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Schulkind zeigt während des Unterrichts auf
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4 Schritte zu besseren Noten

Fehler machen klug

Lucy kommt weinend von der Schule nach Hause. Sie ist unglücklich, weil sie im Unterricht eine falsche Antwort gegeben hat. Der Lehrer hat den Kopf geschüttelt, und die halbe Klasse hat gelacht. Wie peinlich! Die Situation bekommt Lucy tagelang nicht aus dem Kopf. Freiwillig melden wird sie sich lange nicht mehr. Die Schülerin fühlt sich blamiert und schadet sich damit selbst. Lesen Sie, wie Lucy und andere Kinder lernen können, mit Fehlern produktiv umzugehen. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

In den Köpfen unserer Kinder herrscht ein starkes Sicherheitsdenken. Keiner möchte etwas falsch machen und sich damit dem Spott andere aussetzen. Besonders nicht in der Schule, denn hier sind Leistung, gute Noten und Wissensvermehrung Voraussetzungen für den Erfolg. Das erklärte Ziel der Schülerinnen und Schüler ist es, die Hausaufgaben fehlerlos abzugeben sowie auch in Tests und Klassenarbeiten mit höchster Punktzahl abzuschneiden. Dieses Sicherheitsdenken führt dazu, dass ausgefallene Lösungen nicht gesucht und kreative Denkwege gar nicht erst beschritten werden. Schade, denn vom dummen Fehler zum genialen Einfall ist der Weg oft gar nicht so weit.

Etwas nicht zu wissen, ist nicht schlimm: Es kommt darauf an, wie Ihr Kind mit Fehlern umgeht

Jeder Mensch lernt lebenslang, und das bedeutet zwangsläufig, dass er nicht alles wissen kann. Auch Ihr Kind besucht die Schule, um stetig mehr Fähigkeiten, Wissen und Fertigkeiten zu erwerben. Wenn es seine Fehler erkennt, annimmt und darüber nachdenkt, hat es gute Chancen, sie künftig nicht zu wiederholen, neue Lösungen auszuprobieren und erfolgreich zu sein. Wenn es seine Fehler allerdings vertuscht, nicht darüber nachdenkt, leugnet oder peinlich findet, wird der Denkprozess „abgeschnitten“. Sie können Ihrem Kind dabei helfen, mit Fehlern produktiv umzugehen.

Mögliche Reaktionen auf Fehler Ihres Kindes

1. Reagieren Sie konstruktiv

Fehler macht jeder, und Eltern können durchaus nachvollziehen, wie sich ihr Kind fühlt. Das dürfen Sie zeigen, ohne den Fehler zu sehr zu gewichten. Viele Kinder nehmen sich ihre Fehler sehr zu Herzen, das sollten Sie nicht unterstützen. Dramatisieren oder den Fehler auf andere schieben sind keine konstruktiven Lösungen. Die Tabelle (siehe unten links) zeigt, wie positive und negative Reaktionen auf Fehler Ihres Kindes aussehen können.

2. Gehen Sie Fehlern auf den Grund

Manchmal sind die Ursachen für Fehler schnell gefunden, dann wieder dauert es länger, bis der Grund erkannt ist. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, wie der Fehler passieren konnte: „Was glaubst du, warum hast du diesen Fehler gemacht?“ Möglicherweise deckt es so eine falsche Strategie oder einen unlogischen Gedankengang auf. Je länger Ihr Kind darüber nachdenkt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es den Fehler so schnell nicht wieder macht.

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Fragen Sie beispielsweise bei falschen Rechenergebnissen nach:

  • Warum ergibt sich bei dir dieses Ergebnis?
  • Wie bist du beim Rechnen vorgegangen?
  • Warum hast du diesen Weg gewählt?
  • Welche Wege kennst du noch?

3. Entwickeln Sie gemeinsam clevere Lösungen

Um Fehler in Zukunft zu vermeiden, gibt es jede Menge Möglichkeiten. Vielleicht benötigt Ihr Kind Lernhilfe, einen ruhigeren Arbeitsplatz oder eine besondere App, um Zusammenhänge besser zu verstehen. Das ist ganz individuell und lässt sich nur im gemeinsamen Gespräch über den Fehler klären. Lassen Sie sich dabei Zeit, und probieren Sie gemeinsam verschiedene Lösungswege aus.

4. Gehen Sie selbst entspannt mit Ihren eigenen Fehlern um

Gerade bei Grundschulkindern ist die Vorbildfunktion der Eltern enorm. Wenn Ihr Kind erlebt, wie entspannt und produktiv Sie selbst mit Ihren eigenen Fehlern umgehen, übernimmt es dieses Verhalten und profitiert davon.

Tabelle: Mögliche Reaktionen auf Fehler Ihres Kindes

 

Reaktionnicht so gutbesser
Bagatellisieren Sie Fehler nicht."Ist doch nicht so wichtig, ob man nun das s in der 3. Person im Englischen anhängt oder nicht.""Das s in der 3. Person muss mit, in Zukunft denkst du einfach daran."
Schieben Sie Fehler nicht auf andere."Das hätte eure Lehrerin aber auch besser erklären müssen.""Was die Ursache für den Fehler war, ist jetzt egal. Hauptsache, du wiederholst ihn nicht."
Dramatisieren Sie Fehler nicht"Jetzt hast du schon wieder eine Arbeit in den Sand gesetzt!""Beim nächsten Mal bereiten wir uns einfach besser vor."
Seien Sie nicht unsolidarisch"Deiner Freundin ist das nicht passiert, sie hat sicher besser aufgepasst.""Das hätte mir auch passieren können, denn die Regel ist nicht einfach."
Geben Sie kein negatives Feedback."Da hast du jetzt aber wieder grundsätzlich etwas nicht verstanden.""Eigentlich ist es doch gut, dass du grade diesen Fehler gemacht hast. Das können wir nun gemeinsam klären."

 

 

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