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Bis zu welchem Alter kann ich meinem Kind Verbote erteilen?

Immer wieder gibt es im Familienalltag Situationen, in denen man sich als Eltern fragt, ob es in Ordnung ist, wenn jetzt ein Verbot ausgesprochen wird. Vor allem wenn Ihr Kind bereits in der Pubertät ist und langsam erwachsen wird, ist es für Sie als Eltern nicht immer leicht zu entscheiden, ob ein Verbot die richtige pädagogische Maßnahme ist bzw. ob Sie Ihrem (fast) erwachsenen Kind überhaupt etwas verbieten können.  

Jan-Uwe Rogge Portrait
Expertenrat von 
Dr. Jan-Uwe Rogge, Familienberater und Bestsellerautor

Pubertät: 2 Fronten treffen aufeinander

Die Beispiele oben zeigen an typischen Konfliktsituationen: Wenn Eltern erziehen und zugleich die Beziehung zu ihren heranwachsenden Kindern aufrechterhalten wollen, dann treffen zwei ganz verschiedene Welten aufeinander:

  • Ihr Kind will Freiheit und Abenteuer! Auf der einen Seite ist da Ihr pubertierendes Kind, das sich in die Welt aufmacht, sich die Freiheit nimmt, Grenzen zu überschreiten, sie einreißt, unbekanntes Terrain erkundet und sich dabei wenig um Regeln oder Absprachen kümmert. Pubertierende wollen die Befriedigung ihrer Bedürfnisse – nicht irgendwann, sondern sofort und auf der Stelle. Wer das nicht versteht – und das sind ja meistens die Eltern –, versteht die Heranwachsenden nicht. Solche Erwachsene sind uncool, uneinsichtig, „versauen“ einem die Zukunft.
  • Sie haben eine Erziehungsverantwortung! Und auf der anderen Seite sind dann Sie, Vater oder Mutter, Erwachsene, die in einer Erziehungsverantwortung stehen. Sie nehmen schnell wahr bzw. wissen, dass Sie, wenn Sie dieser Verantwortung nachkommen, schnell – aus der Sicht Ihres Kindes – „peinlich“ werden.

  • Sie haben einen Erfahrungsvorsprung! Als Eltern haben Sie einfach auch Erfahrungsvorsprünge, die für Ihr heranwachsendes Kind wichtig sind, weil sie Halt und Orientierung geben. Ihre Erfahrungsvorsprünge werden allerdings dann in der Kommunikation mit Ihrem Kind zu einem Problem, wenn Sie sich als Besserwisser aufspielen.
  • Sie sind an rechtliche Vorgaben gebunden! Ihr elterliches Erziehungshandeln kann nicht losgelöst von rechtlichen Überlegungen betrachtet werden. Das Jugendschutzgesetz regelt das nächtliche Ausgehen (und Nach-Haus-Kommen) ebenso wie den Umgang mit Alkohol. Als Eltern sind Sie daran gebunden und müssen auf die Vorgaben bestehen. Das bedeutet aber: Heranwachsende sehen den Sinn solcher rechtlichen Regelungen nur selten ein und empfinden Eltern, die darauf bestehen, als „Polizisten“, die kein Verständnis für sie haben, weil sie ihnen jeden Spaß nehmen. Solche rechtlichen Vorgaben, genauso wie weitere Normen und Werte, geben jedoch den Rahmen vor, der ein verträgliches Miteinander erst garantiert. Wenn Ihr Kind sich nun die Freiheit nimmt, gegen diese rechtlichen Vorgaben, Normen und Werte zu verstoßen bzw. sie zu ignorieren, dann muss es auch die Konsequenzen, die sich aus diesen Regelverstößen ergeben, aushalten. Diese Konsequenzen können unterschiedlich aussehen: Sie reichen von natürlichen Folgen über Wiedergutmachung bis hin zu Verboten.
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