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Pubertät: Wie Jugendliche uns spiegeln - und was Eltern daraus lernen können

Jugendliche in der Pubertät sind sehr sensibel, was die Verfassung des gegenübers angeht. Dies äußert sich darin, dass Kinder in der Pubertät ihr Gegenüber oft spiegeln. Lesen Sie mehr darüber, wie Teenager uns spiegeln und wie Sie daraus lernen können. 

Expertenrat von 
Felicitas Römer, Paar- und Familientherapeutin

Spiegelneurone in der Pubertät: Die Grundlage menschlichen Miteinanders

Babys und Kleinkinder müssen durch den intensiven Kontakt mit der Mutter oder einer anderen Bezugsperson lernen, Gefühle zu „entziffern“. Schon früh lächeln sie, wenn die Mutter sie anlächelt, oder reagieren verängstigt, wenn sie böse schaut. Forscher gehen davon aus, dass die Spiegelneuronen erst im Alter von etwa drei oder vier Jahren ausgereift sind. An den Reaktionen eines kleinen Kindes können wir also bereits erkennen, wie es uns wahrnimmt: In seinem Gehirn entsteht eine Art Spiegelbild dessen, was es erlebt. Und es spiegelt gleichermaßen unsere eigenen Gefühle und unser Verhalten. So kann man beobachten, dass Säuglinge mit unsicheren Müttern schnell unruhig werden und kleine Kinder schnell krank werden, wenn Mama sehr gestresst ist. All diese Prozesse laufen unbewusst ab und bestimmen viele menschliche Interaktionen. Ohne die Fähigkeit, sich in andere einzufühlen zu können, wäre ein menschliches Miteinander kaum möglich.

Warum uns Jugendliche mit unseren eigenen Gefühlen und Stimmungen konfrontieren

Teenager spiegeln uns sowie unser Verhalten ganz besonders oft und vor allem besonders deutlich. Das liegt unter Anderem daran, dass sie

  • hochsensibel für Einflüsse von außen sind und diese kritisch prüfen („Was signalisiert mir mein Gegenüber?“),
  • sich in einem intensiven Abgleichungsprozess befinden („Wie sind meine Eltern? Und wie bin ich?“),
  • über ein wachsendes (Selbst-)Reflexionsvermögen verfügen und komplexes zwischenmenschliches Geschehen besser erkennen bzw. verstehen,
  • ihre Gefühle und Eindrücke besser verbalisieren können,
  • um Abgrenzung bemüht sind und deshalb die Konfrontation insbesondere mit den Eltern für ihre Entwicklung brauchen.

Jugendliche erspüren also nicht nur sehr genau, wie es uns geht, sondern sie können das Erspürte nun auch besser zum Ausdruck bringen. Und vor allem: Sie scheuen sich nicht mehr, uns damit zu konfrontieren. Und das ist gut so, denn Eltern können so noch eine ganze Menge über sich lernen!

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