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Warum es so wichtig ist, Jugendliche loszulassen

Teenager versuchen oft mit allen Mitteln, sich von ihren Eltern abzugrenzen. Das gelingt ihnen am besten, wenn sie zu ihnen eine vertrauensvolle, aber nicht zu enge Beziehung haben. Doch auch Eltern müssen etwas dazu beitragen, dass die Kinder sich abnabeln können. In diesem Beitrag geht es darum, warum es so wichtig ist, Kinder nach und nach freizugeben, und wie Sie selbst gut damit klarkommen. 

Expertenrat von 
Felicitas Römer, Paar- und Familientherapeutin

3. Wertemäßige Unabhängigkeit. Jugendliche müssen ein eigenes Wertesystem entwickeln. Dieses wird sich idealerweise zum Teil mit den Werten aus dem Elternhaus decken, aber auch andere Werte integrieren. Ein selbstständiger Erwachsener zeichnet sich dadurch aus, dass er das Wertesystem seiner Eltern differenziert betrachten und sich davon abgrenzen kann. Dazu gehört unbedingt eine „Entidealisierung“ der Eltern: Sie sind jetzt nicht mehr das Maß aller Dinge, sondern ganz normale Menschen mit Stärken und Schwächen. Eltern müssen sich also „entidealisieren“ lassen, wenn sie wollen, dass das Verhältnis zwischen ihnen und dem Kind später auf gleiche Augenhöhe gestellt werden kann.

Sie können Ihr Kind unterstützen, wertemäßig unabhängig zu werden, indem Sie mit ihm über politische, soziale oder andere Themen diskutieren, und es dazu ermuntern, eine eigene Meinung dazu zu entwickeln. Akzeptieren Sie seine Argumentation, auch wenn sie unreif oder wenig ausgefeilt zu sein scheint. Wichtig ist, dass Ihr Kind einen „eigenen Kopf“ entwickelt und Ihnen nicht nur nach dem Mund redet.

4. Konfliktmäßige Unabhängigkeit. Jugendliche und junge Erwachsene müssen eventuelle Konflikte mit den Eltern zu lösen bzw. zu überwinden versuchen. Je tiefer diese Konflikte liegen und je gravierender sie sind, desto schwieriger und langwieriger kann dieser Prozess dauern. Besonders schwer zu bearbeiten sind naturgemäß unbewusste Konflikte, die Jugendliche aus Loyalitäts- oder anderen Gründen nicht fühlen dürfen und die sie deshalb dauerhaft unterdrücken müssen. Solche inneren Konflikte kommen oft – wenn überhaupt – erst in späteren Lebensjahren ans Licht.

Sie können Ihrem Kind dabei helfen, konfliktmäßig unabhängig zu werden, indem Sie sich gesprächsbereit zeigen, auch wenn es um heikle und persönliche Themen geht. Stellen Sie sich auch seinen Vorwürfen, und überprüfen Sie diese, bevor Sie sie empört von sich weisen. Je offener Sie auch mit eigenen „Fehlern“ umgehen können, desto besser ist das für Ihr Kind.

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Kommentare zu "Warum es so wichtig ist, Jugendliche loszulassen"
  • Dagmar schreibt am 31.03.2014

    Hui der Herr Rogge hat immer lebensweißheiten da wird mir angst und bange! Und ich habe schon ein Kind in der Pupertaet. Sind die wirklich so? ich kann mir das nicht vorstellen. Mit meinen Sohn komme ich bestens zurecht und wir haben durchaus ein freundschaftliches Verhältnis zu einander warum sollte man das den nicht haben! Ich glaube es kommt mehr darauf an wie man mit seinen Kind umgeht denn wirklich bestrafen muss ich meine Kinder nicht, wo zu auch. Ich finde viele Aussagen von Herrn Rogge total übertrieben, vielleicht sollte er das noch mal überdenken was er da schreibt!!!!!
    Liebe Grüße Dagmar
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