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Kleines Mädchen spielt im Wald
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Ganzheitlich lernen: Leichter lernen mit allen Sinnen

Lernen leicht gemacht

Hören, Sehen, Riechen, Schmecken und Tasten: Alle Informationen, die uns erreichen, werden über unsere fünf Sinne aufgenommen und vom Gehirn verarbeitet. Aus der modernen Gehirnforschung wissen wir heute, dass intensive Eindrücke und solche, die sich wiederholen, im Langzeitgedächtnis gespeichert werden. Das, was uns nicht so berührt oder interessiert, landet lediglich im Kurzzeitgedächtnis. Damit das Gelernte im Langzeitgedächtnis gespeichert werden kann, sollte es daher möglichst viele Sinne ansprechen. Wie Sie „Lernen mit allen Sinnen“ bei Ihrem Kind fördern können, erfahren Sie hier. 

Silke Lemhöfer, Heilpraktikerin und Dozentin
Expertenrat von 
Silke Lemhöfer, Heilpraktikerin und Dozentin

Tom muss Vokabeln lernen. Eine ganze Stunde hat er damit verbracht, sich die englischen Wörter und ihre Bedeutung immer wieder durchzulesen. Doch die Enttäuschung lässt nicht lange auf sich warten: Als seine Mutter ihn am Abend abfragt, hat er jedes zweite Wort schon wieder vergessen. Was ist passiert? Die Erfahrung, dass Lernen, so wie wir es kennen, nicht wirklich zum Erfolg führt, haben wir wahrscheinlich alle schon mal gemacht. Aber warum ist das so? Die Antwort ist ganz einfach: Die meisten traditionellen Lernmethoden benutzen nur das Sehen und das Hören. Lesen, zuhören, lesen, zuhören: So sieht der Schulalltag unserer Kinder aus. Dem Gehirn ist das einfach zu langweilig. Es schaltet ab und lässt die Informationen im Kurzzeitgedächtnis, wo sie schon bald wieder vergessen sind.

Lernen mit allen Sinnen macht das Lernen leicht

Glücklicherweise zeigt uns die moderne Gehirnforschung einen Ausweg aus der Lern-Misere: Haben unsere Kinder die Möglichkeit, etwas mit allen Sinnen zu erfahren, etwas zu berühren und vielleicht sogar zu schmecken oder zu riechen, wird es für das Gehirn interessant. Statt den Lernstoff nur im Kurzzeitgedächtnis abzuspeichern, legt das Gehirn die so aufgenommenen Informationen tief in seinem Langzeitspeicher ab.

Hierzu ein Beispiel aus meiner eigenen Lernerfahrung:

Als ich mich auf die Heilpraktiker-Prüfung vorbereitete, verzweifelte ich regelmäßig an der großen Menge Wissensstoff, den ich zu lernen hatte. Ich wusste: Am Tag der Prüfung musste das ganze Wissen über all diese Krankheiten, Symptome und Therapien sofort abrufbar sein. Aber wie sollte ich das schaffen? Ich war nicht mehr die Jüngste, und mein Gehirn schien mir wie ein großes Sieb zu sein: Alles was ich oben hineinfüllte, fiel unten gleich wieder raus. Was ich an einem Tag am Schreibtisch gebüffelt hatte, hatte ich am nächsten Tag schon wieder vergessen.

Warum nicht mal etwas Neues ausprobieren?

Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus. Ich war frustriert, mein Rücken schmerzte vom vielen Sitzen am Schreibtisch, und ich wollte nur noch eins: raus an die schöne Sonne, spazieren gehen und den Frühling genießen. „Warum nicht mal etwas Neues ausprobieren?“ dachte ich. Ich diktierte mir den Lernstoff auf meinen MP-3-Player, nahm die Kopfhörer aus dem Regal und machte einen langen Spaziergang durch den Park. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: All die Zusammenhänge und Tabellen, die ich vorher nicht in meinen Kopf bekommen hatte, waren auf einmal wie eingewachsen in meinem Gehirn.

Der Trick war: Ich brauchte in Gedanken nur die Orte durchzugehen, an denen ich entlanggelaufen war, mir vorstellen, was ich dort gefühlt, gesehen und gerochen hatte – schon fiel mir genau der Text ein, den ich an dieser Stelle gehört hatte. Und ich kann es kaum glauben: Bis heute noch fallen mir bei einem Spaziergang durch diesen Park an den entsprechenden Stellen viele der damals gelernten Fakten auf Anhieb wieder ein.

