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Schwarz-weiß Aufnahme selbstbewusster Jugendlicher
© Armin Staudt - 123rf.com

So machen Sie Ihr Kind stark!

Selbstbewusstsein

Eben waren die Kinder noch fröhlich und unbedarft, jetzt sind sie plötzlich in der Pubertät, verhalten sich launisch und sind verunsichert. Auch wenn das manchmal für Eltern nicht so leicht zu erkennen ist, brauchen Jugendlichen jetzt Ihre Hilfe und Unterstützung. Denn sie müssen jetzt zu einem neuen, erwachseneren Selbstbewusstsein finden, das sich von dem naiven Selbstverständnis eines Kindes unterscheidet. Lesen Sie hier, warum ein gutes Selbstbewusstsein wichtig für die Entwicklung Ihres Teenagers ist und aus welchen Elementen es sich zusammensetzt 

Expertenrat von 
Felicitas Römer, Paar- und Familientherapeutin

Prüfen Sie außerdem in einem kleinen Test, wie stabil das Selbstbewusstsein Ihres Kindes ist, und erfahren Sie, wie Sie Ihrem Kind dabei helfen können, stark und widerstandsfähig zu werden.

Alle Eltern wollen, dass ihre Kinder selbstbewusst und stark werden. Doch was bedeutet es eigentlich, selbstbewusst und stark zu sein? Was zeichnet ein solches Kind denn aus?

 

  • Ist es niemals krank oder traurig?
  • Strahlt es ständig, ist es immer glücklich?
  • Weiß es immer alles und hat nie schlechte Noten oder Streit?
  • Strotzt es immer vor Energie, Kraft und Lebensfreude?
  • Und hat es niemals Ärger, Kummer oder Misserfolge?

 

Nein, ein solches Kind gibt es nicht. Jeder Mensch muss im Laufe seines Lebens mit Niederlagen, Frustrationen, unangenehmen Gefühlen, Schmerzen oder Problemen zurechtkommen – auch so genannte „starke“ Menschen. Der Unterschied ist nur, dass mental starke oder resiliente, also belastbare und widerstandsfähige Menschen mit den Widrigkeiten des Lebens besser zurechtkommen. Das gilt für den Umgang mit so genannten „normativen Krisen“, also Krisen, die jeden Menschen treffen wie etwa entwicklungs- und altersbedingte Probleme etc. Aber auch außergewöhnliche Belastungen werden von widerstandfähigen Menschen besser verkraftet. Bei schweren Traumatisierungen durch Unglücke, Gewalterfahrungen, Kriegserlebnissen, schwerem Mobbing, Verlust eine nahen Angehörigen etc. können jedoch alle Menschen in eine schwere Krise geraten und eine Traumafolgestörung erleiden. Die menschliche Seele kann nur ein gewisses Maß an Belastung ertragen, ohne zu erkranken.

Fazit: Stark und selbstbewusst zu sein heißt also keinesfalls, unbegrenzt belastbar und vor schweren Krisen gefeit zu sein. Es heißt aber schon, die normalen Krisen und Herausforderungen des Lebens souveräner meistern zu können.

Beachten Sie bitte:

Sie können sehr viel tun, um das Selbstbewusstsein und das Selbstvertrauen Ihres Jugendlichen zu stärken (s.u.); Sie können ihn aber nicht 100%ig vor Kummer, Niederlagen oder gar seelischen Krisen bewahren.

Setzen Sie also sich selbst und Ihren Teenager nicht zu sehr damit unter Druck, dass er „stark“ zu sein habe. Mentale Stärke und Widerstandskraft wachsen mit der Zeit und entwickeln sich, indem man die anstehenden Lebensaufgaben bewältigt.

Vertrauen Sie darauf, dass Ihr Kind mit der Zeit immer mehr Selbstbewusstsein entwickeln wird und dann später auch sein Leben gut meistern wird. Je mehr emotionale Sicherheit Ihr Kind in seinem Säuglings- und Kleinkindalter erfahren hat, desto stärker ist sein Selbstwert.

Was „starke“ Menschen auszeichnet

So genannte „starke“ Menschen

 

  • können mit unerwünschten Erlebnissen und Gefühlslagen konstruktiv umgehen,
  • können Hürden und Hindernisse leichter überwinden,
  • können Enttäuschungen besser verkraften,
  • können Verluste leichter verwinden,
  • lassen sie sich durch Rückschläge nicht (dauerhaft) von ihren Wünschen und Zielen abbringen,
  • können flexibel auf neue veränderte Situationen reagieren,
  • können es besser dulden, dass andere Menschen eine andere Meinung haben,
  • können Widersprüche besser aushalten,
  • können zwischenmenschliche Spannungen ertragen, ohne sofort in Angstzustände zu geraten,
  • können empathisch sein und mit anderen Menschen in Kontakt gehen,
  • können auf etwas verzichten, ohne dass das ihr Selbstwertgefühl negativ beeinflusst,
  • müssen nicht mit ihrer Stärke prahlen oder andere Menschen kleinmachen, um sich gut und stark zu fühlen,
  • können Konflikte meistens klären und
  • Probleme oft konstruktiv lösen.

 

Der Grund dafür ist, dass starke Menschen im Laufe der Zeit bestimmte Fähigkeiten entwickelt haben, die ihnen dabei helfen, problem- oder konflikthafte Situationen besser zu meistern. Man nennt diese Fähigkeiten auch „Ressourcen“. Starke Menschen sind also nicht unbedingt die Menschen, die viel Energie haben, ständig in Aktion sind oder denen immer alles zu gelingen scheinen. Starke Menschen sind vielmehr psychisch besonders gesunde Menschen, die über vielfältige Fähigkeiten verfügen, das Leben mit all seinen Schwierigkeiten zu meistern. 

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