Mit dem ersten Sparbuch schnuppern Kinder in eine Welt hinein, in der sich fast alles ums Geld dreht. Heutzutage ist das Sparbuch aber nur selten die beste Wahl, wenn Ersparnisse für Ihr Kind auch wachsen sollen. Eine bessere Option sind etwa Kinderdepots oder Festgeldkonten. Diese bieten jeweils bessere Zinsen bei gleichzeitiger Sicherheit und Transparenz. Wir zeigen Ihnen, wie Sie aus der Vielzahl an Angeboten die Spreu vom Weizen trennen und Geld für Ihr Kind richtig anlegen.
Das Sparbuch ein Auslaufmodell? Nicht ganz, aber fast
Bevor es das Sparbuch gab, landete Bargeld entweder im Sparschwein, das seit dem Mittelalter Tradition hat, oder im Sparstrumpf, der seinen sicheren Platz unter der Matratze fand. Mit den ersten Sparkassen hielt auch das inzwischen traditionsreiche Sparbuch um 1818/19 Einzug. Eine Erleichterung für alle, die ungern Ersparnisse zuhause aufbewahrten. Auch heute ist es noch eine kostenlose, sichere Geldanlage, die Eltern und Großeltern gerne an Kinder verschenken. Die Zinsen sind jedoch schmerzhaft niedrig und die Handhabung ist unflexibel.
Zu den größeren Nachteilen des Sparbuchs zählen:
- Die Zinsen sind mit 0,1 bis 0,7 Prozent verschwindend gering
- Obwohl Zugriff auf das Guthaben möglich ist, liegt die monatliche Verfügung bei maximal 2.000 Euro
- Es gilt eine Kündigungsfrist von drei Monaten, um das Sparbuch aufzulösen oder Beträge über 2.000 Euro abzuheben
- Durch eine hohe Inflationsrate, niedrige Zinsen und minimalen Vermögenszuwachs verliert das Sparguthaben langfristig an Wert
Trotz aller Nostalgie ist das gute alte Sparbuch heute ein Auslaufmodell – höchstens noch sinnvoll für den Notgroschen bei finanziellen Engpässen oder für zweckgebundene Sparziele.
6 Alternativen zum Sparbuch: Mehr Vermögenswachstum für Ihre Kinder
Zeiten ändern sich und mit ihnen die Art, wie Eltern für die Zukunft von Kindern sparen. Das Sparbuch, das früher oft als physisches Buch mit Ein- und Auszahlungen ausgehändigt wurde, lassen wir an dieser Stelle hinter uns. Wir stellen Ihnen sinnvollere und flexiblere Sparbuch-Alternativen vor, die einen langfristigen Vermögensaufbau für Ausbildung, Studium, die erste Wohnung oder sogar die Altersvorsorge ermöglichen:
- Flexibles Tagesgeldkonto: Das Tagesgeldkonto wird als Unterkonto mit Ihrem Girokonto oder mit dem Girokonto Ihres Kindes verknüpft. Beim Tagesgeldkonto können Sie jederzeit unbegrenzte Beträge einzahlen und je nach Guthabenhöhe abheben. Kündigungsfristen oder Gebühren gibt es keine. Die Zinsen liegen mit Aktionszinsen zwischen 2 und 3,5 Prozent deutlich höher als beim Sparbuch, können jedoch durch variable Zinssätze schwanken.
- Sicheres Festgeldkonto: Auch beim Festgeldkonto liegen die Zinsen mit 2,7 bis 3 Prozent deutlich höher als beim Sparbuch. Hohe Zinssätze können Sie sich beim Festgeld sogar für eine feste Laufzeit sichern. Um eine automatische Verlängerung und den damit oft einhergehenden Zinsabfall zu vermeiden, können Sie vor Ablauf der Zinsbindung zu einem Anbieter mit besseren Zinsen wechseln oder bessere Konditionen aushandeln.