Lernen mit allen Sinnen: So geht’s

Sie möchten wissen, wie Sie Ihrem Kind auf diese Weise beim Lernen helfen können? Im Grunde sind Ihrer Fantasie dabei keine Grenzen gesetzt. Sie können z. B. …

  • Vokabeln abfragen, während Ihr Kind auf dem Trampolin springt
  • Ihr Kind motivieren, im Zimmer umherzugehen, während es ein Gedicht lernt
  • Ihrem Kind bei einem Spaziergang an jeder Kreuzung eine Hauptstadt abfragen
  • einen Spaziergang im Wald unternehmen, wenn im Unterricht gerade das Thema „Bäume“ ansteht
  • mit Ihrem Kind zusammen im Alltag nach geometrischen Formen suchen, wenn es diese gerade in der Schule durchnimmt
  • mit Ihrem Kind Dokumentationen oder Wissenssendungen im Fernsehen anschauen:

– Wissen macht Ah! (KiKA)

– Die Sendung mit der Maus (ARD)

– Erde an Zukunft (KiKA)

– Checker Tobi (ARD)

– Logo (KiKA)

  • geeignete Kinder-Internetseiten heraussuchen:

– GEOlino

– Wissen macht Ah!)

– Primolo

– Kindernetz

  • oder Lern-Apps nutzen:

– Köng der Mathematik junior (iPad, iPhone, Android, Kindle)

– LiesMich (iPad, iPhone)

– Explorium – Weltraum für Kinder (iPad, iPhone, Android)

Einfach „dufte“! Lernen mit ätherischen Ölen

Düfte haben eine sehr starke Wirkung auf unser Gehirn. Sie gelangen ohne Umwege direkt in das limbische System. Das ist der Teil im Gehirn, in dem unsere Gefühle verarbeitet werden. Düfte helfen dabei, uns schnell und effektiv zu erinnern. Sie werden mit den Erinnerungen gemeinsam im limbischen System gespeichert. Auf diese Weise wird der Lernstoff tief im Gehirn verankert, von wo er jederzeit abrufbar ist. Doch nicht nur das: Ätherische Öle sind auch eine schnelle und effektive Hilfe, um Ängste, Stress und Lustlosigkeit beim Lernen abzubauen. Zunächst möchte ich Ihnen mit der Tabelle unten auf dieser Seite einen kleinen Überblick über die Wirkungen einiger ätherischer Öle geben, die Ihrem Kind beim Lernen helfen. Wählen Sie daraus das Öl, das am besten zur aktuellen Situation Ihres Kindes passt. Verwenden Sie das Öl jedoch nur, wenn Ihr Kind den Duft auch mag!

So können Sie die Öle anwenden …

1. In der Duftlampe:

Geben Sie vier bis sechs Tropfen des ätherischen Öls oder der Ölmischung mit ein wenig Wasser in die Schale der Duftlampe. Auch Luftbefeuchter an Heizkörpern eignen sich gut zur Verbreitung eines Duftes im Raum.

2. Auf einem Wattebausch oder Taschentuch:

Diese Methode ist besonders für die Schule geeignet. Nehmen Sie hierfür denselben Duft, den Ihr Kind zu Hause beim Lernen verwendet hat. Ein bis zwei Tropfen des Öls, auf das Taschentuch oder die Watte geträufelt, reichen.

3. Als Airspray oder Aroma-Roll-on:

Ohne viel Aufwand können Sie den Lieblingsduft Ihres Kindes auch als Spray oder Roll-on herstellen: Besorgen Sie sich hierzu eine kleine Sprayflasche (10 ml) oder einen Roll-on im Internet bzw. in der Apotheke. Füllen Sie diesen mit 10 ml Jojobaöl und sechs bis acht Tropfen ätherischem Öl.

4. Als Duftbad:

Ein wärmendes Bad mit ätherischen Ölen verwöhnt, heilt und beruhigt die Psyche. Verrühren Sie hierzu etwa 10 Tropfen ätherisches Öl mit drei bis vier Esslöffeln flüssiger Sahne oder flüssigem Honig. Geben Sie die Mischung anschließend in das Badewasser (Wassertemperatur 36 bis 38 Grad).

Mein Tipp: Meine besten Duftmischungen zum Lernen (alle für die Duftlampe)

Lernmischung „Kopf frei“

Diese Lernmischung für einen frischen Geist ist bei vielen meiner kleinen Patienten besonders beliebt: je 2 Tropfen Orange, Zitrone, Krauseminze, Muskatellersalbei, Rosmarin und Ackerminze.

Gute-Laune-Lernmischung

Mag Ihr Kind keine Hausaufgaben machen und ist die Laune im Keller, hilft diese Mischung: 5 Tropfen Orange, 2 Tropfen Limette und 1 Tropfen Berga motte.

Einschlafmischung „Cool bleiben“

Als Einschlafhilfe bei Ängsten vor der nächsten Klassenarbeit: 2 Tropfen Neroli, 5 Tropfen Melisse und 1 Tropfen Vanille.

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