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Es gibt Dinge, die Lehrer stören und die Begeisterung zeitweise dämpfen.
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Brennpunkt Schule: 8 Punkte worüber Lehrer sich ärgern

Harmonie in der Schule

Ich bin sehr gerne Lehrerin, genieße es, mit meinen Schülern zusammen zu sein, und freue mich, dass mein Beruf so abwechslungsreich ist und immer wieder neue Herausforderungen an mich stellt. Damit geht es mir wie 86% meiner Kolleginnen und Kollegen wie, eine aktuelle Studie der Lehrergewerkschaft GEW in Niedersachsen herausgefunden hat. Dennoch gibt es Dinge, die uns Lehrer stören und die Begeisterung zeitweise dämpfen. 

Expertenrat von 
Annette Holl, Grundschullehrerin

1. Wenn Hausaufgaben Elternsache werden ...

Hausaufgaben sind die Aufgaben, die Ihr Kind allein zu Hause erledigen soll. Allerdings ist es in vielen Familien gang und gäbe, dass die Eltern mit am Tisch sitzen, Lösungswege vorgeben oder gar selbst Teile erledigen.

Es ist wichtig, dass Sie Interesse an den Hausaufgaben zeigen und Ihrem Kind bei Fragen jederzeit zur Seite stehen. Lehrer wünschen sich, dass Sie Ihrem Kind etwas zutrauen und es möglichst selbständig arbeiten lassen. Häufen sich die Probleme, treten Sie an den Lehrer heran, anstatt zu Hause Privatunterricht zu leisten.

2. Wenn Eltern schlecht über den Lehrer reden ...

Mir ist klar, dass Eltern nicht mit allem einverstanden sind, was in der Schule läuft, und sich darüber auch mit anderen Eltern austauschen. Das ist Ihr gutes Recht!

Grundschulkinder vertrauen in der Regel ihrem Lehrer. Lehrer wünschen sich, dass Eltern vor ihrem Kind nicht über sie schimpfen, um das Verhältnis nicht zu trüben. Stauen Sie Ihren Ärger nicht über Wochen auf, sondern erzählen Sie dem Lehrer zeitnah, sachlich und konkret davon.

3. Wenn Eltern den Lehrer mit Kollegen vergleichen ...

Jeder Lehrer hat seine Eigenarten und wird Ihr Kind etwas anders behandeln. Leider scheint das für viele Eltern ein Problem zu sein. Vorhaltungen wie „Herr Soundso in Mathematik ist schon viel weiter als meine Klasse!“ hört man immer wieder.

Erwiesenermaßen können verschiedene Arbeitsweisen in unterschiedlicher zeitlicher Dimension zum selben Ziel führen. Lehrer wünschen sich, dass Sie ihre Kompetenzen anerkennen und sie bei aufkommenden Fragen direkt ansprechen.

4. Wenn Eltern die häusliche Situation schönreden …

Keiner mag es, wenn Dinge zur Sprache kommen, die augenscheinlich nicht so gut laufen. Es hat allerdings keinen Sinn, wenn Eltern beispielsweise erzählen, dass bei den Hausaufgaben keinerlei Probleme auftauchen, Ihr Kind in der Schule aber sehr viel Hilfe benötigt.

Lehrer sind keine Götter, vor denen Sie Angst haben müssen. Sie wünschen sich Offenheit, wenn zu Hause Schwierigkeiten auftreten. Nur so kann gemeinsam eine Lösung gefunden und Ihrem Kind geholfen werden.

5. Wenn Eltern sich nicht an Vereinbarungen halten …

Immer wieder kommt es vor, dass Eltern dem Lehrer ihre Hilfe zusichern (z. B. täglich zehn Minuten das Einmaleins zu üben). Wird dann im nächsten Elterngespräch nachgehakt, weil das Kind keine nennenswerten Fortschritte gemacht hat, stellt sich heraus, dass doch keine Zeit war oder Ähnliches.

Es macht keinen Sinn, voreilige Versprechungen zu machen, die Sie nicht halten können. Lehrer wünschen sich Ehrlichkeit darüber, was Sie neben der Schule leisten können bzw. wollen. So vergeht keine unnötige Zeit und es kann nach anderen Möglichkeiten (z. B. Nachhilfe durch eine Schülerin aus einer höheren Klasse) gesucht werden.

6. Wenn Eltern ihr Kind falsch einschätzen …

Eltern erleben ihr Kind nur in seinem häuslichen Umfeld. Leider fällt es ihnen oft schwer zu glauben, dass es in der Schule ein Verhalten zeigt, dass sie in der Form nicht kennen.

Lehrer wünschen sich, dass Eltern ihren Berichten aus der Schule Glauben schenken. Nur so können Sie gemeinsam eine Verbesserung der Situation erzielen.

7. Wenn Eltern den Lehrer an der Tür überfallen …

Immer wieder kommt es vor, dass Eltern vor Schulbeginn vor dem Lehrerzimmer stehen und den Lehrer „Nur ganz kurz …!“ sprechen möchten. Verstehen Sie, dass er in solchen Momenten teilweise kurz angebunden ist, da er eigentlich schon in den Unterricht müsste oder vielleicht vor Schulbeginn noch etwas mit einem Kollegen klären will.

Ein fruchtbarer Austausch zwischen den Eltern und Lehrern ist ein wichtiges Anliegen auf beiden Seiten. Lehrer wünschen sich, dass Eltern Termine mit ihnen vereinbaren, damit sie gut vorbereitet und mit genügend Zeit in ein Gespräch mit ihnen gehen können.

8. Wenn Eltern sich außerschulische Hilfe suchen …

Die steigende Zahl an Therapieplätzen und Nachhilfeinstituten zeigt, dass Eltern um das Wohl ihrer Kinder bemüht sind. Leider erfahre ich oft erst im Nachhinein, dass ein Schüler mit einer Therapie begonnen hat oder Medikamente bekommt.

Sie sind selbstverständlich nicht verpflichtet, dem Lehrer von sämtlichen Arztbesuchen Ihres Kindes zu berichten. Lehrer wünschen sich, dass sie Informationen über Maßnahmen erhalten, die die Schule betreffen. Das kann erhellende Einsichten bringen und das Verständnis des Lehrers für das Verhalten Ihres Kindes steigern.

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