- Wachstumsstarkes Kinderdepot: Bei Kinderdepots handelt es sich um ein Wertpapierdepot, bei dem Sie regelmäßig für ihr Kind in Aktien oder ETFs investieren. Langfristig bietet ein Kinderdepot durch den Zinseszinseffekt exponentielles Vermögenswachstum, insbesondere bei langfristigen und breit gestreuten ETF-Sparplänen. Je nach Anbieter lässt sich Vermögen schon ab einem Euro oder mit Mindestsparraten ab 25 Euro aufbauen.
- Solide Wertanlage Immobilien: Auch Immobilien sind klassische Geld- und Wertanlagen, ganz gleich ob durch Bau oder Kauf. Immobilien können durch Vermietung, Eigennutzung oder Vererbung als sinnvolle Altersvorsorge und Einnahmequelle dienen, bedeuten jedoch entsprechende Investitionskosten.
- Krisenfeste Goldanlage: Gold als Wertanlage sollte nicht als hauptsächliche Geldanlage für Ihre Kinder dienen, kann aber eine sinnvolle Ergänzung sein, um Vermögen vor Inflation und Krisen zu schützen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, nicht mehr als 5 bis 10 Prozent Goldanlagen in Ihren Sparplan zu mixen, da Sie damit keine Rendite erzielen.
- Frühzeitige Rentenversicherung: Eine private Rentenversicherung ist vor allem in unsicheren Zeiten eine gute Idee, um Ihren Kindern mehr Sicherheit im Alter zu bieten. Hier gibt es verschiedene Formen, die von sicher verzinster Anlage bis hin zu einem Mix aus sicherer Geldanlage und wachstumsstärkeren Fonds- und ETF-Sparplänen reichen. Eine persönliche Beratung ist bei der Auswahl ratsam.
Geldanlage im Namen der Kinder: Welche Vorteile hat das?
Neben der Art der Geldanlage ist entscheidend, in wessen Namen Sie den Sparplan abschließen. Geld, das Sie im Namen des Kindes anlegen, sowie Konten, die Sie für Ihr Kind eröffnen, gehören diesem rechtlich. Ab Volljährigkeit kann Ihr Kind somit frei über das angesparte Vermögen verfügen – mit allen Vor- und Nachteilen. Möchten Sie mehr Kontrolle und das Geld nicht nur treuhänderisch verwalten, so schließen Sie die Geldanlage im eigenen Namen ab. So halten Sie sich die Option für eine spätere Übertragung auf Ihr Kind offen.
Geldanlagen im Namen Ihres Kindes bieten den Vorteil, dass sie den steuerlichen Freibetrag, auch Sparer-Pauschbetrag, für Kapitalerträge von bis zu 1.000 Euro jährlich nutzen können. Voraussetzung dafür ist, dass Sie einen Freistellungsauftrag stellen, um Ihrem Kind den Steuerfreibetrag zu sichern.
Nicht ins Blaue sparen: Sparziele klar definieren
In die Zukunft Ihres Kindes zu investieren, braucht keine Begründung, denn sinnvoll ist das immer. Sie sollten deshalb so früh wie möglich mit dem Sparen anfangen. Schon kleinste Beträge können über die Jahre zu einem saftigen Vermögen anwachsen. Ratsam ist es, Ihre Sparziele zu konkretisieren. Möchten Sie beispielsweise für die Altersvorsorge Ihrer Kinder sparen oder für Ausbildung und Studium, um die Karriereplanung zu erleichtern? Oder sollen Sparziele vielleicht praktischer ausfallen wie Auto, Führerschein, Reisen oder die erste Wohnung? Davon hängt ab, wie hoch die Sparbeträge sein sollten, welche Geldanlagen oder Spar-Kombinationen sich lohnen und welche Zeiträume Sie anpeilen können.
Früh übt sich, wer später keine Geldsorgen haben will
Für eine finanziell gesicherte Zukunft Ihrer Kinder ist eine strukturierte und langfristige Sparstrategie für alle Eltern Pflicht. Gelddruck besteht dennoch nicht, denn schon Kleinstbeträge helfen. Die meisten Geldanlagen werden von Banken zudem gebührenfrei angeboten. Wenn Sie Zinsen clever ausnutzen, können Sie Ihren Kindern somit ein deutliches Vermögenswachstum und eine gute Grundlage für das Erwachsenenleben sichern.