmandeln auch bestehen sie aus Lymphgewebe. Zusammen mit vielen weiteren kleineren Lymphgewebeknoten bilden sie eine Abwehrmauer gegen Krankheitskeime.

Warum haben so viele Kinder große Polypen?

Gerade bei Kleinkindern leistet das Immunsystem Schwerstarbeit. Ständig müssen Keime abgewehrt und Krankheiten bekämpft werden. Die Folge: Die Lymphorgane, die Hauptwaffe des Körpers, sind ständig gefordert. Sie wachsen und werden stärker und größer. Auch eine Allergie kann das Lymphgewebe und damit die Polypen anschwellen lassen. Und nicht zuletzt bekommen manche Kinder große Mandeln und Polypen schon in die Wiege gelegt.

Wann schaden vergrößerte Polypen?

Ab einer gewissen Größe versperren die Polypen den Nasen-Rachen-Raum. Als Folge davon kommt es zu diesen Anzeichen:

  • ständige Mundatmung
  • näselnde Sprache
  • Schnarchen
  • unruhiger und gestörter Schlaf
  • in schweren Fällen Atemaussetzer
  • Tagesmüdigkeit
  • Appetitlosigkeit

Warum hört mein Kind so schlecht?

Ein weiteres Problem ist, dass die Polypen genau am Eingang des Verbindungsgangs zum Ohr sitzen. Vergrößern sie sich, verhindern sie die Belüftung des Mittelohrs. Das führt oft zu:

  • Mittelohrentzündung
  • Ansammlung von Wasser und Sekret im Mittelohr
  • Schwerhörigkeit
  • verzögerter Sprachentwicklung

Das angesammelte Wasser und das Sekret im Ohr können zu einer sogenannten „Schallleitungsschwerhörigkeit“ führen. Ihr Kind hört dann wie unter einer dicken Käseglocke. Damit das Mittelohr belüftet wird und das Sekret hinter dem Trommelfell abfließen kann, setzen viele HNO-Ärzte bei der Polypen-Operation gleichzeitig Paukenröhrchen ein.

Müssen vergrößerte Polypen unbedingt operiert werden?

Je älter ein Kind wird, desto seltener werden die Infekte. Ab dem Schulalter verkleinern sich die Polypen daher von allein. Sind die Symptome nur mäßig stark ausgeprägt, können Sie getrost erst einmal abwarten. Ist eine Allergie die Ursache für die Vergrößerung, reicht es oft schon, diese zu behandeln. Aus schulmedizinischer Sicht ist eine Operation der vergrößerten Polypen immer dann notwendig, wenn

  • die Nasenatmung Ihres Kindes so schwer und anhaltend behindert ist, dass es verstärkt zu Infekten kommt,
  • Ihr Kind nachts Atemaussetzer hat,
  • sich ein chronischer Erguss im Mittelohr gebildet hat, der das Hören einschränkt und die Sprachentwicklung behindert.

Anders als bei der Entfernung der (Gaumen-)Mandeln ist die Polypen-OP ein relativ harmloser Eingriff, der meist ambulant im Krankenhaus durchgeführt werden kann.

Kann man Polypen auch homöopathisch behandeln?

Viele Kinder in meiner Praxis reagieren bei vergrößerten Mandeln und Polypen sehr gut auf eine homöopathische Behandlung. Allerdings muss das Mittel nach den individuellen Symptomen Ihres Kindes sehr genau ausgewählt werden. Ich empfehle Ihnen, eine solche Behandlung von einem Homöopathen durchführen zu lassen.

Diese Mittel haben sich bei vergrößerten Polypen bewährt

Barium carbonicum:

  • Ihr Kind hat stark geschwollene Mandeln und leidet unter häufigen Mandelentzündungen. Auch die Lymphdrüsen sind geschwollen. Es ist leicht erkältet, atmet meist durch den offenen Mund und neigt zu Schwerhörigkeit. Es tendiert zu Übergewicht, lässt es gern geruhsam angehen und bewegt sich unbeholfen. Insgesamt ist Ihr Kind ein Spätentwickler; es lernt nur langsam und hat ein schlechtes Gedächtnis. Auch hat es wenig Selbstvertrauen und fürchtet sich vor allem Fremden.

Barium iodatum:

  • Die Symptome ähneln denen von Barium carbonicum. Jedoch ist Ihr Kind empfindlich und reizbar. Trotz guten Appetits ist es mager und ermüdet schnell.

Calcium carbonicum:

  • Neben stark geschwollenen Mandeln und Polypen ist Ihr Kind häufig erkältet; es neigt zu Bronchitis und Asthma. Es schwitzt viel, vor allem am Kopf und im Nacken. Insgesamt ist es langsam, etwas träge und bewegt sich ungern. Es liebt die vertraute Umgebung und leidet unter vielen Ängsten. Auch neigt es zu Ekzemen und Verstopfung.

Calcium phosphoricum:

  • Ihr Kind neigt zu wiederkehrenden Mandelentzündungen. Es klagt über Bauchschmerzen und Appetitlosigkeit. Es entwickelt sich langsam (Laufen, Zahnen, Sprechen). Später ist es hochgewachsen und dünn. Nach oder in der Schule klagt es über Kopfschmerzen. Es ist oft reizbar und nachtragend.

Silicea:

  • Ihr Kind neigt zu eitrigen Entzündungen, z. B. eitriger Mandelentzündung, Bronchitis oder Nebenhöhlenentzündung. Es friert leicht (besonders an den Füßen und am Kopf) und ist schnell erkältet. Vom Wesen her ist es schüchtern, ernst und gewissenhaft. Es ist zart, blass, nervös und hat wenig Selbstvertrauen.

Teuricum marum verum:

  • Die Nase Ihres Kindes ist ständig verstopft. Es klagt über ein Kribbeln im hinteren Nasenbereich. Dort gehen grün-gelbe Sekrete stückchenweise ab, die unangenehm riechen.

Tuberculinum:

  • Ihr Kind ist sehr infektanfällig. Besonders neigt es zu Infekten der oberen Luftwege (Mittelohrentzündung, Bronchitis, Lungenentzündung). Es ist schlank und hochgewachsen. Zudem ist es anspruchsvoll, neigt zu Wutanfällen und braucht ständig Abwechslung. Typisch sind Zähneknirschen im Schlaf und das Verlangen nach eiskalter Milch.

Dosierung:

Falls eine dieser Beschreibungen gut zu Ihrem Kind passt und Sie zunächst selbst einen Versuch starten wollen, empfehle ich diese Dosierung: alle Mittel in der Potenz C 30, drei Tage lang jeweils drei Globuli, anschließend vier bis sechs Wochen abwarten. Falls sich keine Besserung einstellt, fragen Sie bitte Ihren Homöopathen um Rat.

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