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Glückliche Patchwork-Familie
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Patchwork-Familien: Wie gelingt das Miteinander gelingen kann

Eigentlich könnte es so schön sein, wenn Mama oder Papa nach der Trennung wieder einen neuen Partner gefunden haben. Vielleicht bekommt Ihr Kind auch neue Geschwister. Und doch gibt es anfangs in fast jeder Patchwork-Familie erst mal Reibereien. Wir zeigen Ihnen, wie das Zusammenleben stressfreier funktioniert. 

Expertenrat von 
Dr. Martina Hahn-Hübner, Gesundheits-Expertin, Medizinjournalistin

Harmonisches Zusammenleben braucht seine Zeit

Viele Patchwork-Familien machen anfangs den Fehler, dass sie zu schnell zu viel erwarten. Kaum ist der neue Partner eingezogen, soll die neue Familie schon gleich perfekt funktionieren. Dabei braucht alles seine Zeit, und der neue Partner sollte erst einmal behutsam in die Familie eingeführt werden – lange bevor er wirklich einzieht.

Drei wichtige Grundsätze zwischen Ihrem Kind und dem neuem Partner sollten Sie unbedingt beachten:

  • Ihr neuer Partner sollte nicht erwarten, spontan von Ihrem Kind geliebt zu werden, auch wenn er sich allergrößte Mühe gibt, eine gute Beziehung herzustellen.
  • Ihr neuer Partner sollte anfangs viel Geduld im Umgang mit Ihrem Kind aufbringen. Schließlich muss es ihn erst kennen und ihm vertrauen lernen, bevor er sich um es kümmern und es insbesondere erziehen darf.
  • Auch wenn Ihr Kind Ihren neuen Partner nicht sofort ins Herz schließen muss, sollte es sich ihm gegenüber höflich und respektvoll verhalten – so wie es sich auch gegenüber anderen Erwachsenen beträgt.

Wie Eltern und Kinder in der neuen Familie „ticken“

Sind Mutter oder Vater nach reiflicher Überlegung mit dem neuen Partner zusammengezogen, geben sich die erwachsenen Mitglieder dieser neu entstandenen Patchwork-Familie gerne der Illusion hin, eine ganz normale Familie zu sein. Der neue Partner fasst oftmals gute Vorsätze und will sich besonders liebevoll um die Kinder kümmern.

Stiefväter wollen es oft besser machen als der leibliche Vater und nehmen sich z. B. vor: „Sein Vater hatte nie Zeit, mit ihm Fußball zu spielen. Da wird er sich jetzt freuen, wenn ich jeden Samstag mit ihm auf den Fußballplatz gehe.“ Stiefmütter, die schon im Märchen ein sehr schlechtes Image haben, haben es besonders schwer. Auch sie gehen meist mit besten Vorsätzen und voll Liebe auf die neuen Kinder zu. Doch der aufopfernde Einsatz der „neuen“ Mutter wird von den Kindern selten honoriert. Zu sehr sind die Kinder mit ihrer Mutter verbunden und können sich aus Loyalität zu ihr mit der „Neuen“ nicht anfreunden. Manchmal ist es hilfreich für eine Stiefmutter, sich einfach als eine mögliche Freundin des Kindes zu sehen.

In den Köpfen der Kinder ist der andere Elternteil weiterhin präsent, auch wenn er nicht anwesend ist. Die Trennung war gegen ihren Willen, und sie fühlen sich dem anderen Elternteil weiterhin stark verbunden. Ein neuer Partner weckt in ihnen die Angst, sie könnten nun auch noch den verbliebenen Elternteil verlieren. Schließlich müssen sie nun die Aufmerksamkeit von Mutter oder Vater mit dem oder der „Neuen“ teilen. 

So nimmt Ihr Kind Ihren neuen Partner an
Der neue Partner sollte behutsam auf die Kinder zugehen. Erst wenn diese die Gewissheit haben, dass ihre langsam aufkeimende Zuneigung zum neuen Elternteil keinen Verrat am getrennt lebenden Elternteil darstellt, können sie sich wirklich auf ihn einlassen. Dürfen Kinder um den „verlorenen“ Elternteil nicht trauern, können sie den neuen Elternteil schlecht annehmen. Der getrennt lebende Elternteil darf auf keinen Fall zum Tabuthema erklärt werden!

Untersuchungen zeigten, dass es mindestens vier bis fünf Jahre dauert, bis eine Patchwork-Familie richtig zusammengewachsen ist, sich alle Familienmitglieder vertraut sind, einander schätzen und als Teil der neuen Familie fühlen.

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Kommentare zu "Patchwork-Familien: Wie gelingt das Miteinander gelingen kann"
  • Liz schreibt am 14.01.2018

    Ihre Darstellung ist vollkommen richtig. Erst das Vertrauen bekommen als Elternteil, dann zeigen, dass man nicht das andere Elternteil ersetzen möchte und dann gemeinsam als neu gewachsene Eltern entscheiden.
    Wir sind nun seit 9 Jahren eine Patchworkfamilie. Mein Mann hat zwei eigene Kinder und ich. Es gab allerdings immer Probleme spätestens, wenn das Mädchen egal von welchem Elternteil 15 bzw. 16 war. Mein Mann und meine Tochter streiten sich, wo sie können. Leider immer nur, wegen unterschiedliche Ansichten. Meine Tochter sieht es als Angriff, wenn mein Mann eine andere Meinung zu einem banalen Thema hat. Er schaut sie dabei an und sagt seine Sichtweise. Sie erwidert mittlerweile: Ist ja klar, du findest ja alles doof und dumm, was ich sage. Das ist eine schwere Zeit für mich. Da jeder erwartet, dass ich Partei ergreife. Was soll ich tun?
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