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Hilfe, Pubertät! Was Sie erwartet und wie Sie mit Ihrem Kind richtig umgehen

Wenn Kinder plötzlich streitlustig und launisch werden, sich von ihren Eltern stärker distanzieren sowie zunehmend eigene Meinungen und Interessen entwickeln, dann meldet sich meistens die einsetzende Pubertät. Lesen Sie in diesem Beitrag, was in Ihrem Kind während des „schwierigen“ Lebensabschnitts vorgeht und wie Sie die Entwicklung Ihres Kindes unterstützend begleiten können. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Das erwartet Sie in der Pubertät Ihres Kindes

ProblemErklärungVerhaltenstipp

1. Verlust von Kontak 

Haben Sie das Gefühl, den Kontakt und intensiven Austausch zu Ihrem Kind zu verlieren? Antwortet es auf Ihre Fragen oft mürrisch oder einsilbig
In der Pubertät müssen Kinder sich abnabeln. Obwohl sie die Liebe und Unterstützung ihrer Eltern noch dringend benötigen, versuchen sie in ihrem Verhalten immer wieder zu zeigen, dass es auch ohne Eltern geht.Üben Sie sich im Zuhören! Ihr Kind braucht den Kontakt zu seinen Eltern, aber den Zeitpunkt möchte es selbst bestimmen. Lassen Sie keine Situation ungenutzt verstreichen, in der sich Ihr Kind an Sie wendet, und hören Sie ihm geduldig zu. Mit Abweisungen können Pubertierende nicht gut umgehen

2. Verlust von Zugehörigkeitsgefühl     

Ihr Kind wirft Ihnen vor, dass Sie es nicht verstehen wollen. Es fühlt sich fremd in der Familie und droht damit, sich bei anderen besser aufgehoben zu fühlen. Vielleicht will es weglaufen oder, falls Sie allein erziehend sind, beim anderen Elternteil leben.

Pubertierende fühlen sich oft missverstanden. Kein Wunder, denn sie verstehen ihr Verhalten ja selbst nicht. Die Drohungen, die Familie zu verlassen, sind letztlich nur ein Test. Ihr Kind will die Sicherheit seines Zuhauses auf die Probe stellen.

Geben Sie offen zu, dass Sie das Verhalten Ihres Kindes nicht verstehen. Machen Sie ihm aber dafür keine Vorwürfe, sondern bitten Sie um Erklärungen. Machen Sie deutlich, dass Sie die Meinungsunterschiede akzeptieren. Bestehen Sie allerdings darauf, dass Ihre Sicht der Dinge auch berechtigt ist.

3. Großer Freiheitsdrang

Ihr Kind will zu viele Freiheiten, fühlt sich älter, als es ist. Es möchte abends länger aufbleiben, Filme für Ältere ansehen, sich schminken oder Alkohol trinken. Vielleicht haben Sie es schon beim Rauchen erwischt? Die Diskussionen über diese Forderungen sind sehr anstrengend und scheinen nie aufzuhören.

Grenzen auszutesten gehört zum Erwachsenwerden einfach dazu. Das hat Ihr Kind bisher in jeder Entwicklungsphase getan (z.B. in der Trotzphase). In der Pubertät ist es so weit gereift, dass es in vielen Auseinandersetzungen mit starken, verbalen Waffen auftritt. Es hat gelernt zu diskutieren und kennt Ihre Schwachpunkte genau.

Bevor Sie sich auf langwierige Diskussionen einlassen, sollten Sie genau wissen, welche Grenze nicht überschritten werden darf. Geben Sie in unwichtigen Dingen nach, und bleiben Sie bei grundlegenden Fragen konsequent. Beispielsweise: Etwas länger Gameboy spielen ist okay, die Altersfreigabe wird aber nicht aufgehoben.

4. Eskalierende Streitereien

Immer wieder geraten Sie mit Ihrem Kind aneinander. Schnell knallen die Türen, und im Zorn wird Ihnen schon mal das eine oder andere Schimpfwort an den Kopf geworfen.

Mit Kritik können Pubertierende nur schlecht umgehen. Sie fühlen sich schnell gegängelt und bevormundet. Da sie sich nicht anders gegen die Macht der Eltern zu wehren wissen, reagieren sie mit Trotz, Zorn und Wutausbrüchen.

Treiben Sie einen Streit nicht auf die Spitze! Rennen Sie Ihrem Türe knallenden Teenager nicht hinterher, und beharren Sie nicht auf sofortige Klärung. Warten Sie ab, bis sich die Wogen geglättet haben, und starten Sie dann in Ruhe einen neuen Versuch, das Thema anzusprechen.

5. Verbote umgehen    

Viele Pubertierende überschreiten ganz bewusst Regeln und Grenzen: sie klauen, rauchen, trinken, kommen spät nach Hause, verheimlichen Freunde mit schlechtem Einfluss. Sie begeben sich bewusst in neue Situationen und testen, wie sie darin zurechtkommen.

Teenager müssen sich cool fühlen und eigene Erfahrungen machen, auch wenn sie dabei Verbote umgehen. So lernen sie, für ihr Handeln die Verantwortung zu übernehmen. Das geht nicht nur theoretisch, sondern muss auch praktisch erfahren werden. Der Klassiker ist, wenn Heranwachsende beim Klauen oder Schwarzfahren erwischt werden

Gewisse Freiräume brauchen Teenager, das müssen Sie als Eltern auch lernen und Zugeständnisse machen. Nehmen Sie Ihrem Kind aber nicht die Verantwortung ab, wenn es gegen Regeln verstoßen hat. Wer beim Klauen erwischt wird, muss zur Polizei, und wer sich betrinkt, muss die körperlichen Folgen mitleidlos ertragen. Meistens machen das die Kinder dann kein zweites Mal.

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So reagieren Sie auf (vor)pubertäres Verhalten

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